Nagelsmann bittet zum letzten Tanz: Hoffenheim kämpft in Mainz um Europa League

Sinsheim - Der letzte Spieltag in der Fußball-Bundesliga Saison 2018/19 steht an. Die TSG 1899 Hoffenheim muss am Samstag (15.30 Uhr/Sky) in Mainz gegen den 1. FSV ran. Für die Kraichgauer ist es die letzte Chance, sich für die Europa League in der kommenden Spielzeit zu qualifizieren.

Hand in Hand mit seinem zukünftigen Chef Ralf Rangnick bei RB Leipzig: Julian Nagelsmann.
Hand in Hand mit seinem zukünftigen Chef Ralf Rangnick bei RB Leipzig: Julian Nagelsmann.  © DPA

Es ist auch das letzte Spiel für Julian Nagelsmann als Hoffenheims Cheftrainer. Er wechselt zur kommenden Saison zu Ligakonkurrent RB Leipzig. Der 31-Jährige bittet in der Opel Arena zum letzten Tanz.

"Mainz ist seit jeher ein Verein, der von seinen Fans im Stadion getragen wird. Auch wenn es für sie um praktisch nichts mehr geht, wird die Mannschaft ihren Fans was bieten wollen.", warnte Nagelsmann am Donnerstag bei der Spieltags-Pressekonferenz.

Für die TSG geht es um weitaus mehr. Hoffenheim liegt mit 51 Punkten auf dem achten Tabellenplatz, hinter Eintracht Frankfurt (Platz 6, 54 Punkte) und dem VfL Wolfsburg (Platz 7, 52 Punkte).

Mit einem Sieg könnte man im Idealfall also zum Saisonabschluss noch Platz 6 erobern, der die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League bedeuten würde.

Wird die TSG Siebter, wären sie immerhin in der Quali-Runde für die Europa League dabei. Doch dafür ist man neben einem eigenen Auswärtssieg in Mainz auf Schützenhilfe angewiesen.

Weißwurst von Nagelsmann für die Bayern?

Im Duell: Schalkes Stürmer Guido Burgstaller und Hoffenheim-Verteidiger Ermin Bicakcic.
Im Duell: Schalkes Stürmer Guido Burgstaller und Hoffenheim-Verteidiger Ermin Bicakcic.  © DPA

Julian Nagelsmann räumte aber ein: "Wenn die Schützenhilfe nicht funktioniert, liegt es nicht an denen, die die Schützenhilfe nicht geleistet haben, sondern schon an uns."

Die TSG verlor zwei der vergangenen drei Spiele und holte ein Unentschieden.

"Von dem her müssen wir uns glücklich schätzen, dass wir noch eine Chance haben und auch glücklich schätzen, sollte die Schützenhilfe so laufen, wie man sich das vorstellt und wir unsere Hausaufgaben erledigen.", so Nagelsmann weiter.

Wie sieht die Schützenhilfe konkret aus? Schwierig wird es in Bezug auf den VfL Wolfsburg, der zuhause gegen den FC Augsburg antritt und als Favorit gilt.

Die realistischere Chance betrifft Eintracht Frankfurt, die auswärts beim FC Bayern München antreten müssen. München kämpft am letzten Spieltag im Fernduell gegen Borussia Dortmund um die deutsche Meisterschaft und wird alles in die Waagschale werfen.

Sollte es dank den Bayern am Ende für Hoffenheim reichen, "dann werden wir artig "danke" sagen", sagte Nagelsmann. "Ob es jetzt für einen Trog Weißwürschdl reicht, weiß ich nicht genau, aber ich glaube, die Bayern wollen sowieso in eigenem Interesse gewinnen - auch ohne Weißwurst von mir", setzte Hoffenheims Trainer nach und sorgte für einige Lacher.

Nach Abpfiff Zeit für Nagelsmanns Emotionen

Steht vor seinem letzten Tanz mit seiner Liebe Hoffenheim: Coach Julian Nagelsmann.
Steht vor seinem letzten Tanz mit seiner Liebe Hoffenheim: Coach Julian Nagelsmann.  © DPA

Obwohl der 31-Jährige vor der Saison das große Ziel Champions League ausgegeben hatte, wäre eine Teilnahme an der Europa League dennoch ein versöhnlicher Saisonabschluss und schönes Abschiedsgeschenk.

"Wir sind immer noch die TSG Hoffenheim, die Europa League hat eine Wertigkeit für den Club und es wäre erst das zweite Mal in unserer Vereinsgeschichte", stellte der Bald-Leipziger klar.

Doch die Aufgabe in Mainz wird alles andere als einfach.

Nagelsmann analysierte den kommenden Gegner gewohnt genau und stellte fest: "Sie sind unheimlich schnell, haben den höchsten Durchschnitts-Speed der Liga und sind unglaublich heimstark." Die Mainzer verloren lediglich vier Spiele in der Opel Arena und schossen fast 70% ihrer Tore dort.

90 Minuten plus Nachspielzeit bleiben Julian Nagelsmann noch als Hoffenheim-Coach, um den Verein, für den er seit 2008 aktiv ist, zum dritten Mal in Folge in einen europäischen Wettbewerb zu führen. Nach dem Abpfiff sei dann Zeit für Emotionen.

"Wenns positiv läuft, werden sicherlich noch mehr Emotionen da sein und der Abschied wird versüßt, wenn wir die Europa League erreichen. Er wäre jetzt aber auch nicht bitterböse, wenn wir sie nicht erreichen, weil ich glaube trotzdem, dass das eine unglaubliche Zeit war, die wir zusammen erlebt haben.", so Nagelsmann.

Am Sonntag werde er dann sein Büro räumen und das letzte Mal durch die Schranke fahren. "Da wird's schon traurig werden. Ich hab auch schon viele Mitarbeiter in den Arm genommen, die auch ein Tränchen vergossen haben, das wird bei mir ähnlich sein."

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