Boris Palmer im "nicht funktionierenden Teil Deutschlands"

Berlin - Boris Palmer ist am Dienstag in Berlin angekommen, auf Einladung der Berliner CDU. Im Vorfeld gab es um seine Dienstreise jedoch einiges an Ärger.

Boris Palmer ist am Dienstag in Berlin angekommen.
Boris Palmer ist am Dienstag in Berlin angekommen.  © DPA

Boris Palmer lächelt leicht. Die Deutschland-Fahnen wehen im Wind und dunkle Wolken ziehen sich über dem Reichstags-Gebäude zusammen.

Diese Szenerie ist auf Palmers neuem Selfie auf Facebook zu sehen und sie könnte nicht treffender für seinen Besuch in der Hauptstadt sein. Es wirkt wie ein Omen.

Denn seit der Tübinger Oberbürgermeister nach seiner Berlin-Kritik von CDU-Politikern aus der "Problemstadt" eingeladen wurde, brodelt es.

Erst am Montag wurde der 46-Jährige von der Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek angegriffen (TAG24 berichtete) und mit einem Irren verglichen - ein Schuss vor den Bug von der eigenen Partei.

Weitere deftige Reaktionen sind nicht auszuschließen, gerade jetzt, wo Palmer sich in Berlin aufhält.

In seiner Schelte an der Hauptstadt, hatte der Grünen-Politiker im Dezember gesagt: "Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: Vorsicht, Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands".

Palmer rechtfertigt Berlin-Kritik

Der Tübinger Oberbürgermeister (Grüne) wurde im Vorfeld seiner Reise aus der eigenen Partei verbal angegriffen.
Der Tübinger Oberbürgermeister (Grüne) wurde im Vorfeld seiner Reise aus der eigenen Partei verbal angegriffen.  © DPA

Dabei ging er explizit auf die Mischung aus Kriminalität, Drogenhandel und bitterer Armut in Deutschlands größter Stadt ein und machte dafür auch die dort ansässige Regierung verantwortlich.

Am Dienstag gab er zwar zu, dass seine Kritik sicherlich zugespitzt gewesen sei, dennoch hätten ihm Hunderte von Berlinern in den letzten Monaten geschrieben, dass sie diese im Grundsatz teilen.

Boris Palmer wird am Mittwoch dann einige Termine wahrnehmen, unter anderem auch mit Spitzenpolitikern der Grünen und der FDP sprechen.

Seine Tour durch Berlin wird ihn mitunter zum Görlitzer Park führen, einem der bekanntesten Drogen-Umschlagplätze.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Tübinger in Berlin schlägt und welche weiteren Diskussionen und Themen noch folgen. TAG24 Stuttgart bleibt für euch weiter dran.

Doch mit Sicherheit wird Palmer froh sein, wenn er wieder die Rückreise ins idyllische Baden-Württemberg antreten kann. Dorthin, wo "alles funktioniert"...

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