Einfach nicht den Sack zugemacht! Hoffenheim kassiert späten Ausgleich gegen Leipzig

Leipzig/Sinsheim - Ein Spiel geht bekanntlich 90 Minuten plus Nachspielzeit. Lange Zeit führte die TSG 1899 Hoffenheim in der Red Bull Arena mit 1:0 in Leipzig, am Ende mussten sich die Kraichgauer jedoch mit einem Unentschieden (1:1) begnügen.

Ishak Belfodil (in der Mitte des Bildes) jubelt mit Florian Grillitsch (links im Bild) und Nadiem Amiri über den 1:0-Führungstreffer.
Ishak Belfodil (in der Mitte des Bildes) jubelt mit Florian Grillitsch (links im Bild) und Nadiem Amiri über den 1:0-Führungstreffer.  © DPA

Andrej Kramarić erzielte das Führungstor für die Elf aus Hoffenheim (22.) Kurz vor Ende der Partie glich Willi Orban für die Leipziger aus (88.).

Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann sagte im Vorfeld der Partie bei Eurosport: "Wir haben die Leipziger genau analysiert und eine Lösung, um gegen ihre Dreierkette torgefährlich zu sein."

Außerdem sei es natürlich eine Erleichterung, dass Top-Stürmer Timo Werner (krank) nicht mitwirken könne, da er ein brandgefährlicher Spieler sei.

Doch auch sein Ersatzmann Matheus Cunha bringe eine große Klasse mit, so Nagelsmann, der ab der kommenden Saison die Leipziger trainieren wird.

Die TSG konnte auch in diesem Spiel wieder Joelinton einsetzen, der am vergangenen Spieltag beim 3:0-Erfolg gegen Hannover 96 nach einer Verletzungspause wieder eingesetzt werden konnte.

Im Duell des Tabellenvierten (Leipzig) gegen den Achten (Hoffenheim) konnten beide Mannschaften zu Beginn keine Großchancen herausspielen.

Die Leipziger versuchten durch hohes Pressing die Hoffenheimer Abwehrkette zu Fehlern zu zwingen. Die blau-weißen befreiten sich aber immer wieder gut aus der Bedrängnis und versuchten, das Spiel zu kontrollieren.

In der 17. Minute kam TSG-Rechtsverteidiger Pavel Kadeřábek zu einem ersten direkten Torschuss, den der Leipziger Torhüter Péter Gulácsi jedoch parieren konnte.

Hoffenheim geht in Führung

Ist nächstes Jahr nicht mehr zu Gast in der Red Bull Arena: Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann.
Ist nächstes Jahr nicht mehr zu Gast in der Red Bull Arena: Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann.  © DPA

5 Minuten später ging ein Hoffenheimer Angriff jedoch anders aus.

Belfodil kam auf der rechten Seite durch und bediente Joelinton, der abzog. Gulácsi konnte nur prallen lassen und war gegen den Nachschuss von Andrej Kramarić machtlos - 1:0 für die TSG in der 22. Minute!

Das Tor weckte die Partie etwas auf, Leipzig presste noch stärker und kam zu Halbchancen. Die TSG lauerte nun vermehrt auf Konter.

Insgesamt wurde das Spiel hektischer, viele Zweikämpfe wurden gerade noch rechtzeitig geführt, um die wirklich großen Chancen zu verhindern. Insgesamt kam auch mehr Hektik rein, die 33.569 Zuschauer in der Red Bull Arena waren auch voll da.

Doch Hoffenheim ließ sich über weite Phasen nicht davon beeindrucken und zerstörte immer wieder das Leipziger Aufbauspiel, fing Pässe ab und startete sogleich die Gegenangriffe.

Doch kurz vor dem Pausentee kam Leipzig noch einmal zu einer sehr guten Chance. Yussuf Poulsen bediente in der 45. Minute Konrad Laimer, der aus kurzer Distanz abzog, doch TSG-Keeper Oliver Baumann parierte den Ball bravourös.

So gingen die Kraichgauer mit der 1:0-Führung in die Kabine.

RB Leipzig mit massivem Druck in Halbzeit zwei

Es wurden intensive Zweikämpfe geführt: Leipzigs Willi Orban (links im Bild) mit einer Flugshow gegen Ishak Belfodil.
Es wurden intensive Zweikämpfe geführt: Leipzigs Willi Orban (links im Bild) mit einer Flugshow gegen Ishak Belfodil.  © DPA

Zu Beginn der 2. Halbzeit brachte Leipzig-Coach Ralf Rangnick Tyler Adams für Stefan Ilsanker. Insgesamt ging es aber etwas schleppend los.

Dann jedoch die Großchance für die Gastgeber: In der 54. Minute trat Halstenberg einen Freistoß von der rechten Seite. Hoffenheims Verteidiger Demirbay verlängerte die Pille unglücklich und so kam Willi Orban aus kurzer Distanz völlig frei zum Kopfball. Er platzierte ihn gar nicht schlecht, doch wieder war der starke Oliver Baumann zur Stelle und verteidigte die Führung der TSG mit einer Glanzparade!

In der 61. Minute wurde RB noch offensiver - Kevin Kampl kam für Diego Demme ins Spiel. Und Kampl spielte mit seinem ersten Ballkontakt gleich gefährlich in die Spitze, doch Cunha verzog über das Tor.

Julian Nagelsmann reagierte und wählte eine defensive Antwort: Ermin Bičakčić ersetzte Amiri. Doch auch für die Offensive kam noch frisches Personal: Adam Szalai ersetzte in der 69. Minute Ishak Belfodil.

In der 75. Minute aktivierte Rangnick den französischen Stürmer Jean-Kevin Augustin von der Bank, er kam für den glücklosen Cunha. Und Augustin hatte in der 77. Minute dann gleich eine gute Idee, er brachte eine starke Flanke von der linken Seite auf Lukas Klostermann, der den Ball aus aussichtsreicher Position Volley nahm, doch den Kasten letztlich klar verfehlte.

Und trotz des immer größer werdenden Drucks der Leipziger auf den Ausgleich, hatte die TSG quasi aus dem Nichts die Mega-Chance, den Sack zuzumachen. Andrej Kramarić kam in der 85. Minute zu einem wuchtigen Kopfball aus kurzer Distanz, doch Gulácsi stand mit seiner Parade Oliver Baumann in nichts nach.

Und drei Minuten später dann der Super-GAU für Hoffenheim. Halstenberg war plötzlich frei auf der linken Seite, fand mit seinem Flachpass Willi Orban und der schob rechts an Baumann vorbei zum verdienten Ausgleich, denn die Gastgeber hatten viel mehr in das Spiel investiert.

Nach dem Ausgleich war die Arena natürlich nochmal voll da und RB ging volles Rohr auf Sieg, die Defensive der TSG schwomm mehr, als dass sie stand.

Doch es reichte letztendlich zum Unentschieden, der sich für die Kraichgauer definitiv wie eine Niederlage anfühlen wird.

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