"Toy Story 4": Sie hilft maßgeblich am Spielzeug-Zauber mit

Emeryville/Karlsruhe - Tanja Krampfert aus dem badischen Muggensturm bei Karlsruhe hatte vor 25 Jahren eine schicksalhafte Begegnung.

Macht Porzellinchen Beine: Tanja Krampfert.
Macht Porzellinchen Beine: Tanja Krampfert.  © Deborah Coleman/Pixar/dpa

"Ich war ein Riesenfan von 'Toy Story', das hat mein Leben verändert", erzählt die Grafikdesignerin und Absolventin der Filmakademie in Ludwigsburg, die seit gut zehn Jahren in der kalifornischen Animationsschmiede Pixar nun selbst den Charakteren ihren Stempel aufdrücken darf.

In "Toy Story 4" war sie vor allem für Porzellinchen (Bo Peep), die Schafhirtin aus Porzellan, zuständig. "Sie hat mich damals schon fasziniert, als sie nur eine Randfigur war, aber nun spielt sie eine ganz große Rolle", erzählt die 43-jährige Krampfert.

Als sogenannte Riggerin und technische Leiterin in der "Charakter"-Abteilung modelliert die Deutsche in dem Studio in Emeryville nahe San Francisco dreidimensionale Figuren am Computer - ähnlich als wenn man mit Ton arbeiten würden, nur eben am Bildschirm.

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Beim Rigging wird dann ein digitales Skelett eingebaut, damit die Animatoren die Charaktere bewegen können.

Cowboy Woody (links) mit Porzellinchen (Mitte) und Giggle McDimples.
Cowboy Woody (links) mit Porzellinchen (Mitte) und Giggle McDimples.  © 2019 Disney/Pixar/dpa

Von wegen zerbrechliches Porzellanpüppchen - Bo Peep feiert jetzt ein Comeback als taffe Kämpferin, die Cowboy Woody den Weg zeigt.

"Sie ist eine Mischung aus hübscher Prinzessin und starker Frau und dazu ist sie vom Leben etwas mitgenommen. Das ist ein großer Kontrast, den wir herausarbeiten müssen", erklärt Krampfert. So würden sie der Figur mit Tricktechnik auch Schrammen und feine Sprünge in ihrer Porzellanhaut verpassen.

Sie habe Puppen-Museen besucht, auch in Deutschland, und etwa Meissner Porzellan-Figuren studiert. Auch in Antikläden und auf Flohmärkten durfte sie recherchieren. "Ich bin ein totaler Stöberer, dieser Job war einfach perfekt für mich."

Es folgten Monate am Computer. Mit jedem weiteren "Toy Story"-Film sind die technischen Möglichkeiten enorm gewachsen. "Wir können jetzt zum Beispiel Licht ganz anders auf Porzellan-Oberflächen brechen lassen, früher waren diese Reflexionen am Computer durch Rendering-Verfahren überhaupt nicht umzusetzen". Nun könnten sie visuell viel realistischer arbeiten.

Krampfert schätzt bei Pixar vor allem die Liebe zum Detail, die das Studio in seine Film stecke. "Auch wenn die Zuschauer das im Einzelnen vielleicht gar nicht genau sehen, so hoffe ich, dass sie es einfach spüren und sagen 'Das ist ein toller Film'. Das würde uns schon sehr glücklich machen".

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