Tschechien fährt runter! Regierung verhängt zweiten Lockdown

Tschechien - Die Corona-Neuinfektionen steigen in Tschechien sprunghaft an. Nun zieht die Regierung die Notbremse, verhängt einen landesweiten Lockdown!

Ab Donnerstag geht Tschechien in einen landesweiten Lockdown.
Ab Donnerstag geht Tschechien in einen landesweiten Lockdown.  © Bernd März

Alle Geschäfte werden geschlossen. Ausnahmen sind Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien. Zudem appellierte die Regierung an die Bevölkerung, ihre Wohnungen nur noch aus einem triftigen Grund zu verlassen. Soziale Kontakte sollen auf ein Minimum reduziert werden. Spaziergänge im Freien seien aber weiterhin erlaubt, heißt es.

Die Maßnahmen sollen ab Donnerstag 6 Uhr gelten!

Zudem führte Tschechien bereits am Mittwoch eine Maskenpflicht in allen Städten in Gemeinden ein. Selbst im Auto muss eine Maske getragen werden, allerdings nur, wenn die Mitfahrer keine Familienmitglieder sind.

Die drastischen Maßnahmen begründete die tschechische Regierung mit dem dramatischen Anstieg an Neuinfektionen. Das tschechische Gesundheitsministerium meldete am Dienstag 11.984 Corona-Fälle und damit einen neuen Rekordwert. Tschechien ist mit fast 70 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern das am stärksten betroffene Land in Europa. 

Mittlerweile sei in den Krankenhäusern eine Auslastung von 80 Prozent erreicht. Das Gesundheitssystem sei an den Grenzen seiner Kapazität, sagte Gesundheitsminister Roman Prymula (56).

Wie lange der Lockdown aufrechterhalten werden soll, dazu äußerte sich die tschechische Regierung bislang nicht.

Auswirkungen wird der neue Lockdown auch auf den Grenzverkehr haben. Bereits in der vergangenen Woche waren einige Grenzorte fast menschenleer (TAG24 berichtete).

Bekleidungsgeschäfte, wie hier im deutsch-tschechischen Grenzort Vejprty (deutsch Weipert) bei Bärenstein, müssen ab Donnerstag schließen.
Bekleidungsgeschäfte, wie hier im deutsch-tschechischen Grenzort Vejprty (deutsch Weipert) bei Bärenstein, müssen ab Donnerstag schließen.  © Bernd März

Angesichts der dynamischen Entwicklung der Neuinfektionen in Tschechien, forderte Susanne Schaper (42) aus Chemnitz bereits Grenzschließungen (TAG24 berichtete). Die sächsische Regierung sah bisher keinen Handlungsbedarf, appelliert vielmehr an die "Eigenverantwortung" der Sachsen.

Titelfoto: Bernd März

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