Sektionen aufgelöst! Interne Konflikte kosten hunderten Mitgliedern aus Leipzig den Verein

Leipzig - Nach einem Streit innerhalb des TSV 1893 Leipzig-Wahren e. V. wurde zahlreichen Bereichen des Vereins das Training, der Wettkampf sowie die Benutzung der Halle untersagt.

"Mit den Auflösungsbeschlüssen hat der amtierende Vorstand den Verein gespalten", wirft der ehemalige Sektionsleiter Tennis, Dirk Walther, der Vereinsführung vor.
"Mit den Auflösungsbeschlüssen hat der amtierende Vorstand den Verein gespalten", wirft der ehemalige Sektionsleiter Tennis, Dirk Walther, der Vereinsführung vor.  © Screenshot/Facebook/TSV 1893 Leipzig-Wahren

Die Sektionen Handball, Gymnastik, Kanu, Tennis und Volleyball wurden aufgelöst, die Konten gesperrt. 325 der 586 Mitglieder seien betroffen, darunter auch viele Kinder und Jugendliche, so der ehemalige Sektionsleiter Tennis, Dirk Walther. "Gemäß Vorstandsbeschluss, stellt man den nunmehr 'Sektionslosen' frei, ab dem 1. Juli einer anderen Sektion beizutreten oder alternativ aus dem Verein auszutreten", so Walther in einer Pressemitteilung am Samstag.

Wie konnte es zu dieser drastischen Maßnahme kommen? Seit Mitte 2016 habe es Streitigkeiten wegen der Vereinssatzung gegeben. Fünf der elf Sektionen, Handball, Gymnastik, Kanu, Tennis und Volleyball, wollten den ersten Entwurf weiter ausfeilen.

Der Vorstand, bestehend aus dem ersten Vorsitzenden Axel Beckert, der ersten Kassenwartin Beatrice Wilde und der Sportwartin Anett Baar, habe die Satzung trotzdem zur Abstimmung gebracht. Eine Zweidrittelmehrheit wurde auf der außerordentlichen Delegiertenversammlung im Oktober 2016 jedoch nicht erreicht.

2017 arbeiteten die fünf Sektionsleiter konkrete Änderungsvorschläge aus. In vielen Punkten konnte eine Einigung mit dem Vorstand erzielt werden. "Zum Erstaunen aller, verkündete der Vorstand auf der erweiterten Vorstandssitzung im Januar 2018, dass alle Positionen, über die sich das Gremium bereits geeinigt hätte, wieder gestrichen seien", so Dirk Walther.

Nachfolgend konnte auf der ordentlichen Delegiertenversammlung im April diesen Jahres und auf der außerordentlichen Delegiertenversammlung im Mai erneut keine Zweidrittelmehrheit erreicht werden. Somit wurden Satzung und Beitragsordnung drei Mal in Folge nicht von der Delegiertenversammlung bestätigt.

Die aufgelösten Sektionen hoffen nun auf die Unterstützung der Stadt. Unter anderem soll Sport-Bürgermeister Heiko Rosenthal helfen, den Streit zu schlichten.
Die aufgelösten Sektionen hoffen nun auf die Unterstützung der Stadt. Unter anderem soll Sport-Bürgermeister Heiko Rosenthal helfen, den Streit zu schlichten.  © Stadt Leipzig

Als Grund führt Walther an, dass der amtierende Vorstand in der zweiten Versammlung androhte, nicht mehr zur Verfügung stehen zu wollen, sollte dem Änderungsantrag nicht zugestimmt werden. Im Mai dann der Eklat.

Der ehemalige Tennis-Sektionsleiter beschreibt die Situation so: "Am 18. Mai, zur außerordentlichen Delegiertenversammlung, erklärte der amtierende Dreiervorstand, sollte es erneut nicht zur Bestätigung der Satzungsänderung kommen, werde ab diesem Tage nichts mehr so sein wie es war und jeder der Anwesenden sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein."

Der Vorstand sei im April diesen Jahres einstimmig entlastet worden. Walther weiter: "Es ist kein Zufall, dass der Auflösungsbeschluss des amtierenden Vorstandes jene fünf Sektionen trifft, deren fünf Sektionsleiter im erweiterten Vorstand mehr Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht bei der Erarbeitung des neuen Satzungsentwurfes eingefordert hatten. Mit den Auflösungsbeschlüssen hat der amtierende Vorstand den Verein gespalten."

Die fünf aufgelösten Sektionen würden nun entschlossen gegen die Beschlüsse des Vorstands vorgehen. Fünf Kandidaten möchten sich für einen neu zu wählenden Vereinsvorstand aufstellen lassen.

Dirk Walther hat sich nun gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern auch an die Stadt gewendet. Heiko Rosenthal, Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport, Kerstin Kirmes, Leiterin des Amtes für Sport, der Landessportbund und der Stadtsportbund seien über die Sachlage informiert worden. Nun hoffen die aufgelösten Sektionen des TSV 1893 Leipzig-Wahren e.V. auf Unterstützung von öffentlicher Seite.

Walther abschließend: "Unser Ziel ist und bleibt: Gemeinsames Sporttreiben in unserem Mehrspartenverein TSV 1893 Leipzig-Wahren e. V. unter Achtung demokratischer Prinzipien und gelebtem Solidarprinzip!"


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