Bier marsch! Erste Sachsen-Uni eröffnet eigene Brauerei

Dresden - Die Bierbranche schäumt. Kein Jahr nach Gründung plant Sachsens jüngste Pilsmarke eine eigene Brauerei. Ein Standort ist gefunden, der Vertrag steht vor dem Abschluss. Deutschlands erstes frei verkäufliches Unibier wird erwachsen.

Eine kluge Wahl: Das erste sächsische Universitätsbier heißt "Lohrmanns", benannt nach dem Gründer der TU Dresden. Die Geschäftsführer Sophia Witte (29) und Francisco Arroyo (53) schenken ein.
Eine kluge Wahl: Das erste sächsische Universitätsbier heißt "Lohrmanns", benannt nach dem Gründer der TU Dresden. Die Geschäftsführer Sophia Witte (29) und Francisco Arroyo (53) schenken ein.

"Wir ziehen ins Kraftwerk Mitte. Ins alte Lichtwerk. Der Vertrag ist unterschriftsreif", sagen Sophia Witte (29) und Francisco Arroyo (53). Beide sind Geschäftsführer bei "Lohrmanns Brew", dem Bier der TU Dresden.

Denn die TU Dresden Brauerei GmbH ist eine klassische Ausgründung. Wo sich sonst eher Firmen bilden, die Patente haben wie zum Beispiel Heliatek oder Novaled (jetzt Samsung), war es hier der gute Geschmack, der auf eigene Beine gestellt wurde. Namensgeber ist TU-Gründer Wilhelm Gotthelf Lohrmann (1796-1840).

Als Anteilseigner fungieren zwei Chemieprofessoren und mit der TUDAG die Uni-eigene Transfergesellschaft. Diese 30 Firmen schwere Aktiengesellschaft unter der Regie des "Vereins Freunde und Förderer der TU Dresden" ist es auch, die Darlehen an das Start-up ausreicht.

"Aber das ist kein öffentliches Geld", betont Geschäftsführer Arroyo - bislang geht es um eine Summe im unteren sechsstelligen Bereich.

Sophia Witte selbst ist Chemikerin mit Doktortitel und Biersommelière. "Die Brauerei soll sieben bis acht Sorten herstellen", sagt sie. Sorte No. 1 ist jetzt im Handel als Flaschenbier erhältlich. "Uns gibt es vorerst in allen Dresdner Konsum-Märkten." Werbung: "Am Pils der Zeit". No. 2 kommt im Mai. Momentan lässt man in Hartmannsdorf bei Chemnitz brauen.

Der eigene Brau- und Gastrobetrieb soll in zwei, drei Jahren stehen. "Die Brauerei gern etwas eher", so Chefin Witte. Dafür werden gerade Finanzierungsmodelle gewälzt. Auch Crowdfunding und Genuss(!)scheine sind im Gespräch.

Das Sudhaus bekommt eine Kapazität von 20 Hektolitern pro Sud - doppelt soviel wie das Dresdner Traditionsbrauhaus Waldschlößchen. Auch die erste Veranstaltungsreihe ist in Planung: "Bier trifft Wissenschaft" ...

Künftig wird das Bier im Dresdner Kraftwerk Mitte gebraut. Unmittelbare Nachbarn sind die Staatsoperette und das Theater Junge Generation.
Künftig wird das Bier im Dresdner Kraftwerk Mitte gebraut. Unmittelbare Nachbarn sind die Staatsoperette und das Theater Junge Generation.  © Holm Helis
Rund um das neue sächsische Bier gibt es bereits eine ganze Palette an Marketing-Zubehör.
Rund um das neue sächsische Bier gibt es bereits eine ganze Palette an Marketing-Zubehör.  © Holm Helis

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