Biker aufgepasst: So kommt Ihr sicher durch die Rest-Saison

Biker aus ganz Sachsen wollen beim Fahrsicherheitstraining auf dem Sachsenring den sicheren Umgang mit ihrer Maschine lernen.
Biker aus ganz Sachsen wollen beim Fahrsicherheitstraining auf dem Sachsenring den sicheren Umgang mit ihrer Maschine lernen.

Von Doreen Grasselt

Oberlungwitz - Selbstüberschätzung, zu hohes Tempo und technische Fehler: Viele Biker-Unfälle könnten durch richtiges Reagieren verhindert werden. Beim Motorrad-Basistraining des Sachsenring-Fahrsicherheitszentrums lernen Motorradfahrer das sichere Fahren in gefährlichen Situationen.

Laut Unfallforschern der Versicherungen ist das Risiko für Biker, bei einem Unfall getötet zu werden, 14-mal höher als beim Autofahren.

Etwa 2000 Zweiradfahrer sind im vergangenen Jahr in Sachsen verletzt worden, 36 verunglückten tödlich. Aktuelle Zahlen für dieses Jahr ergeben bereits mehr als 550 Moped- und Motorradunfälle auf Sachsens Straßen. Elf Menschen haben dabei ihr Leben verloren.

Häufig werden Zweiräder von den Lenkern größerer Fahrzeuge übersehen. Erst vor wenigen Tagen musste in Meerane ein Biker sein Leben lassen, weil ein Autofahrer nicht aufpasste.

Trainer Uwe Neubert (47) erklärt den Kurs- Teilnehmern in der Theorie-Ausbildung die Kreiselkraft.
Trainer Uwe Neubert (47) erklärt den Kurs- Teilnehmern in der Theorie-Ausbildung die Kreiselkraft.

Doch Trainer Uwe Neubert (47) vom Fahrsicherheitszentrum am Sachsenring weiß: „Oft wird die Geschwindigkeit unterschätzt. Wer auf der Landstraße schneller als 100 fährt, muss sich nicht wundern, wenn er übersehen wird.

Der grundlegende Gedanke der Fahrsicherheits-Kurse ist: Wie kann ich sicher fahren und wie funktioniert das Motorrad überhaupt? Denn bei den heutigen Maschinen geht der erste Gang schon bis 100 km/h - und sechs Gänge hat das Bike.“

Neben der Geschwindigkeit sollte jeder Fahrer besonders Lenk-, Blick- und Bremstechnik beherrschen. Weil die Kreiselkraft das Rad beim Drehen stabilisert, lässt sich das Motorrad in Kurven beliebig drücken oder legen.

In der Praxis kann der Biker beim Kreisfahren üben, bei welcher Geschwindigkeit die Maschine in Kurven wie reagiert. Das hilft besonders, wenn eine Kurve plötzlich doch enger wird als vermutet.

Heißer Ofen: MOPOReporterin Doreen ist nach acht Stunden Training ganz schön geschafft.
Heißer Ofen: MOPOReporterin Doreen ist nach acht Stunden Training ganz schön geschafft.

Vorausschauend fahren ist bei der Blicktechnik ebenso wichtig, wie die Augen immer parallel zum Horizont zu halten. „Dort wo man hinguckt, fährt man auch hin. Der Kopf muss also beweglich sein“, rät Uwe Neubert. „Beim Kurvenfahren ist es demnach wichtig, den Kopf immer in Richtung Kurve zu drehen.“

Beim Bremsen sind blockierende Räder die größte Gefahr. Doch moderne ABS-Technik macht auch dies sicherer. „Genügend Abstand ist wichtig“, weiß der Experte. „Denn bereits bei 50 km/h fährt man allein in der Schrecksekunde schon 15 Meter. Erst dann beginnt der Bremsweg.“ Deshalb sind Gefahrenbremsungen mit und ohne Hindernis wichtiger Bestandteil der Trainingseinheiten.

Wer als geübter Fahrer seine Grenzen austesten möchte, sollte das lieber auf der Rennstrecke tun, rät der Experte: „Da hat man genug Platz ...“

Ab 215 Euro können sich Biker einen Tag lang mit erfahrenen Trainern auf dem Sachsenring austoben.

Info:

Vor allem beim Kreisfahren ist es wichtig, immer dort hinzuschauen, wo man hinfahren will. Uwe Neubert zeigt MOPO-Reporterin Doreen Grasselt (31) die richtige Fahrtechnik.
Vor allem beim Kreisfahren ist es wichtig, immer dort hinzuschauen, wo man hinfahren will. Uwe Neubert zeigt MOPO-Reporterin Doreen Grasselt (31) die richtige Fahrtechnik.

Das Motorrad-Basistraining auf dem Sachsenring soll die Fahrer im Umgang mit dem eigenen Zweirad sicherer machen. Schutzkleidung und Maschine muss der Biker selbst mitbringen.

Das Training dauert etwa acht Stunden und kostet 168 Euro (für ADAC-Mitglieder 134 Euro).

Es gibt einen Theoriekurs und verschiedene Praxiseinheiten, die Balance, Fahrtechniken und Ausweichen trainieren. Schnelles Reagieren und ein Bewusstsein für gefährliche Situationen sollen geübt werden.

Am Schluss bekommt der Fahrer eine Urkunde, mit er bei manchen Versicherungen sogar ein paar Prozente einspart. Alle weiteren Kurse bauen auf dem Basistraining auf. Infos gibt’s unter: www.sachsenring.de

Fotos: Andreas Kretschel


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