Über 100 Lehrer und Schüler mit Tuberkulose infiziert: Gesundheitsminister schaltet sich ein

Bad Schönborn - Nach der hohen Zahl der Tuberkulose-Fälle an einer Schule in Bad Schönborn (Kreis Karlsruhe) will sich Gesundheitsminister Manne Lucha (58, Grüne) ein Bild machen.

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (58, Grüne).
Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (58, Grüne).  © Sebastian Gollnow/dpa

Auf seiner Sommertour durch Baden-Württemberg informiert er sich am Dienstag (13 Uhr) am Landratsamt Karlsruhe bei den am Gesundheitsamt zuständigen Experten über deren Arbeit und weitere Maßnahmen.

Derzeit verzeichnet die Behörde vier erkrankte Schüler und 109 infizierte Schüler, Lehrer sowie Beschäftigte der Gemeinschaftsschule.

Zu den Infektionen kam es, weil ein erkrankter und hoch ansteckender Schüler viele Wochen lang den Unterricht besucht hatte, ohne dass seine Erkrankung bekannt war.

Ende Juli wurde außerdem bekannt, dass die Infektionskrankheit an einer Chemnitzer Grundschule ausgebrochen ist (TAG24 berichtete).

Gesundheitsminister Lucha trifft kritisiert verbreitete Halbwahrheiten in sozialen Netzwerken

Röntgenaufnahmen einer Patientin. (Symbolbild)
Röntgenaufnahmen einer Patientin. (Symbolbild)  © Rainer Jensen/dpa

Update 17.07 Uhr: Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hat eine sachliche Diskussion angemahnt.

Zwar sei der Fall wegen der besonders hohen Zahl von Ansteckungen "etwas herausragend" und die Sorgen der Eltern mehr als verständlich. Die in den sozialen Netzwerken zum Teil verbreiteten Halbwahrheiten über die Krankheit seien jedoch nicht hilfreich gewesen, sagte er am Dienstag in Karlsruhe.

Lucha hatte sich dort beim zuständigen Gesundheitsamt über dessen Arbeit in dem Fall informiert. Die Behörde verfüge über herausragende Expertise und habe jederzeit zuverlässig informiert, sagte er. Im Anschluss traf er besorgte Eltern zum vertraulichen Gespräch.

An der Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn hatten sich bis Ende Mai 109 Personen, vor allem Schüler, bei einem hochansteckend an Tuberkulose erkrankten Jungen infiziert. Alle Ansteckungen seien zu diesem Zeitpunkt schon passiert gewesen - auch wenn sie erst in den letzten Wochen mithilfe entsprechender Test hätten beziffert werden konnten, sagte Ulrich Wagner vom Gesundheitsamt.

Seit der erkrankte Schüler aus der Schule genommen worden sei, habe keine Gefahr mehr für Kinder und Lehrer bestanden. Insgesamt sind vier Personen an Tuberkulose erkrankt und werden entsprechend behandelt.

Ansteckung sei nicht gleichzusetzen mit Erkrankung und das Risiko dafür sei gering, betonte Wagner erneut. Die infizierten Personen würden aber zeitnah geröntgt werden, um eine Erkrankung sicher auszuschließen. "Da sind wir hinterher und üben auch Druck aus, wenn nötig", sagte er.

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