"Geht mir voll auf den Sack": Hoffenheim-Coach nach Niederlage angefressen

Sinsheim - Herausragende Fußballer nennt Julian Nagelsmann gerne "Zocker".

Hier sieht er gelb, später fliegt er mit Gelb-Rot vom Platz: TSG Stürmer Adam Szalai gegen Schachtjor Donezk.
Hier sieht er gelb, später fliegt er mit Gelb-Rot vom Platz: TSG Stürmer Adam Szalai gegen Schachtjor Donezk.  © DPA

Bei der bitteren Champions-League-Niederlage der TSG 1899 Hoffenheim gegen Schachtjor Donezk (TAG24 berichtete) hat sich der Trainer-Aufsteiger in seinem unbändigen Ehrgeiz selbst etwas verzockt.

Auf entsprechende Fragen redete sich der 31-Jährige dann derart in Rage, dass die Pressekonferenz am Dienstagabend schnell beendet wurde.

Das letzte Gruppenspiel am 12. Dezember bei Manchester City könnte nun zu Nagelsmanns internationalem Abschiedsspiel bei der TSG werden. Seine Erfahrungen in der Königsklasse kann er nächste Saison vielleicht bei seinem neuen Arbeitgeber RB Leipzig umsetzen.

"Diese Unentschieden - das geht mir voll auf den Sack", erklärte Nagelsmann nach dem verpassten Achtelfinale.

"Ich will halt gewinnen, ich will immer gewinnen, immer. Jedes Scheiß-Spiel will ich gewinnen. Ich will alles gewinnen, auch heute wollte ich gewinnen. Ich will auch gegen Manchester City gewinnen, das versprech' ich."

Dennoch steht in seinen bisher 13 internationalen Spielen nur ein Sieg zu Buche - 3:1 gegen Istanbul Basaksehir.

Jeder Kampf auch für TSG-Spieler Kevin Demirbay umsonst: Hoffenheim schied gegen Donezk aus der Königsklasse aus.
Jeder Kampf auch für TSG-Spieler Kevin Demirbay umsonst: Hoffenheim schied gegen Donezk aus der Königsklasse aus.  © DPA

Die wild stürmenden Hoffenheimer kassierten in Unterzahl nach Gelb-Rot für Adam Szalai das 2:3 in der dritten Minute der Nachspielzeit durch Taison.

Sie verspielten damit eine bessere Ausgangsposition im Kampf um den dritten Tabellenplatz und die Teilnahme an der Europa-League-Zwischenrunde.

Als Vierter muss die TSG nun beim englischen Meister gewinnen und ist darauf angewiesen, dass Donezk gegen Olympique Lyon patzt.

Nagelsmann spekulierte in der packenden Partie natürlich darauf, dass die Mannschaft mit drei Punkten gegen die Ukrainer und einem Coup beim englischen Meister noch hätte weiterkommen können.

Völlig frustriert und ausgelaugt vom Höllentempo über 90 Minuten kamen die Profis in der Sinsheimer Rhein-Neckar-Arena aus der Kabine.

Ist nach dem Aus in der Königsklasse angefressen: TSG-Coach Julian Nagelsmann. (Symbolbild)
Ist nach dem Aus in der Königsklasse angefressen: TSG-Coach Julian Nagelsmann. (Symbolbild)  © DPA

"Normal hätte man am Ende vielleicht überlegen sollen, ob wir nicht das 2:2 nehmen", meinte Steven Zuber. Der Mittelfeldspieler sagte aber auch: "Uns zu bremsen, wäre der falsche Ratschlag gewesen."

Die Szenerie, wenn das Spiel unentschieden ausgegangen wäre, konnte sich Nagelsmann jedenfalls bestens ausmalen.

In der Pressekonferenz imitierte der angefressene Hoffenheim-Coach selbst die Frage: "Herr Nagelsmann - 2:2. Hätten Sie nicht auf Sieg spielen müssen, um bessere Chancen aufs Weiterkommen zu haben?"

Seine Hochrisiko-Taktik erklärte der Coach dann nochmal: "Natürlich hätte ich lieber 2:2 gespielt als verloren. Wir hätten gewinnen müssen, mit den Chancen, die wir hatten. Die beste Verteidigung ist Angriff."

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