Facebook-Tausch: Boris Palmer appelliert zu Auseinandersetzung mit Rechtsgesinnten

Tübingen - Boris Palmer hat sich am Freitag im Zuge des Facebook-Konten-Tauschs mit SPIEGEL-Korrespondent Hasnain Kazim dafür stark gemacht, mit Rechtsgesinnten zu diskutieren und einen Austausch nicht zu verweigern.

Palmer macht sich auf Facebook Gedanken zur politischen Kommunikation mit Rechten. (Fotomontage)
Palmer macht sich auf Facebook Gedanken zur politischen Kommunikation mit Rechten. (Fotomontage)  © Screenshot Facebook/dpa

Unter dem Slogan "Reden mit Rechten" veröffentlichte Tübingens Oberbürgermeister Palmer auf der Facebook-Seite von Hasnain Kazim drei Beiträge, in denen er sich dafür stark macht, mit Rechten sachlich zu diskutieren und sie nicht abzuweisen.

So geht es beispielsweise in seinem ersten Post um den massiven Wählerverlust der SPD in Baden-Württemberg.

Diese habe im Jahr 2016 mit 12,7 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis eingefahren, währenddessen die AfD mit 15,1% die SPD als Arbeiterpartei abgelöst und ihre sicheren Hochburgen Pforzheim und Mannheim abgenommen hat.

Dies führt Palmer auf die Art der SPD zurück, wie mit den Wählern umgegangen wurde, die von der SPD zur AfD wechselten.

Der damalige SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid hätte die AfD von jeglichen Diskussionen fernhalten wollen - bezeichnete sie unter anderem als "Rassisten".

Für Palmer eindeutig der falsche Weg. Er schlägt einen Dialog auf Augenhöhe vor und keine Wählerbeschimpfung.

Kritische Reaktionen auf Palmers Beitrag

Auf der Facebook-Seite des Spiegel-Journalists Hasnain Kazim schlägt Palmer viel Kritik entgegen.
Auf der Facebook-Seite des Spiegel-Journalists Hasnain Kazim schlägt Palmer viel Kritik entgegen.  © DPA

In den Kommentaren zu dem Beitrag gibt es ein gemischtes Meinungsbild. Man muss dabei bedenken, dass Boris Palmer und Hasnain Kazim ihre Facebook-Accounts getauscht haben (TAG24 berichtete) und Palmer sich selbst als "Feindbild" für die Leser Kazims bezeichnete, die eher einem linksgrünen Milieu zuzuordnen seien.

So schreibt ein Follower beispielsweise unter dem Post: "Rassisten Rassisten zu nennen treibt Leute in die Arme von Rassisten. Was für ne verquere Logik" und kann Palmers Gedankengang nichts abgewinnen.

Auch viele andere Kommentare sehen Palmers Ansatz kritisch. Doch vereinzelt erhält der Grünen-Politiker auch Unterstützung.

"Herr Palmer, ist es nicht unheimlich ermüdend auf so wenig Verständnis für ihre sehr zutreffende und absolut logische Analyse zu treffen?", so ein User.

In den anderen beiden Beiträgen setzt sich Tübingens Oberbürgermeister noch mit seinem Besuch bei Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz auseinander, sowie dem heutigen Umgang mit der Polizei.

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