"Trials Rising" im Test: Der Motorrad-Irrsinn war nie besser!

Helsinki - Mit "Trials Rising" schicken Ubisoft und Entwickler Redlynx uns ein weiteres Mal auf die virtuelle Motocross-Piste, um sich einmal mehr bockschweren Hindernissen zu stellen und unzählige Unfälle zu erleiden, um die Strecke schließlich zu meistern. Klingt altbacken? Avanciert dank gezielter Neuerungen jedoch zum besten Teil der Serie.

Mit "Trials Rising" veröffentlichte Ubisoft Ende Februar den dritten Teil seiner beliebten Motocross-Reihe.
Mit "Trials Rising" veröffentlichte Ubisoft Ende Februar den dritten Teil seiner beliebten Motocross-Reihe.  © Ubisoft

Den Einstieg ins Spiel liefert Redlynx dabei ohne große Umschweife. Noch bevor man erstmals ins Menü gelangt, startet bereits das Grundlagen-Tutorial. So geben wir Gas, da ist die Bremse, das passiert, wenn wir unser Gewicht verlagern, das ist "Trials Rising".

Das Spiel macht von Anfang an klar, worum es sich dreht. Warum auch Zeit mit großen Einstellungen, Charakter-Anpassungen oder Story-Gehabe vergeuden, wenn es ohnehin nur um vier Dinge geht: Fahren, Crashen, Neustart, Strecke meistern. Seine grundlegende Formel beherrscht "Trials Rising" dabei ebenso perfekt wie seine Vorgänger. Die Kombination aus Geschicklichkeits- und Rennspiel funktioniert auch weiterhin und liefert dank der direkten Steuerung und der großartigen Physik-Engine immer wieder wahnwitzige Unfälle und atemberaubende Stunts.

Eines der größten Highlights sind dabei wie bereits in "Trials Fusion" die einzelnen Levels, die sogar noch abwechslungsreicher und lebendiger gestaltet worden als bisher. Beginnend in Nordamerika reist Ihr mit Eurem Bike über Europa nach Asien und macht dabei bekannte Orte und Gegenden wie Hollywood, Sibirien oder Bali unsicher. Die Hintergrund-Umgebung liefert dabei immer wieder überraschende Hingucker. So findet Ihr Euch im Hollywood-Level plötzlich in einem CGI-Filmset wieder, in dem euch riesige Alien-Spinnen ans Leder wollen und müsst nach einem Sprung auf einem explodierenden Polizeiauto landen.

Natürlich dürfen dabei die serientypischen Popkultur-Referenzen nicht fehlen, die bei uns auch in Teil drei noch für Schmunzeln gesorgt haben. Besonders gefallen hat uns gleich das erste Level "Braking Bad", in dem Ihr Euch ein Rennen gegen einen Güterzug in der Wüste New Mexicos liefert. Wer die namens-gebende Serie um Chemielehrer und Meth-König Walter White gesehen hat, weiß sofort, an welchen Schock-Moment diese Szene erinnert. Ein Geniestreich par excellence, der den Entwicklern da gelungen ist.

Review zu "Trials Rising" von Ubisoft: Mit "Billy Talent" über die Strecke

Erstmals könnt Ihr Euch dabei sogar zu zweit im Koop-Tandem-Modus auf die Strecken wagen.
Erstmals könnt Ihr Euch dabei sogar zu zweit im Koop-Tandem-Modus auf die Strecken wagen.  © Ubisoft

Davon abgesehen scheint Redlynx vor allem mit der Prämisse "Größer, Besser, Weiter" an "Trials Rising" herangegangen zu sein. Neben den lebendigeren Strecken habt Ihr nun noch mehr Möglichkeiten, Euren Fahrer und sein Bike zu gestalten. Zusätzlich zum Multiplayer gibt es auch einen Koop-Tandem-Modus, der für noch mehr Trials-Irrsinn sorgt. Im Soundtrack finden sich nun Songs bekannter Bands wie "Motörhead", "Billy Talent", "Anthrax", "Airbourne" oder "Arch Enemy" und sogar beim Schwierigkeitsgrad wurde nochmal eine Schippe drauf gelegt. Wer glaubt, in einem "Trials"-Spiel keine Herausforderungen mehr zu entdecken, wird schnell eines besseren belehrt.

Auch die Story fällt nun ebenfalls um einiges größer aus, was bei uns für gemischte Gefühle sorgte. Während die Geschichte von "Trials Fusion" um die beiden künstlichen Intelligenzen SynDI und George in einer dystopischen Zukunft noch angenehm subtil im Hintergrund ablief und dabei Platz für Interpretationen lief, finden wir uns nun im üblichen Rennspiel-Szenario wieder, in dem wir an Wettkämpfen teilnehmen, Titel und Sponsoren für uns gewinnen und unser Können an der "Trials University" verbessern.

