Horror-Abschied für Nagelsmann: TSG verspielt in Mainz nach Führung die Europa League!

Mainz - Auf den letzten Drücker hat die TSG alles verspielt! Am 34. Spieltag der 1. Fußball-Bundesliga verliert Hoffenheim mit 2:4 (2:0) beim 1. FSV Mainz 05 und hat damit die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb verpasst.

Ishak Belfodil (Mitte des Bildes) bejubelt mit Trainer Julian Nagelsmann und seinen Mannschaftskollegen die 1:0-Führung.
Ishak Belfodil (Mitte des Bildes) bejubelt mit Trainer Julian Nagelsmann und seinen Mannschaftskollegen die 1:0-Führung.  © DPA

Ishak Belfodil sorgte für die frühe Hoffenheimer Führung (12.), Andrej Kramarić erhöhte per direktem Freistoß auf 2:0 (34.). In der zweiten Halbzeit traf der Mainzer Brosinski vom Punkt zum 2:1 (65.). Boetius glich später für den 1. FSV aus (83.), ehe er Mainz sogar in Führung brachte (90.). In der Nachspielzeit besorgte Jean-Philippe Mateta den 4:2-Endstand (90. +3).

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann veränderte in seinem letzten Spiel als TSG-Coach seine Startformation auf drei Positionen. Nico Schulz, der ebenfalls seine letzte Begegnung für Hoffenheim absolvierte, konnte wieder mitmischen.

Außerdem kam der 19-jährige Christoph Baumgartner zu seinem zweiten Bundesligaspiel, er ersetzte den verletzten Nadiem Amiri. Und im Sturm durfte der Brasilianer Joelinton für Ádám Szalai beginnen.

Die Stimmung in der Opel Arena war schon vor dem Anpfiff emotional am Kochen, da der langjährige Mainzer Stadionsprecher Klaus Hafner nach 30 Jahren aufhört und deshalb verabschiedet wurde.

Als der Anpfiff erfolgte, ging auch das Spiel mit viel Leidenschaft und Einsatz auf beiden Seiten los. Hoffenheim hatte mehr Ballbesitz und drückte gewohnt hoch aufs Tempo, Mainz lauerte im eigenen Stadion auf Kontergelegenheiten.

Hoffenheim knipst doppelt vor der Pause

Der 19-jährige Christoph Baumgartner (links im Bild) sieht in der 41. Minute von Schiedsrichter Deniz Aytekin die Gelb-Rote Karte.
Der 19-jährige Christoph Baumgartner (links im Bild) sieht in der 41. Minute von Schiedsrichter Deniz Aytekin die Gelb-Rote Karte.  © DPA

In der 9. Minute dann die erste Großchance für Hoffenheim. Nico Schulz brachte von links den Ball zu Ishak Belfodil, der aus drei Metern abzog, jedoch am Mainzer Keeper Robin Zentner scheiterte.

Doch dann! In der 12. Spielminute kam Belfodil erneut an den Ball, dribbelte am linken Strafraumrand seinen Gegenspieler aus und schlenzte die Kugel wunderschön ins rechte Eck zur frühen 1:0-Führung für die Kraichgauer.

Doch die Mainzer berappelten sich schnell. Angetrieben von der Unterstützung der Fans kam Jean-Philippe Mateta in der 19. Minute aus kürzester Distanz zum Abschluss, TSG-Keeper Oliver Baumann hielt jedoch stark.

Die Gäste bemühten sich im Anschluss wieder um mehr Spielkontrolle und starteten vereinzelt Vorstöße. Doch der 1. FSV blieb bissig. Anthony Ujah schloss aus zentraler Position flach ab, Oliver Baumann hatte das Leder jedoch im Nachfassen.

Kleiner Dämpfer für die TSG dann aber in der 32. Minute: Torschütze Ishak Belfodil musste verletzt vom Platz, Ádám Szalai ersetzte ihn. Eine Minute nach der Auswechslung startete dann der junge, beherzte Christoph Baumgartner einen Vorstoß durch die Mitte und konnte nur durch Foul gestoppt werden.

Die Freistoßposition war hervorragend: zentral und 20 Meter vom Tor entfernt. Andrej Kramarić machte sich bereit, lief an und traf den Ball perfekt. Der Kroate hob ihn wenige Millimeter über die Mauer und ließ Mainz-Keeper Zentner keine Chance. 2:0 für Hoffenheim!

