Tränengas-Einsatz gegen Migranten auf Insel Lesbos

Athen/Lesbos - Rund 2000 Migranten haben am Montag das überfüllte Registrierlager Moria auf der Insel Lesbos verlassen und sich auf den Weg in die Inselhauptstadt Mytilini gemacht.

Migranten während ihres Eintreffens auf Lesbos!
Migranten während ihres Eintreffens auf Lesbos!  © Foto: Kay Nietfeld/dpa

Mit Rufen wie "Freiheit, Freiheit" forderten die Flüchtlinge ihre sofortige Überstellung zum griechischen Festland um von dort in andere EU-Staaten gebracht zu werden.

Wie der staatliche Rundfunk (ERT-Nordägäis) und das Nachrichtenportal der Insel stonisi.gr weiter berichteten, setzte die Polizei nach mehreren Aufforderungen, in das Lager zurückzukehren, massiv Tränengas ein.

Zahlreiche Migranten, darunter viele Minderjährige, fürchten nun ihre Abschiebung zurück in ihre Herkunftsländer. Seit Jahresbeginn hat die Regierung Athens das Asylverfahren verschärft.

Jede Woche sendet die Regierung Dutzende Migranten zurück in die Türkei.

Außerdem sollen auf den Inseln geschlossene Abschiebelager entstehen. In und um das Lager Moria sind mehr als 19.000 Menschen untergebracht.

Unkontrollierbare Zustände durch überfüllte Lager

Das Camp hat aber nur eine Aufnahmekapazität für 2840 Menschen. Die Bürgermeister der Inseln im Osten der Ägäis warnen seit Monaten vor unkontrollierbaren Zuständen wegen der überfüllten Lager.

Der Flüchtlingszustrom aus der Türkei dauert an: Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) setzten seit Jahresbeginn im Durchschnitt täglich mehr als 100 Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln über.

Zurzeit leben auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos mehr als 41.000 Migranten. Im April 2019 waren es 14.000.

Titelfoto: Foto: Kay Nietfeld/dpa

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