"AfD immer stärker": Darum blockiert Boris Palmer User nicht gleich bei Facebook

Tübingen - Tag drei im Facebook-Experiment von Boris Palmer und Hasnain Kazim hat gezeigt: Beide gehen unterschiedlich mit den Usern um, die kommentieren.

Ist dagegen, den Dialog zu schnell abzubrechen: Boris Palmer.
Ist dagegen, den Dialog zu schnell abzubrechen: Boris Palmer.  © DPA

Spiegel-Journalist Kazim hatte am Vortag in einem sehr langen Facebook-Beitrag klargemacht, dass er Leuten, die "eine Konversation kapern wollen, die ausschließlich auf Provokation aus sind", nicht besonders viel abgewinnen kann.

Der 44-Jährige weiter: "Auf dieser Facebook-Seite habe ich gestern ein paar davon erlebt. Ich stoppe den Austausch mit ihnen, und wenn sie dennoch weitermachen, blockiere ich sie."

Das ist offenbar nicht ohne Folgen geblieben. Am Mittwoch meldete sich Grünen-Politiker Boris Palmer nämlich auf Hasnains Facebook-Seite mit einem Zwischenruf zu Wort.

Wir erinnern uns: Beide haben seit Montag ihre Accounts auf dem sozialen Netzwerk getauscht. "Das schließt natürlich das Recht zu löschen oder zu blockieren ein", so der 46-Jährige. Es gebe nun eine Reihe von Beschwerden darüber, dass Leute blockiert worden seien.

Auf der Facebook-Seite des Spiegel-Journalists Hasnain Kazim schlägt Palmer viel Kritik entgegen.
Auf der Facebook-Seite des Spiegel-Journalists Hasnain Kazim schlägt Palmer viel Kritik entgegen.  © DPA

Der deutschlandweit bekannte Oberbürgermeister stellte klar: "Ich werde hier nicht blockieren und nicht löschen. So wie ich das auf meiner Seite auch sehr, sehr lange Zeit gar nicht getan habe und was Blockaden angeht auch nur in extremen Ausnahmen mache."

Das Tausch-Experiment zwischen Politker und Journalist bringe damit bereits klare Unterschiede zu Tage. "Ich bin der Auffassung, dass ein allzu schneller Abbruch des Dialogs Schaden anrichtet, weil man die andere Seite dann nicht mehr erreicht."

Die Folge sei dann, dass die AfD "alle diejenigen einsammeln kann, die etwas sagen, wollen, das in der Welt von Hasnain Kazim anstößig ist und feststellen, dass sie das nicht können, ohne massiv ausgegrenzt zu werden".

Palmer zeigte zwar Verständnis für Kazims Posting, befürchtete jedoch, dass das "die AfD immer stärker und die Spaltung der Gesellschaft immer größer" mache.

Darum verfolge Palmer eine entgegengesetzte Strategie, die sehr viel zulasse und stets versuche, das Gegenüber zu erreichen - "und nicht verloren zu geben für unsere Demokratie".

Was die blockierten User anging: Mit Kazim sei vereinbart, dass der Grünen-Politiker eine Liste bekomme und die Blockaden am kommenden Montag dann wieder aufhebe.

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