6 Tote in Südtirol: Betrunkener rast in deutsche Reisegruppe

Bozen - Touristen aus Deutschland sind in der Nacht in einem kleinen Ort in Südtirol unterwegs. Da rast ein Auto in die Reisegruppe. Sechs Menschen sterben sofort.

Ein Großaufgebot an Rettungssanitätern war schnell vor Ort.
Ein Großaufgebot an Rettungssanitätern war schnell vor Ort.  © Freiwillige Feuerwehr Luttach/dpa

Man gehe davon aus, dass die Opfer aus Deutschland kommen, sagte ein Polizeisprecher aus Bozen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Das Auto sei gegen 1.00 Uhr nachts in der Nähe von Bruneck in die Gruppe gefahren. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Mehrere Menschen wurden verletzt, einige auch schwer. Sie kamen in Krankenhäuser der Region.

Der Autofahrer habe überlebt, die Polizei ermittle nun den Hergang des Unglücks, hieß es beim Landeskommando der Carabinieri.

Den Angaben zufolge müssen die Opfer noch identifiziert werden. Woher in Deutschland sie kamen, war noch unklar.

In der Gruppe von Deutschen hätten sich nicht alle untereinander gekannt und nicht alle hätten Dokumente bei sei gehabt, hieß es bei der Polizei.

Das Auswärtige Amt äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall.

Schon wieder Tote in Südtirol

Der Sender Rai Südtirol berichtete, das Fahrzeug sei in Luttach im Ahrntal in eine Gruppe aus 17 Menschen gerast. Sechs von ihnen seien noch am Unfallort gestorben. 160 Einsatzkräfte waren dem Bericht zufolge im Einsatz. Am Morgen sollte es eine Pressekonferenz in dem Ort geben.

Die Gegend liegt in Italien an der österreichischen Grenze und ist als Ski- und Wintersportgebiet bekannt. Erst vergangenes Wochenende kamen bei einem Lawinenunglück in Südtirol drei Deutsche ums Leben.

Update 8.12 Uhr: Opfer wohl junge Menschen, Fahrer hatte scheinbar Alkohol im Blut

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Luttach und des italienischen Roten Kreuzes sind an einer Unfallstelle in der Nähe von Bruneck in der Gemeinde Ahrntal in Südtirol zu sehen.
Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Luttach und des italienischen Roten Kreuzes sind an einer Unfallstelle in der Nähe von Bruneck in der Gemeinde Ahrntal in Südtirol zu sehen.  © Freiwillige Feuerwehr Luttach/dpa

Bei den Opfern des schweren Verkehrsunglücks in Südtirol handelt es sich nach italienischen Medienberichten um junge Menschen. Die Gruppe junger Leute aus Deutschland habe nach einem Abend in einem Lokal an einem Reisebus in Luttach gestanden, als das Auto in die Gruppe gerast sei, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Die sechs Menschen seien in der Nacht zu Sonntag sofort gestorben, drei seien schwer verletzt worden. Eine Frau sei mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Innsbruck in Österreich geflogen worden.

Der Fahrer war nach Medienberichten wahrscheinlich betrunken. Der 28 Jahre alte Einheimische habe nach ersten Informationen einen sehr hohen Alkoholgehalt im Blut gehabt, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Sonntagmorgen. Der Mann aus Kiens sei im Krankenhaus für weitere Untersuchungen.

Update 9.58 Uhr: Unfallverursacher festgenommen

Der Autofahrer, der in Südtirol in eine Gruppe junger Leute aus Deutschland gerast sein soll, ist laut einem Medienbericht festgenommen worden. Das meldete die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag.

Update 12.26 Uhr:

Die Feuerwehr bestätigte nun, dass alle Todesopfer aus Deutschland stammen. Die sechs Personen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren seien noch am Unfallort gestorben.

Update 12.58 Uhr: Zwei Opfer aus NRW, Fahrer hatte 1,9 Promille

Mindestens zwei der Opfer des schweren Verkehrsunfalls in Südtirol stammen aus Nordrhein-Westfalen. Eine Person aus Köln und eine aus Remscheid seien identifiziert worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Bozen der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Der Fahrer des Unfallwagens habe nach einem ersten Test mehr als 1,9 Promille Alkohol im Blut gehabt. Er werde auch auf Drogen untersucht. Eine Annahme sei, dass er zu schnell unterwegs gewesen ist.

Die Rettungskräfte in der Gemeinde Ahrntal.
Die Rettungskräfte in der Gemeinde Ahrntal.  © Freiwillige Feuerwehr Luttach/dpa
Ein Mann zündet eine Kerze an, an der Stelle, an der ein Auto in eine Gruppe von Menschen gerast ist.
Ein Mann zündet eine Kerze an, an der Stelle, an der ein Auto in eine Gruppe von Menschen gerast ist.  © Helmut Moling/AP/dpa

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