TAG24-Bundesliga-Analyse: Risikoreiches Spiel der TSG 1899 Hoffenheim

Endlich geht es wieder los! Bereits am kommenden Wochenende starten die Bundesligisten im DFB-Pokal in die neue Saison. In der großen Analyse nimmt TAG24 alle 18 Klubs genau unter die Lupe und schätzt die Stärken, Schwächen und den Kader der Teams ein.

Sinsheim - Die TSG 1899 Hoffenheim geht ins Risiko! Die Kraichgauer haben viel Bewegung im Kader und mit dem Niederländer Alfred Schreuder (46) einen neuen Trainer, der seine Qualität als hauptverantwortlicher Bundesliga-Trainer erst noch unter Beweis stellen muss. Was ist von der Saison zu erwarten?

Der Top-Transfer

Für zehn Millionen Euro schnappte sich Hoffenheim den dänischen Nationalspieler Robert Skov vom FC Kopenhagen. In der Vorsaison war der 23-Jährige mit großem Abstand der Top-Scorer der Superligaen und traf in 34 Spielen 30 Mal, bereitete dazu noch zehn weitere Tore direkt vor und brach damit den Tor-Rekord vom Ex-Schalker Sturmstar Ebbe Sand.

Seine größte Stärke ist eindeutig seine Schusstechnik. Skov erzielte insgesamt vierzehn Treffer aus der Distanz und netzte damit öfter aus der zweiten Reihe ein, als die Spieler des FC Bayern München (dreizehn) und Borussia Dortmund (elf) zusammen!

Der offensive Außenbahnspieler dribbelt gerne von der rechten Seite in die Mitte und schließt mit links ab - ganz wie Arjen Robben. Skov ist außerdem schnell, dribbel- und durchsetzungsstark, verfügt über eine erstklassige Spielübersicht und dürfte die TSG-Offensive mit seinen Qualitäten entscheidend verstärken.

 Robert Skov erzielte in der abgelaufenen Saison satte vierzehn Tore aus der Distanz.
Robert Skov erzielte in der abgelaufenen Saison satte vierzehn Tore aus der Distanz.  © imago images / Ritzau Scanpix

Alle Neuzugänge

Neben Skov konnte die TSG sich erneut die Dienste vom zentralen Mittelfeldmann Sebastian Rudy sichern, der für ein Jahr vom FC Schalke 04 für 850.000 Euro ausgeliehen wurde. Der frühere deutsche Nationalspieler hat fortan die anspruchsvolle Aufgabe, das Spiel der TSG zu strukturieren.

Dazu kam Linksverteidiger Konstantinos Stafylidis ablösefrei vom FC Augsburg, auch Torhüter Philipp Pentke (SSV Jahn Regensburg) kostete kein Geld.

Vor allem die offensiven Außenbahnen wurden entscheidend verstärkt. Neben Skov kam auch noch Sargis Adamyan für 1,5 Millionen von Regensburg und Ihlas Bebou von Bundesliga-Absteiger Hannover 95 für 8,5 Millionen Euro.

Neben diesen Akteuren kehrten talentierte Kicker wie Vincenzo Grifo, Kevin Akpoguma und Steven Zuber von ihren Leihstationen zurück, wollen bei 1899 nun erneut angreifen und sich Stammplätze sichern.

Es ist wahrscheinlich, dass die TSG noch auf dem Transfermarkt tätig wird. Das nötige Kapital ist jedenfalls vorhanden.

 Sebastian Rudy kehrt per Leihe zur TSG Hoffenheim zurück.
Sebastian Rudy kehrt per Leihe zur TSG Hoffenheim zurück.  © DPA

Alle Abgänge

Die TSG hat im Sommer einen kräftigen Aderlass erlitten. Neben dem Rekordabgang von Sturmbulle Joelinton (für 44 Millionen Euro Ablösesumme zu Newcastle United in die Premier League) muss die TSG zukünftig auch auf die spielstarke Achse Kerem Demirbay (für 32 Millionen Euro) und Nadiem Amiri (für neun Millionen Euro) verzichten, die beide zu Bundesliga-Konkurrent Bayer 04 Leverkusen wechselten.

Als wäre das noch nicht genug, hat auch noch Nico Schulz (für 25,5 Millionen Euro) seine Zelte ins Sinsheim abgebrochen und verstärkt Vizemeister Borussia Dortmund.

Außerdem wurden mit Antonio Colak (für 850.000 Euro zum HNK Rijeka) und Robin Hack (für 500.000 Euro zum 1. FC Nürnberg) zwei Ergänzungsspieler abgegeben und Gregor Kobel (VfB Stuttgart), David Otto (1. FC Heidenheim), Felipe Pires (Fortaleza/Brasilien) und Justin Hoogma (FC Utrecht) verliehen.

