TSG verzockt erneut Führung: Statt deutscher Meister nur die bittere Realität

Sinsheim - Fußball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim ist wieder einmal in alte Muster zurückgefallen. Trotz drückender Überlegenheit und Chancen en masse, verspielten die Kraichgauer zweimal eine Führung bei Borussia Mönchengladbach. Und diesmal könnte der Schaden nicht zu reparieren sein.

Hoffenheims Stürmer Ádám Szalai hebt nach einer der vielen vergebenen Torchancen gegen Borussia Mönchengladbach fassungslos die Hände.
Hoffenheims Stürmer Ádám Szalai hebt nach einer der vielen vergebenen Torchancen gegen Borussia Mönchengladbach fassungslos die Hände.  © DPA

"Wenn wir die Qualität hätten, all diese Spiele über die Zeit zu bringen, dann könnten Bayern und Dortmund machen, was sie wollen", sagte Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann nach dem 2:2-Unentschieden im Borussia-Park am Samstag (TAG24 berichtete).

"Dann würden wir Meister werden. Leider haben wir diese Qualität nicht. Deshalb stehen sie da oben. Und wir stehen da, wo wir stehen.", so der 31-Jährige weiter.

So unglaublich das für manch einen klingen mag - es stimmt. Mit dem Gladbach-Spiel haben die Hoffenheimer in 32 Partien zwölf Mal eine Führung hergegeben und damit insgesamt 26 mögliche Punkte verschenkt!

Natürlich ist das eine Idealrechnung, doch gibt sie einen Rahmen vor, was potenziell möglich gewesen wäre. Rechnet man den Punktverlust aufs momentane Konto drauf, hätte Hoffenheim 77 Punkte und wäre drei Zähler vor dem FC Bayern Tabellenführer!

Champions League für Hoffenheim wohl endgültig futsch

Bedröppelte Mienen bei der TSG: Stürmer Ishak Belfodil (links im Bild) und Trainer Julian Nagelsmann. (Fotomontage)
Bedröppelte Mienen bei der TSG: Stürmer Ishak Belfodil (links im Bild) und Trainer Julian Nagelsmann. (Fotomontage)  © DPA

Doch die Realität lautet: 51 Punkte, Tabellenplatz sieben in der Bundesliga, graues Mittelfeld.

Sollte Bayer 04 Leverkusen am Sonntag mindestens Unentschieden gegen Eintracht Frankfurt spielen, rutscht die TSG zwei Spiele vor Schluss auf den achten Platz ab und der würde nach aktuellem Stand nicht für die Teilnahme an der Europa League berechtigen.

Dass sich Nagelsmann in zwei Wochen zum zweiten Mal in Folge für die Champions League qualifiziert, bevor er sich in Richtung Leipzig verabschiedet, ist nun fast ausgeschlossen.

Obwohl Hoffenheim sich in dieser Saison fast an jedem Spieltag unter den ersten zehn Plätzen befand, gleicht der Saisonverlauf einem einzigen Auf und Ab.

In der Rückrunde wurde, fast schon traditionell, eine Aufholjagd eingeleitet, die sie wieder in absolute Schlagdistanz zu den vorderen Rängen brachte.

Hoffenheim bangt um Europa League-Qualifikation

Gladbachs Josip Drmić jubelt über seinen Treffer zum 2:2.
Gladbachs Josip Drmić jubelt über seinen Treffer zum 2:2.  © DPA

Doch die Art und Weise, wie die TSG es immer wieder schafft, aus den vielen Möglichkeiten am Ende dann doch so wenig Kapital zu schlagen, ist für die Anhänger schmerzlich und lässt Fußballfans nur mit dem Kopf schütteln.

Eine Analyse, worin diese "besondere Fähigkeit" der Kraichgauer liegt, bietet im Gesamtbild Stoff für eine größere wissenschaftliche Arbeit.

Pickt man sich nur das jüngste Spiel gegen Gladbach heraus, sind sich alle Beteiligten jedoch einig. "Es ist doch klar, dass der Gegner irgendwann mehr an sich glaubt", sagte Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann und bezog sich dabei auf die unzähligen vergebenen Möglichkeiten, schon vor der Halbzeit auf 2:0, 3:0, ja sogar 4:0 zu stellen.

Und sein Gegenüber, Gladbachs Trainer Dieter Hecking, pflichtete ihm bei: "Psyche von Mannschaften ist manchmal sehr, sehr leicht zu erklären."

Er erläuterte: "Hoffenheim hätte den Sack zumachen müssen. Aber mit jeder nicht genutzten Chance wurde klarer, dass wir noch unsere Möglichkeiten kriegen." Die Fohlen bekamen sie, nutzten eine davon in Person von Josip Drmić gnadenlos aus und holten sich noch das Unentschieden.

Ob die TSG 1899 Hoffenheim hingegen noch einmal Möglichkeiten bekommt, sich einen Europapokal-Platz zu sichern, hängt jetzt letztlich voll und ganz von der Konkurrenz ab.

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