Mann trifft sich mit afrikanischem Prinzen und wird ohnmächtig, dann ist Geld weg

Tübingen - Weil er einen Trickbetrug geplant und einen Geschäftsmann ausgeraubt haben soll, sitzt ein 46 Jahre alter Mann in Untersuchungshaft.

Der 46-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. (Symbolbild / Fotomontage)
Der 46-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. (Symbolbild / Fotomontage)  © DPA (Fotomontage)

Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Den Angaben zufolge soll sich der aus Kamerun stammende mutmaßliche Täter als afrikanischer Prinz ausgegeben und dem 48-jährigen Geschäftsmann vorgemacht haben, er wolle seine Firma kaufen.

Beide trafen sich deshalb Mitte Februar in Dettenhausen (Kreis Tübingen). Dabei soll der Geschäftsmann Chemiegeruch bemerkt und das Bewusstsein verloren haben. Als er wieder zu sich kam, fehlte ihm ein fünfstelliger Barbetrag und der vermeintliche Prinz war verschwunden.

Die Polizei geht davon aus, dass der Verdächtige dort zunächst nach einer Variante des sogenannten "Wash-Wash"-Tricks vorgehen wollte: Dabei täuschen die Täter ihren Opfern vor, Papier oder wertlos gewordene Geldscheine durch spezielle Chemikalien wieder in "echtes" Geld verwandeln zu können.

Der angebliche Prinz behauptete demnach, afrikanisches Bargeld für den Kauf der Firma dabei zu haben. Dieses hatte er angeblich einer chemischen Behandlung unterzogen, damit es in Deutschland eingesetzt werden kann. Er ließ den Geschäftsmann die Blüten mit dessen eigenen Geldscheinen vergleichen. Als der Verdächtige dabei feststellte, dass der Geschäftsmann eine beträchtliche Menge Bargeld mit sich führte, soll er sich spontan entschieden haben, diesen auszurauben.

In der Wohnung des mutmaßlichen Täters in Holzgerlingen (Kreis Böblingen) fand die Polizei Teile der Beute und Chemikalien. Sie ermittelt nun wegen schweren Raubes und Betrugs. Die 42 Jahre alte kamerunische Lebensgefährtin des Mannes wird wegen Beihilfe verdächtigt.

Die Polizei nimmt an, dass noch weitere Personen von den Tatverdächtigen entweder betrogen oder beraubt wurden, aber eventuell aus Scham noch keine Anzeige erstattet haben. Mögliche Geschädigte werden gebeten, sich unter 07071/972-8660 zu melden.

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