Dazu endete die Leihe von Flügelflitzer Reiss Nelson (FC Arsenal London). Weitere Abgänge des momentan 30 Mann starken Kaders sind nicht auszuschließen.

 Werden der TSG beide fehlen: Nico Schulz (l.) und Kerem Demirbay.
Werden der TSG beide fehlen: Nico Schulz (l.) und Kerem Demirbay.  © Uwe Anspach/dpa

Erste Hürde DFB-Pokal: Stolperstein Würzburger Kickers

Das erste Pflichtspiel der Saison ist für Hoffenheim schwer. Denn die TSG trifft auf Drittligist FC Würzburger Kickers, der bereits vier Partien absolviert hat, schon im Rhythmus ist und gegen 1899 besonders motiviert auftreten dürfte, um das Ruder herumzureißen. Denn mit nur drei Punkten aus vier Spielen war der Saisonstart der Kickers denkbar schlecht.

Die junge Truppe von Trainer Michael Schiele, die vom erfahrenen Kapitän Sebastian Schuppan angeführt wird, hat viele schnelle Akteure im Kader und ist offensiv gut besetzt. Die Defensive steht allerdings noch nicht sicher und ist die Achillesferse der Kickers, weshalb die TSG im Normalfall souverän in die nächste Runde einziehen müsste.

 Sebastian Schuppan (l.) und die Würzburger Kickers empfangen Hoffenheim und sind ein durchaus anspruchsvoller Gegner.
Sebastian Schuppan (l.) und die Würzburger Kickers empfangen Hoffenheim und sind ein durchaus anspruchsvoller Gegner.  © Picture Point/Gabor Krieg

Saisonziel

Trainer Alfred Schreuder, der Nachfolger von Julian Nagelsmann, der zu RasenBallsport Leipzig abgewandert ist, hält sich in dieser Hinsicht bedeckt und hat noch kein Saisonziel ausgegeben.

 Nach vorne soll es gehen: Trainer Alfred Schreuder gibt die Richtung für Hoffenheim vor.
Nach vorne soll es gehen: Trainer Alfred Schreuder gibt die Richtung für Hoffenheim vor.  © Uwe Anspach/dpa

TAG24-Prognose zur TSG 1899 Hoffenheim

Trotz der Abgänge befinden sich viele namhafte Spieler im TSG-Kader. Torjäger Andrej Kramaric konnte bislang gehalten werden, auch Adam Szalai und Ishak Belfodil, der nach seiner Kreuzbandverletzung bald wieder ins Training einsteigen soll, sorgen offensiv für Schlagkraft. Auf den Flügeln stehen die Neuzugänge und Rückkehrer Grifo, Zuber sowie der etablierte Leonardo Bittencourt für überdurchschnittliche Erstliga-Qualität. Hier wird es ein Hauen und Stechen um die Stammplätze geben.

Vor allem aber kommt es auf das neuformierte zentrale Mittelfeld an. Kann Rudy noch einmal zu früherer Form auflaufen und an der Seite von Florian Grillitsch die abgewanderten Demirbay und Amiri ersetzen? Dahinter scharren Dennis Geiger, Lukas Rupp und Christoph Baumgartner mit den Hufen, die in Top-Form ebenfalls den Unterschied ausmachen könnten.

Rechts defensiv ist Pavel Kaderabek gesetzt, sein Back-up Joshua Brenet hat Erstliga-Qualität bereits nachgewiesen. In der Abwehrreihe sind Kapitän Kevin Vogt und Benjamin Hübner wohl gesetzt. Stefan Posch, Ermin Bicakcic, Kevin Akpoguma, Kasim Adams und Lucas Ribero kämpfen um den letzten freien Platz. Gerade hier könnte der Kader noch ausgedünnt werden. Im Tor ist Oliver Baumann die klare Nummer eins.

So verfügt Hoffenheim über einen gut besetzten Kader, der im Normalfall um die Europa-League-Plätze mitspielen müsste. Für mehr wird es wohl nicht reichen, weil der FC Bayern München, BVB, Leverkusen und RB Leipzig zu stark besetzt sind und es mit Borussia Mönchengladbach, dem FC Schalke 04 und VfL Wolfsburg weitere gleichwertige Konkurrenten gibt.

 Für die TSG 1899 Hoffenheim ist trotz schwerwiegender Abgänge eine erneute Qualifikation für den europäischen Wettbewerb drin.
Für die TSG 1899 Hoffenheim ist trotz schwerwiegender Abgänge eine erneute Qualifikation für den europäischen Wettbewerb drin.  © Uwe Anspach/dpa

Die bereits veröffentlichten Analysen

Borussia Dortmund

RB Leipzig

Eintracht Frankfurt

1. FSV Mainz 05

SC Freiburg

Fortuna Düsseldorf

FC Augsburg

Borussia Mönchengladbach

1. FC Köln

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