Das wirkt auf den ersten Blick um einiges weniger kreativ, sorgt jedoch gleichzeitig für ein in sich geschlosseneres Gesamtbild. Immerhin macht es dank Sponsoring und Titelsiegen nun auch Sinn, weshalb Ihr nach jedem Rennen neue Kleidung und Motorrad-Teile erhaltet. Außerdem muss gesagt werden, dass die "Trials University" dank ihrer kniffligen Tutorials unheimlich viel Spaß macht und die Story gerade in Zusammenhang mit dem bereits erwähnten Soundtrack bei uns wohlige Erinnerungen an alte "Tony Hawk's Pro Skater"-Zeiten ausgelöst hat.

Der punkigen Attitüde eines "Trials" tut die neue Geschichte jedenfalls keinen Abbruch, sondern setzt lediglich andere Schwerpunkte. Ob man das gut oder schlecht findet, kann jeder für sich selbst entscheiden.

Kritik an "Trials Rising"? Kaum vorhanden

Verglichen mit seinen Vorgängern wurden die Level sogar noch vielfältiger und abwechslungsreicher gestaltet. Ohnehin scheint Entwickler-Studio Redlynx mit der Prämisse "Größer, Besser, Weiter" an "Trials Rising" herangegangen zu sein.
Verglichen mit seinen Vorgängern wurden die Level sogar noch vielfältiger und abwechslungsreicher gestaltet. Ohnehin scheint Entwickler-Studio Redlynx mit der Prämisse "Größer, Besser, Weiter" an "Trials Rising" herangegangen zu sein.  © Ubisoft

Einzig die neu eingeführten Loot-Boxen haben bei unserem Test zunächst für Verwirrung gesorgt. Natürlich freut sich, wer neue Sachen bekommt. Was wir allerdings nicht verstanden haben, ist, warum das Spiel jedes Mal die Singleplayer-Kamagne verlässt und ins Charakter-Menü wechselt, nur weil wir mal eine der Boxen öffnen wollen. Gerade zu Beginn von "Trials Rising", als wir am liebsten ein Rennen nach dem anderen fahren wollten und dabei überhaupt keine Zeit für Unterbrechungen hatten, hat das für einige Frust-Momente gesorgt.

Glücklicherweise ist das Loot-Box-Öffnen stets optional und man kann sich natürlich auch dagegen entscheiden. Wer lieber Rennen fährt, dessen Fahrer sieht eben auch nach dem Ende von "Trials Rising" noch so aus, wie auf der ersten Strecke. Ein wirklicher Kritikpunkt sind die Loot-Boxen für uns jedenfalls nicht.

Fazit:

Mit "Trials Rising" entwickelt Ubisoft-Studio Redlynx die beliebte Motocross-Serie gekonnt weiter und liefert den vielleicht besten Teil der Reihe. Wirkliche Kritikpunkte gibt es nicht. Stattdessen sorgen gerade die noch abwechslungsreicheren und lebendigeren Level und der großartige Soundtrack für noch mehr Spielspaß, als man ihn ohnehin schon in einem "Trials"-Spiel hatte. Das besondere Sahnehäubchen bietet der Tandem-Modus, in dem Ihr Euch nun zusammen mit Euren Freunden aufs Bike wagen und noch mehr irrwitzige Momente erleben könnt. Ein absoluter Muss für Fans der Serie und eine unbedingte Empfehlung für alle, die "Trials" einmal ausprobieren wollen.

Facts:

  • Spiel: "Trials Rising"
  • Publisher: Ubisoft
  • Genre: Arcade/Rennspiel
  • Erschienen am: 26. Februar 2019
  • Plattformen: PC, PS4, XBoxOne
  • Preis: Etwa 50 bis 60 Euro
Natürlich kommen popkulturelle Referenzen auch in Teil drei nicht zu kurz. In der Mission "Braking Bad" liefert Ihr Euch beispielsweise ein Wettrennen mit einem Güterzug durch die Wüste New Mexicos. Auch im Bild zu sehen: Euren Charakter könnt Ihr dank za
Natürlich kommen popkulturelle Referenzen auch in Teil drei nicht zu kurz. In der Mission "Braking Bad" liefert Ihr Euch beispielsweise ein Wettrennen mit einem Güterzug durch die Wüste New Mexicos. Auch im Bild zu sehen: Euren Charakter könnt Ihr dank za  © Ubisoft
In "Trials Rising" könnt Ihr allein, zu zweit oder im Multiplayer mit bis zu acht Spielern Eure Geschicklichkeit unter Beweis stellen.
In "Trials Rising" könnt Ihr allein, zu zweit oder im Multiplayer mit bis zu acht Spielern Eure Geschicklichkeit unter Beweis stellen.

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