Traurig: Gerichtsvollzieher zerrt Siebenjährigen aus Unterricht

Symbolbild.
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Bratislava - "Lass mich los!", schrie der 7-Jährige weinend, der vor den Augen seiner Mitschüler in der Slowakei von einem Gerichtsvollzieher aus dem Unterricht gezerrt wurde.

Ein Video des groben Vorgehens, das der Gerichtsvollzieher vorschriftsgemäß selbst anfertigte, löste landesweite Empörung aus. Die Mutter des siebenjährigen Schülers und eine Beamtin des Sozialamtes hatten den Gerichtsvollzieher begleitet.

Nun soll sich das Parlament in Bratislava mit dem Vorfall befassen. Auch Staatspräsident Andrej Kiska schaltete sich in die Debatte ein: "Das ist absolut unzulässig", zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur TASR am Mittwochabend.

"Ich verstehe nicht, wie in einer zivilisierten Gesellschaft, in einem Land wie dem unseren, so ein traumatisierendes Erlebnis für ein Kind und seine Mitschüler überhaupt geschehen kann." Justizministerin Lucia Zitnanska kritisierte das Vorgehen der Behörden als "inakzeptabel".

Der bei der Großmutter aufgewachsene Siebenjährige war zuvor von einem Gericht gegen seinen Willen der leiblichen Mutter zugesprochen worden, die er aber kaum kannte.

Die stark verwackelte Videoaufnahme dokumentiert, wie der Gerichtsvollzieher in Begleitung der Mutter und der Beamtin die Klasse betritt, um das Kind abzuholen. Trotz der Bitte der Lehrerin um ein gefühlvolleres Vorgehen liest er nur die Gerichtsentscheidung vor, die er nun zu vollstrecken habe. Weiter hört man im Video, wie das Kind verzweifelt schreit: "Lass mich los!" Dann wird es unter lautem Weinen weggetragen und der Mutter übergeben.

Das Video seht Ihr hier.

Foto: imago


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