Chaos beim TSV 1860 München: Löwen-Legende Karsten Wettberg ist schockiert

München - Karsten Wettberg (78) ist eine Löwen-Legende. Wenige Tage nach seinem 78. Geburtstag hat sich der frühere Trainer zu den Entwicklungen beim TSV 1860 München geäußert. Im Fokus: Daniel Bierofka (40) und Michael Köllner (49).

"König von Giesing": Ex-Übungsleiter Karsten Wettberg ist eine Löwen-Legende.
"König von Giesing": Ex-Übungsleiter Karsten Wettberg ist eine Löwen-Legende.  © Matthias Schrader dpa/lby

"Ich bin immer noch schockiert, dass man ihn zur Aufgabe gezwungen hat", erklärte Wettberg im Gespräch mit der Abendzeitung im Hinblick auf den für viele äußerst überraschenden Abschied Bierfokas, der im Umfeld, jedoch auch innerhalb des Traditionsvereins für Kritik gesorgt hat.

Der 40-Jährige stehe erst am Anfang seiner Entwicklung. "Jeder Trainer macht Fehler, Daniel ist noch ein junger Trainer", sagte Wettberg. So müsse man nicht "der Meinung sein, dass er alles richtig macht", dennoch sei der Umgang mit einer solchen "Vereinsikone" unglaublich. "Was da unternommen wurde, um ihn loszuwerden, das ist für mich wirklich der größte Fehler der letzten Jahrzehnte."

Der 78-Jährige gewährte gegenüber des Blattes Einblicke in das Innere der Löwen, die Fragen aufwerfen. "Was da von manchen Leuten praktiziert wurde - da hört es bei mir auf. Ich wusste zuerst nicht, wer mir da dauernd Nachrichten und Mails schickt. Mir und anderen Experten wurde vorgeworfen, wir würden Bierofka sakrosankt machen", sagte Wettberg. Er habe nachgeforscht und entdeckt, "dass es ein Vorstandsmitglied der Organisation 'Pro1860' war".

TSV 1860 München: Karsten Wettberg lobt Michael Köllner

Was in den letzten Monaten passiert sei, sei "einfach beschämend", sagte der Ex-Trainer, der seiner Zeit den Spitznamen "König von Giesing" erhalten hatte. "Eine Nachricht kam schon im August. Darin hieß es, dass Bierofka als Trainer - wie schon als Spieler - limitiert sei. Am Ende der Nachricht stand so der 'Hashtag' mit der Botschaft 'Bierofka raus' - und jetzt haben sie es tatsächlich geschafft."

Bierofkas Familie sei bei Stadionbesuchen beleidigt worden, der Ex-Coach "total fertig". "Das ist nicht mehr Sechzig", resümierte Wettberg, der dem Nachfolger des Zurückgetretenen viel Glück wünscht.

Köllner sei ein "richtig netter Kerl", attestierte die Löwen-Legende dem 49-Jährigen. Er übernehme eine intakte Mannschaft, habe in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet.

"Ich bin gespannt, wie er sich bei Sechzig schlägt", sagte Wettberg. "Es ist ja keine leichte Aufgabe, die er da übernommen hat - gerade in diesen traurigen Tagen." Deshalb wünsche er ihm alles Gute. "Aber dass es für ihn wegen der zwei Lager bei Sechzig nicht auch schwierig werden könnte - das braucht mir keiner erzählen."

Karsten Wettberg ist von den Entwicklungen beim TSV 1860 München schockiert.
Karsten Wettberg ist von den Entwicklungen beim TSV 1860 München schockiert.  © Andreas Gebert/dpa

Titelfoto: Andreas Gebert/dpa

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