Freud und Leid nach 1860-Sieg: Daniel Bierofka atmet durch, ein Kollege leidet

München - Der Klassenerhalt in der 3. Liga ist perfekt! Der TSV 1860 München hat nach dem knappen Sieg gegen Fortuna Köln das Pflichtziel einen Spieltag vor Schluss erreicht. Die Pressekonferenz nach dem Erfolg verläuft emotional.

Daniel Bierofka und der TSV 1860 München haben den Klassenerhalt gesichert.
Daniel Bierofka und der TSV 1860 München haben den Klassenerhalt gesichert.  © DPA

Denn während die Löwen auch in der kommenden Saison wieder in der 3. Liga auflaufen werden, geht es für die Gäste aus Köln, die erst vor drei Spieltagen von Oliver Zapel (51) als Coach übernommen worden waren, eine Klasse tiefer zur Sache.

"Es war für beide Mannschaften eine extreme Anspannung. So eine Situation wünscht man keinem Kollegen", erklärte 1860-Trainer Daniel Bierofka (40) nach der Partie, während sein Gegenüber Zapel sichtlich angeschlagen war. Er könne diese "Emotionen verstehen", so Bierofka.

Seiner eigenen Mannschaft machte der Übungsleiter ein großes Kompliment. Seine Spieler hätten "auch nach dem 1:2-Rückstand nicht den Glauben verloren", sagte der 40-Jährige und schob nach. "Natürlich hat der Platzverweis direkt nach der Pause uns in die Karten gespielt." Dennoch müsse man das Tor "erstmal machen", erklärte er.

Auch Abwehrspieler Phillipp Steinhart (26) betonte die Bedeutung des Sieges. "Ich bin sehr erleichtert, dass wir es heute fix machen konnten nach den letzten Wochen." Es waren Wochen, in denen bei so manchem Löwen-Fan mit jedem Spiel die Zahl der grauen Haare zuzunehmen schien. Sechs Niederlagen in Liga und Toto-Pokal in Serie hatten die Sechziger verkraften müssen, ehe gegen Köln endlich ein Dreier gelang.

Köln-Trainer Oliver Zapel nach Abstieg mit Nerven am Ende

Während sich Benjamin Kindsvater (26) über seinen Treffer, den er unter der Kategorie "absolut geil" ansiedelte, freute und Simon Lorenz (22), der aktuell vom VfL Bochum an die Löwen ausgeliehen ist, seine Zukunft trotz große Freude offen ließ, war Zapel wohl die traurigste Person im Grünwalder.

"Mir fällt es extrem schwer, hier was zu sagen", erklärte der Trainer der Rheinländer. "Am liebsten würde ich mich vergraben."

Fortuna Köln sei ein "fantastischer Verein". Der Abstieg treffe alle ins Mark, sagte Zapel. "Es wird dauern, bis wir das realisiert haben. Uns hätte es nicht schlimmer treffen können. Ich bin durch. Trotz allem bin ich extrem stolz auf meine Mannschaft."

Der Nachmittag in München hat somit einmal mehr gezeigt, wie eng Freud und Leid mitunter im Fußball zusammenliegen können. Für die Löwen steht am letzten Spieltag noch das Duell mit Carl Zeiss Jena auf dem Programm, danach geht der Blick nach vorne - und damit auf die kommende Spielzeit. Ewig wollen die Sechziger schließlich nicht in der 3. Liga gegen den Ball treten. Es soll nach oben gehen.

Für Oliver Zapel und Fortuna Köln steht der Abstieg aus der 3. Liga nach der Niederlage fest.
Für Oliver Zapel und Fortuna Köln steht der Abstieg aus der 3. Liga nach der Niederlage fest.  © DPA

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