Boris Palmer rechnet auf Facebook mit SPIEGEL-Journalist Hasnain Kazim ab

Tübingen - Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich nach dem einwöchigen Facebook-Seiten-Tausch mit SPIEGEL-Journalist Hasnain Kazim verwundert über dessen Fazit gezeigt.

Palmer ist sehr enttäuscht über die Sichtweise Kazims im SPIEGEL.
Palmer ist sehr enttäuscht über die Sichtweise Kazims im SPIEGEL.  © DPA

Palmer und Kazim haben am Montag Statements veröffentlicht, wie sie das Social-Media-Experiment erlebten und welche Erkenntnisse sie daraus ziehen (TAG24 berichtete).

Dabei ging Kazim mit einigen Followern Palmers hart ins Gericht, bezeichnete sie unter anderem als "Neonazis".

Jetzt reagiert der Grünen-Politiker auf Facebook und ist sehr enttäuscht über Kazims Fazit auf Spiegel Online. Er formulierte 10 Fragen an den Journalisten und fütterte diese mit seinen persönlichen Gedankengängen.

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Unter Punkt 4 heißt es beispielsweise:
"Warum teilen Sie Ihren Lesern nicht mit, dass Sie den Rechten mehrfach ziemlich krasse Provokationen hingeworfen haben. Eine Karikatur, in der man den Leuten ins Gesicht sagt, dass Sie halt lieber Scheiße wählen und fressen, als das, was auf den Tisch kommt, kann wohl kaum ein freundliche und zurückhaltende Debatte auslösen."

Damit greift der Tübinger Oberbürgermeister direkt die Verwunderung Kazims an, da dieser sich darüber wunderte, welches "Klientel" auf Palmers Facebook-Seite so zu finden ist.

Und Palmer verschärft das Ganze sogar noch.
"Warum aber nimmt dieses eine Prozent der Kommentare – mehr war es nicht – fast den ganzen Zitateraum ein? Ist das nicht eine ganz schiefe Charakterisierung meiner Community und Ihrer Gesprächspartner?", echauffierte sich der Politiker.

Palmer erhält Rückendeckung

Hasnain Kazim ging mit Palmers Facebook-Followern hart ins Gericht.
Hasnain Kazim ging mit Palmers Facebook-Followern hart ins Gericht.  © DPA

Palmers Post hat für viel Resonanz gesorgt und der Tübinger erhält viel Rückendeckung in den Kommentaren. So schrieb ein User beispielsweise:
"Ein wirklich außerordentlich einseitiges Fazit von Herrn Kazim, das genau das bedient, was Spiegel-Leser lesen wollen. Enttäuschend."

Eine andere Reaktion:
"In seinem Zwischenfazit hatte Hasnain Kazim ja geschrieben, er würde "auf jeden Fall" bei der Aktion "etwas lernen". Bei seinem Fazit frage ich mich nun: Was hat er denn gelernt? Taucht irgendwie nicht auf."

Fasst man die Punkte Palmers zusammen, will der Oberbürgermeister das Geschriebene von Kazim nicht kommentarlos so stehen lassen und sich mit den Vorwürfen abfinden.

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Palmer fordert den Journalisten auf, auf seine zehn Fragen zu antworten. Denn nur im stetigen, konstanten Austausch sei eine förderliche Diskussion möglich. Das aus Palmers Sicht gute Verhältnis zu Kazim solle nicht durch dessen Fazit belastet werden.

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