TSG nach Gelb-Roter Karte nur noch zu zehnt

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann war bei seinem letzten Spiel als TSG-Coach am Spielfeldrand wie immer mit Feuer und Flamme dabei.
Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann war bei seinem letzten Spiel als TSG-Coach am Spielfeldrand wie immer mit Feuer und Flamme dabei.  © DPA

Trotz der immer wieder gefährlichen Mainzer Angriffe lief es also für die Kraichgauer. Doch sie machten sich wie so oft in dieser Saison das Leben wieder selbst schwer.

In der 41. Minute ließ der bis dahin mutig und stark aufspielende Baumgartner gegen Zentner das Bein stehen, obwohl er bereits mit Gelb vorgewarnt war. Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied, ihn mit Gelb-Rot vom Platz zu schicken. Die Gäste mussten also über eine Halbzeit lang zu zehnt die 2:0-Führung verteidigen.

Die zweiten 45 Minuten starteten mit der gleichen Schlagzahl wie die erste Hälfte. In der 50. Minute scheiterte Hoffenheims Brenet mit einem Kopfball an Zentner. Der Nachschuss von Kramarić wurde geblockt.

Doch die Mainzer hatten natürlich einen Mann mehr auf dem Platz und insgesamt mehr vom Spiel. In der 61. Minute musste Oliver Baumann dann wieder in höchster Not einen Schuss des Mainzers Aarón Martín parieren.

Mainz dreht das Spiel

Boetius (rechts im Bild) jubelt mit seinen Kollegen über das zwischenzeitliche 2:2, am Ende drehten die Mainzer das Spiel komplett.
Boetius (rechts im Bild) jubelt mit seinen Kollegen über das zwischenzeitliche 2:2, am Ende drehten die Mainzer das Spiel komplett.  © DPA

In der 65. Minute bekamen die Gastgeber dann aber mittels Videobeweis einen Elfmeter zugesprochen.

Eine Minute zuvor stieg Florian Grillitsch im Strafraum dem Mainzer Latza auf den Fuß, Aytekin ließ zunächst weiterlaufen. Nach der Korrektur aus Köln trat dann Brosinski gegen Oliver Baumann an und traf ins linke Eck zum 2:1-Anschluss.

Die Hoffenheimer kamen in der Folge kaum mehr aus der eigenen Hälfte. Große Aufregung dann in der 75. Minute: Der Mainzer Boetius schlenzte den Ball flach ins linke Eck zum vermeintlichen 2:2-Ausgleich. Doch Aytekin bekam wieder das Signal aus Köln, dass es etwas zu überprüfen gibt. Und tatsächlich: Boetius sprang die Kugel zuvor an die Hand, der Treffer zählte nicht.

Aber Hoffenheim schaffte keine größere Entlastung mehr und musste einem Mainzer Dauerfeuer standhalten. In der 83. Minute, die TSG war langsam am Ende ihrer Kräfte, brach dann der Verteidigungsriegel. Wieder war es Boetius, doch diesmal war keine Überprüfung nötig. Der Mainzer schlenzte den Ball von der Strafraumkante ins rechte Eck. 2:2!

Der Wirkungstreffer brach das Selbstvertrauen der TSG. Die Kraichgauer versuchten zwar nochmal alles, konnten die Pille jedoch nicht mehr gefährlich auf den Mainzer Kasten bringen. Stattdessen waren die 05er, getrieben von ihren Fans, in einem Rausch und gingen in der 90. Minute sogar noch mit 3:2 in Führung - erneut schlug Boetius zu.

Jean-Philippe Mateta sorgte in der dritten Minute der Nachspielzeit dann sogar noch für das 4:2. Danach war Schluss. Sinnbildlicher könnte das letzte Spiel dieser Bundesliga-Saison von Hoffenheim nicht sein. Wieder verspielte die TSG eine Führung und diesmal endgültig einen Platz im Europapokal.

Das letzte Spiel von Julian Nagelsmann als Cheftrainer der Kraichgauer von Hoffenheim endet damit äußerst bitter. Doch nach dem Abpfiff spendeten die TSG-Fans dem 31-Jährigen, der in der kommenden Saison RB Leipzig trainieren wird, großen Applaus für seine Erfolge in den vergangenen Jahren.

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