Flüchtlinge wollen in die EU und weigern sich, in Libyen an Land zu gehen

Tripolis - Nach mehr als einer Woche haben 14 im Mittelmeer gerettete Migranten ihren Widerstand gebrochen und sind in Libyen zurück an Land gegangen.

Migranten sitzen an Bord des Containerschiffes Nivin. Sie weigern sich, das Schiff zu verlassen.
Migranten sitzen an Bord des Containerschiffes Nivin. Sie weigern sich, das Schiff zu verlassen.  © Uncredited/Passenger on Nivin/AP/dpa

80 weitere weigerten sich allerdings noch immer, ein Containerschiff vor der westlibyschen Küste zu verlassen.

Die 14 von Bord Gegangenen, darunter eine Frau und ein Kind, hatten nach Angaben der Küstenwache nach Verhandlungen am Mittwochabend eingewilligt, an Land zu gehen. Sie wurden demnach in ein Sammelzentrum für Migranten in der westlibyschen Stadt Misrata gebracht.

Die insgesamt 94 Migranten waren auf dem Weg nach Italien und schon vor einer Woche aus dem Mittelmeer gerettet und anschließend mit einem Containerschiff nach Misrata gebracht worden. Dort hatten sie sich geweigert, an Land zu gehen.

Die libysche Küstenwache berichtete, dass einige, die bereit waren, von Bord zu gehen, von anderen Migranten zunächst davon abgehalten wurden.

Matteo Salvini, Innenminister von Italien, fährt einen scharfen Kurs, wenn es um Migranten geht.
Matteo Salvini, Innenminister von Italien, fährt einen scharfen Kurs, wenn es um Migranten geht.  © Alessandra Tarantino/AP/dpa

Ärzte ohne Grenzen (MSF) leistete eigenen Angaben zufolge auf dem Schiff ärztliche Hilfe für 60 Menschen. Ein Patient sagte MSF zufolge: "Ich würde eher auf diesem Frachtschiff sterben", nachdem ihm der Transport in eine medizinische Einrichtung in Libyen vorgeschlagen wurde.

Andere in der Gruppe, darunter auch Kinder, hätten von einer mindestens einjährigen Gefangenschaft und Folter durch libysche Schlepper berichtet.

Auf ihrem Weg in Richtung Europa kamen in den vergangen Monaten immer weniger Migranten in Booten in Italien an.

Die Regierung in Rom ist für ihren Anti-Migrationskurs bekannt und unterstützt die libysche Küstenwache dabei, möglichst viele Migranten auf hoher See wieder zurück an Land zu bringen.

Titelfoto: Uncredited/Passenger on Nivin/AP/dpa

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