Triclosan! Dieses Gift steckt leider überall

Fast jeder Mensch kommt mehrmals täglich in näheren Kontakt mit dem "Gift" Triclosan.
Fast jeder Mensch kommt mehrmals täglich in näheren Kontakt mit dem "Gift" Triclosan.  © DPA

Düsseldorf - Triclosan war noch vor kurzem Bestandteil vieler Kosmetika. Allerdings steht der Konservierungsstoff in der Kritik: Er könne Kontaktallergien auslösen, Antibiotika-Resistenzen fördern und wirkte in Tierversuchen hormonähnlich.

Kläranlagen schafften es nicht, den Stoff vollständig abzubauen - Reste gelangen so in die Gewässer. In einigen Kosmetikprodukten, die großflächig auf die Haut kommen und auch auf ihr verbleiben - wie Körperlotionen - ist der Stoff inzwischen verboten. Bis 30. Juli 2015 durften entsprechende Produkte abverkauft werden.

Aber: Beispielsweise in Deorollern, Zahnpasta, Gesichtspuder oder Duschgel ist Triclosan auch nach diesem Datum weiterhin zugelassen.

Verbraucher, die ganz auf Triclosan verzichten möchten, sollten deshalb vor dem Kauf von Kosmetikprodukten die Inhaltsliste genau studieren. Triclosan muss darin aufgeführt werden.

Am Preis lässt sich nicht ausmachen, ob der Stoff verwendet wird: Auch höherpreisige Kosmetika enthalten mitunter Triclosan.

Wer ganz sicher sein möchte, greift zu zertifizierter Naturkosmetik: Darin ist der Einsatz von Triclosan generell verboten, erklärt die Verbraucherzentrale.

Das Zentrum der Gesundheit (ZdG) weist auf seiner Homepage allerdings darauf hin, dass Triclosan noch überall sei.

Demnach sei Triclosan ein hochpotentes Desinfektionsmittel, das als Bakterienkiller und Konservierungsstoff in antibakteriellen Flüssigseifen, Mundwässern, Geschirrspülmitteln, Rasiergels, Zahnpasta, Duschgels, Kosmetika und vielen anderen ganz alltäglichen Konsumgütern als Bakterienkiller eingesetzt wurde.

"Ursprünglich wurde Triclosan als Bestandteil für medizinische Seifen entwickelt, um Chirurgenhände vor dem Griff zum Skalpell möglichst keimfrei zu machen."

Mittlerweile aber findet sich Triclosan auch in manchen Pflanzenschutzmitteln, in Spielzeug, Schuhen und sogar in spezieller sog. Anti-Mief-Kleidung, wo die Chemikalie der Entstehung von Schweißgeruch bildenden Bakterien vorbeugen soll, berichtet ZdG weiter.

Polstermöbel, Bodenbeläge, Matratzen, Zahnbürsten, Staubsauger, Kühlschränke, Leder, Auto-Ausstattungen, Campingartikel und Motorradhelme sollen nicht frei davon sein. Auf diese Weise kommt fast jeder Mensch mehrmals täglich in näheren Kontakt mit Triclosan.

Die amerikanische Seuchenschutzbehörde meldete jüngst, dass Triclosan im Urin von nahezu 75 Prozent der Bevölkerung nachgewiesen werden könne. Auch die Financial Times berichtet derzeit über Triclosan in Kosmetika!

Titelfoto: DPA


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