Doppelpack! RB Leipzigs Poulsen schießt Hoffenheim und seinen künftigen Trainer ab

Sinsheim - Julian Nagelsmann hat das Bundesliga-Duell mit der TSG Hoffenheim gegen seinen kommenden Arbeitgeber RB Leipzig mit 1:2 (0:0) verloren. Yussuf Poulsen schnürte in einem munteren Spielchen seinen ersten Doppelpack im Oberhaus, Andrej Kramarics Tor in der Nachspielzeit kam zu spät.

Am Samstag Konkurrenten, ab nächstem Sommer Kollegen: Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann (l.) und Leipzigs Coach und Sportdirektor Ralf Rangnick.
Am Samstag Konkurrenten, ab nächstem Sommer Kollegen: Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann (l.) und Leipzigs Coach und Sportdirektor Ralf Rangnick.  © DPA

Sowohl Nagelsmann als auch sein künftiger Sportchef Ralf Rangnick gingen beim jeweiligen Gegner von einem stürmischen Beginn und ruhigeren Ende aus. Die Gäste wollten nach zwei deftigen Pleiten im Vorjahr (0:4, 2:5) diesmal natürlich (möglichst dreifach) punkten.

RB begann mit Fünferkette, im Angriff rückten die beiden Außenverteidiger Marcelo Saracchi und Konrad Laimer mit nach vorn.

Nach einem deutlich stärkeren Beginn der Leipziger übernahm 1899 nach rund zehn Minuten mehr und mehr die Kontrolle, hatte durch Florian Grillitsch und Ishak Belfodil zwei Großchancen (19.).

Die Gäste wirkten nach den Rückschlägen der letzten Wochen deutlich verbessert und teilweise wie ausgewechselt. Besonders Timo Werner setzte in der Offensive viele Akzente.

Nach der Halbzeit lieferte der Nationalstürmer die Vorlage für Yussuf Poulsens zweites Saisontor (53.). Der Däne konnte exakt 20 Minuten später auf 2:0 erhöhen, sein erster Bundesliga-Doppelpack. Kramarics Tor in der Nachspiel änderte nichts mehr am Ausgang.

RB Leipzig klettert durch den ersten Bundesliga-Auswärtsdreier gegen Hoffenheim auf Europa-League-Platz sechs und hat nur noch zwei Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze. Die TSG rutscht auf den 10. Rang ab.

Viele Wechsel auf beiden Seiten - RB spielt wie früher

Hatte eine der besten Gelegenheiten der ersten Halbzeit: Hoffenheims Adam Szalai (l.) kann vor Diego Demme zum Schuss ansetzen, doch der Ball ging vorbei.
Hatte eine der besten Gelegenheiten der ersten Halbzeit: Hoffenheims Adam Szalai (l.) kann vor Diego Demme zum Schuss ansetzen, doch der Ball ging vorbei.  © DPA

Bei Hoffenheim kamen Oliver Baumann, Justin Hoogma (Bundesliga-Debüt), Stefan Posch, Nico Schulz, Kramaric und Belfodil neu rein. Mit Laimer, Ibrahima Konaté, Saracchi und Stefan Ilsanker schickte RB-Coach Rangnick gegen das Team seines baldigen Mitarbeiters Nagelsmann vier frische Spieler aufs Feld.

Selbstbewusst, schnell und mit direktem Kurzpassspiel dominierten die Sachsen die ersten zehn Minuten, ohne eine zwingende Torchance herauszuspielen. Danach bekamen die Hausherren mehr Spielanteile, aber auch Peter Gulacsi musste nicht eingreifen.

Und dann kam die 19. Minute: Hoffenheims Pavel Kaderabek flankte von rechts, Grillitschs Direktabnahme konnte Gulacsi abwehren. Bei der anschließenden Flanke sprang Belfodil höher als der robuste Dayot Upamecano, doch sein Kopfball prallte von der Unterkante der Latte auf und eben nicht hinter die Linie. Glück für RB.

Es war eine insgesamt absolut ausgeglichene erste Halbzeit, in denen die Leipziger Werner (24.) und Kevin Kampl (41., jeweils übers Tor) sowie Hoffenheims Adam Szalai (37., daneben) ihre Mannschaft in Führung hätten schießen können. Werners Versuch wenige Minuten vor der Pause knallte nur an den Pfosten (43.). So blieb es bei einem gerechten 0:0 nach 45 Minuten.

Leipzig kommt besser aus der Kabine - Poulsen gibt Bewerbung für Nagelsmann ab

Traf gegen seinen künftigen Trainer doppelt: RB-Stürmer Yussuf Poulsen.
Traf gegen seinen künftigen Trainer doppelt: RB-Stürmer Yussuf Poulsen.  © Picture Point/R. Petzsche

Auch in der Pause schien Nationalstürmer Werner kein Zielwasser (oder -brause) getrunken zu haben, denn in der 48. Minute setzte er einen Schuss erneut zu hoch an.

Doch die Sachsen blieben dran, bestimmten auch den Beginn des zweiten Durchgangs und belohnten sich: Der agile Werner setzte sich auf dem rechten Flügel mit viel Körperkontakt gegen Posch durch, gab Poulsen den Ball und der traf (abgefälscht von Kevin Akpoguma) zum 1:0 für RB (53.).

Die Teams blieben absolut ausgeglichen, auch wenn die Gäste insgesamt mehr Torschüsse abgaben. Innerhalb von wenigen Sekunden vergab erneut Szalai für die TSG aussichtsreich (65.), anschließend krachte Poulsens Direktabnahme an den Pfosten (66.). Danach rettete Baumann stark gegen Kampl (69.).

Hoffenheim verlor mehr und mehr Spielanteile und auch immer häufiger den Ball. Zunächst konnte RB daraus kein Kapital schlagen, doch dann schnürte Poulsen seinen Doppelpack - mit dem Oberschenkel (73.)!

Ilsanker verursachte in der Nachspielzeit einen Elfmeter, den Kramaric sicher zum 1:2-Anschlusstreffer verwandelte (90.+3). Mehr war dann nicht mehr drin.

Am Dienstag (18.55 Uhr/Sky) hat die TSG am 2. Spieltag der Champions League den englischen Meister Manchester City zu Gast und muss dann eine Reaktion zeigen. Zwei Tage später (18.55 Uhr/DAZN) reist RB Leipzig nach Norwegen, um dort gegen Rosenborg Trondheim den ersten Sieg in der Europa League einzufahren.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0