Macron und Merkel Dienstag in Aachen: Warum das Treffen so wichtig ist

Aachen / NRW - 56 Jahre nach Unterzeichnung des Élysée-Vertrages wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron in Aachen einen neuen Freundschaftspakt besiegeln.

Der französische Staatschef Emmanuel Macron wird am Dienstag Angela Merkel in Aachen treffen.
Der französische Staatschef Emmanuel Macron wird am Dienstag Angela Merkel in Aachen treffen.  © Thibault Camus/AP/dpa

Die Zeremonie findet am Dienstag im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt - also genau an der Stelle, wo Macron im Mai für seine europäischen Verdienste den Karlspreis erhielt und Merkel die Laudatio hielt.

Geplant sind als Redner bei der aktuellen Zeremonie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, EU-Ratschef Donald Tusk, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der rumänische Präsident Klaus Iohannis.

Rumänien hatte zu Jahresbeginn die EU-Ratspräsidentschaft übernommen.

Die ARD überträgt den Festakt aus dem Krönungssaal des Aachener Rathauses und eine anschließende Diskussion von Macron und Merkel mit ausgewählten französischen und deutschen Bürgern in der Aula Carolina.

Der neue Freundschaftsvertrag knüpft an den Élysée-Vertrag von 1963 an. Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Präsident Charles de Gaulle hatten damit am 22. Januar 1963 die Freundschaft der einst verfeindeten Länder besiegelt.

Demos von Gelbwesten in Aachen erwartet

Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle (r) und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnen am 22.1.1963 im Pariser Elysee-Palast den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag.
Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle (r) und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnen am 22.1.1963 im Pariser Elysee-Palast den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag.  © UPI/A0001_UPI/dpa

Der "Vertrag von Aachen" soll die historisch gewachsene Verbindung zwischen Frankreich und Deutschland unterstreichen, hatte der Sprecher der Bundesregierung Steffen Seibert mitgeteilt.

Er solle auch Sicherheit und Wohlstand der Bürger fördern und gemeinsamer Beitrag "für ein starkes und handlungsfähiges Europa" sein.

Zu den geladenen Gästen machte das Bundespresseamt keine Angaben. Aber schon allein mit Blick auf die Kanzlerin und den französischen Staatspräsidenten ist der Einsatz für die Polizei an einem ganz normalen Wochentag sicherheitstechnisch eine Herausforderung.

In der Sicherheitszone rund ums Rathaus müssen Geschäfte in mehreren Straßen bis 15 Uhr geschlossen bleiben.

Betroffen sind auch Museen in diesem Bereich. Es werde Zugangangskontrollen am abgesperrten Sicherheitsbereich geben, hatte die Polizei mitgeteilt.

Anwohner müssten sich ausweisen und würden von Beamten zur Haustür begleitet.

Die Polizei erwartet auch "Gelbwesten"-Demonstranten. Daneben seien bei dem Treffen vier Demonstrationen mit bis zu 200 Teilnehmern angemeldet, darunter auch Vertreter der pro-europäischen Bürgerbewegung Pulse of Europe.

Die "Gelbwesten" haben mit ihren Protesten in Frankreich eine politische Krise ausgelöst. Sie wenden sich gegen die Reformpolitik der Mitte-Regierung, einige fordern auch den Rücktritt Macrons.

Das Aachener Rathaus.
Das Aachener Rathaus.  © DPA

Titelfoto: Thibault Camus/AP/dpa


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