TSG Hoffenheim will ersten Champions-League-Sieg der Vereinsgeschichte

Sinsheim - Mit dem ersten Champions-League-Sieg der Vereinsgeschichte will die TSG 1899 Hoffenheim ihre Chancen auf den Achtelfinal-Einzug wahren.

Leider ist Reiss Nelson (r.) nur von Arsenal nach Hoffenheim ausgeliehen.
Leider ist Reiss Nelson (r.) nur von Arsenal nach Hoffenheim ausgeliehen.

Trainer Julian Nagelsmann hat vor dem dritten Gruppenspiel an diesem Dienstag (21.00 Uhr/DAZN) in Sinsheim gegen Olympique Lyon jedenfalls ein "sehr gutes Gefühl" und sagte: "Es ist auf jeden Fall realistisch. Lyon hat eine gute Mannschaft, aber wir sind gut drauf."

Gegen den Tabellenfünften der französischen Ligue 1 stehen die Kraichgauer bereits ziemlich unter Druck, wollen sie sich in ihrer Premierensaison in der Königsklasse nicht schnell wieder verabschieden.

Zum Auftakt hatte die TSG ein 2:2 bei Schachtjor Donezk erkämpft, dann gab es mit einem stark ersatzgeschwächten Team ein 1:2 gegen den englischen Meister Manchester City und Trainer Pep Guardiola.

"Diese Partien sind unser Maßstab. Wir wollen auch das Spiel gegen Lyon mit dem gleichen Engagement, mit der gleichen Courage angehen", sagte Sportchef Alexander Rosen. "Wir spielen hier nicht, um nur dabei zu sein, sondern um zu gewinnen. Das ist die Haltung, das ist unsere Mentalität."

Kann es auch selbst mit dem Fuß: TSG-Coach Julian Nagelsmann (31).
Kann es auch selbst mit dem Fuß: TSG-Coach Julian Nagelsmann (31).

Auf internationaler Ebene feierten die Hoffenheimer bislang überhaupt nur einen Sieg - beim 3:1 Basaksehir Istanbul im vergangenen Jahr in der Europa League. Dennoch scheiterte der Bundesligist damals in der Vorrunde.

Zuletzt hatte die TSG mächtige Probleme mit der Chancenverwertung, das 3:1 in Nürnberg kam aber zum richtigen Zeitpunkt. (TAG24 berichtete) "Jede Mannschaft braucht Erfolgserlebnisse, das war natürlich wichtig vor dem Lyon-Spiel. Jetzt können wir mit einem guten Gefühl reingehen", sagte Nagelsmann.

Lyon kommt ohne Weltmeister Nabil Fekir, dessen Wechsel zum FC Liverpool zu Saisonbeginn nach dem Medizincheck geplatzt war. Der Kapitän laboriert noch an einer Knöchelverletzung. "Das ist eine ganz junge Mannschaft mit Entwicklungsfähigkeit und vielen Hasardeuren. Ihre große Stärke ist ihre Unbekümmertheit", meinte Nagelsmann.

"Das wird ein schweres Spiel, das wir gewinnen müssen, aber wir haben Selbstvertrauen getankt", sagte der 18-jährige Engländer Reiss Nelson, der am Samstag in Nürnberg mit zwei Toren glänzte.

Das Toptalent muss sich möglicherweise erstmal wieder hinten anstellen: Nagelsmann ist der Hype um Nelson zu gewaltig. "Vorsichtig in der Beurteilung! Den Jungen in Ruhe wachsen lassen und nicht den Kopf verdrehen!", mahnte der 31-Jährige die Journalisten bei der Pressekonferenz und erklärte: "Es geht darum, gesund zu wachsen. Es geht darum, nicht nur ein One-Hit-Wonder zu sein."

Derweil hat sich die personelle Lage bei den Hoffenheimern etwas entspannt. Neben den Dauerverletzten Nadiem Amiri, Dennis Geiger, Benjamin Hübner und Lukas Rupp fällt nur Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt mit Bauchmuskelbeschwerden aus. Der algerische Neuzugang Ishak Belfodil, der zuletzt wegen Magen-Darm-Beschwerden fehlte, hofft einen Einsatz gegen seinen Ex-Club. Bei Olympique debütierte er 2009 in der ersten französischen Liga.

"Ich glaube, dass wir international auf einem ganz guten Weg sind. Morgen wollen wir dann den ersten Dreier gegen Lyon einfahren", betonte Kapitän und Abwehrchef Kevin Vogt.

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