Schlammschlacht: Boris Palmer kritisiert Tagesschau-Chef Gniffke

Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) vergisst nicht, schon gar nicht auf Facebook. Am Montag kritisierte er den Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke, der jetzt neuer Intendant beim Südwestrundfunk (SWR) werden will.

Bewirbt sich als SWR-Intendant und wird von Boris Palmer kritisiert: Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke.
Bewirbt sich als SWR-Intendant und wird von Boris Palmer kritisiert: Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke.  © DPA

Im Zentrum von Palmers Kritik steht der Mord an einem Arzt in Offenburg vom 16. August 2018 durch einen 26-jährigen Dschibutianer (TAG24 berichtete).

Der Tübinger OB regte sich zwei Tage nach dem Mord auf Facebook darüber auf, dass die Tagesschau über den Fall nicht berichtet hatte.

Der Tagesschau-Chefredakteur Kai Gniffke reagierte in einer Stellungnahme per Videoantwort unter anderem auf Palmers Kritik und rechtfertigte das Vorgehen des Nachrichtenmagazins.

Jetzt schrieb die "Süddeutsche" am vergangenen Sonntag, dass Gniffke bei der Wahl des neuen SWR-Intendanten im Frühsommer antreten will.

Dies veranlasste Boris Palmer, die "alte Geschichte" wieder aus der Schublade zu holen und den 58-jährigen Frankfurter an den Vorfall zu erinnern.

Denn der Tübinger war nicht einverstanden mit der Argumentation Gniffkes und hat auf seinen offenen Brief vom 21. August 2018 bis heute noch keine Antwort erhalten.

Palmer griff Gniffkes Stellungnahme an

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) gab sich nicht mit der Rechtfertigung Gniffkes zufrieden.
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) gab sich nicht mit der Rechtfertigung Gniffkes zufrieden.  © DPA

Der Grünen-Politiker regte sich nach dem Ereignis in Offenburg darüber auf, dass "ein Mord an einem Arzt in der Praxis nicht irgendein Mord sei, sondern ein Fall von besonderer Abscheulichkeit, egal woher der Täter kommt".

Gniffke reagierte in seiner Stellungnahme unter anderem mit dem Punkt, dass die Tagesschau "über Dinge von gesellschaftlicher, nationaler oder internationaler Relevanz" berichte und man dabei nicht jeden Mordfall abdecken könne.

Außerdem seien Asylbewerber laut ARD-Recherchen nicht überproportional an Tötungsdelikten beteiligt, gab der Chefredakteur an.

Das brachte Palmer auf die Palme, denn in seinem offenen Brief auf Facebook als Reaktion auf Gniffkes Ausführungen gab er an, die Antwort des Tagesschau-Machers habe ihn überhaupt nicht überzeugt.

Ganz im Gegenteil sogar: Palmer entkräftete mit einer beigefügten Statistik des BKAs in einem weiteren Post das Argument, dass Asylbewerber nicht vermehrt an Tötungsdelikten beteiligt seien.

Seit da an hat der Politiker nichts mehr von der ARD oder Gniffke gehört. Doch vielleicht ja sehr bald, jetzt, da der momentan in Hamburg arbeitende Journalist für den Südwestrundfunk in Baden-Württemberg verantwortlich sein will.

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