Zwei Elbe-Wellen rollen auf Dresden zu

Die Flussdirektion „Povodi labe“ entschied, die Schleusen der Staubecken in der Nacht zum Mittwoch zu öffnen.
Die Flussdirektion „Povodi labe“ entschied, die Schleusen der Staubecken in der Nacht zum Mittwoch zu öffnen.

Von Anneke Müller


Dresden - Am Dienstag tagte der Krisenstab der Weißen Flotte - am Mittwoch stechen die Dampfer nach eineinhalb Tagen Zwangspause wohl wieder in See. Denn die überraschende Rettung kommt nun doch aus Tschechien.

Unsere Nachbarn schicken nicht nur eine, sondern gleich zwei große Wellen, die den katastrophal niedrigen Elbepegel wieder etwas steigen lassen.

„Wir fahren wieder“, bestätigte Robert Rausch (36), Sprecher der „Sächsischen Dampfschiffahrt“ gestern nach der Krisensitzung. Der Pegel hielt sich zu dieser Zeit in Dresden zwar nur mühevoll bei 69 Zentimetern, aber schon dem Stillstand verdanken wir einen ersten kleinen Schwaps aus Usti nad Labem, den die Tschechen vorsorglich losgeschickt hatten.

Die Elbe bietet aktuell ein trauriges Bild im Uferbereich.
Die Elbe bietet aktuell ein trauriges Bild im Uferbereich.

Die eigentlichen Wellen kommen noch. Am Dienstag entschied die Flussdirektion „Povodi labe“, die Schleusen der Staubecken in der Nacht zu öffnen. Von Mitternacht bis Mittwoch 6 Uhr rollte die erste große Welle in Richtung Sachsen.

Mittlerweile sind die Schleusen für eine zweite Welle geöffnet, bis 17 Uhr. „Die Reserven in den Staubecken sind nicht groß, aber wir tun, was möglich ist“, so eine Sprecherin der Flussdirektion in Usti nad Labem.

Etwa einen Tag braucht das Wasser von Usti nach Dresden. Mit etwas Glück kann die Weiße Flotte damit auch noch am Wochenende fahren. „Das wäre schön, doch wir beobachten die Lage weiter kritisch“, so Rausch.

Von hier kommt das Wasser: die Elbe im nahen Tschechien.
Von hier kommt das Wasser: die Elbe im nahen Tschechien.

Fotos: Povodi


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