Trotz Protesten: Asylheim kommt nach Einsiedel

Bei einer Bürgerversammlung kritisierten die Anwohner die Asylheim-Pläne.
Bei einer Bürgerversammlung kritisierten die Anwohner die Asylheim-Pläne.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Bürger-Initiative, Demo-Anmeldungen, Einwohnerversammlungen - der Stadtteil Einsiedel (2 000 Einwohner) kämpft gegen die mögliche Nutzung des ehemaligen Pionierlagers „Palmiro Togliatti“ als Erstaufnahme-Einrichtung.

Bisher umsonst - am Mittwoch wird nach MOPO24-Informationen der Mietvertrag unterschrieben.

MOPO24 hatte die Pläne der Landesdirektion Sachsen enthüllt, das ehemals zweitgrößte Pionierlager der DDR als Asylheim für bis zu 2 000 Menschen zu nutzen.

Für Ortsvorsteher Falk Ulbrich (48, CDU) unvorstellbar: „Wir als kleiner Ort sind damit überfordert. Das wird eine logistische Katastrophe.“

So dient als einzige Zufahrt eine schmale Straße mit zwölf Prozent Steigung, der Wasserdruck liegt bis hoch ins Heim weit unter dem üblichen Standard.

Ulbrich: „Wir würden eine kleine Lösung als Familienunterkunft oder Fortbildungs-Zentrum unterstützen.“ 350 Anwohner versammelten sich am Samstag. Im Anschluss wurde die „Bürgerinitiative Einsiedel“ gegründet. Eine weitere Bewegung will in Einsiedel demonstrieren.

Ortsvorsteher Ulbrich ist verzweifelt: „Kommunikation auf Augenhöhe ist mit dem Freistaat nicht möglich.“

Die Nutzung des Lagers als Erstaufnahme-Einrichtung scheint unumgänglich. Ulbrich: „Der Vertrag zwischen Vermieter und Freistaat soll am Mittwoch unterschrieben werden.“

In das ehemalige Pionierlager sollen Flüchtlinge einziehen.
In das ehemalige Pionierlager sollen Flüchtlinge einziehen.

Fotos: Sven Gleisberg, privat


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