Polizist sollte durch Gift sterben: So lange müssen zwei Frauen in den Knast

Tübingen - Wegen versuchten Giftmords an ihrem Ehemann hat das Landgericht Tübingen eine Polizistin zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren verurteilt.

Blick in den Gerichtssaal zu Prozessbeginn im November. Die Angeklagten wurden zu ihrer eigenen Sicherheit erst späte rin den Saal gebracht.
Blick in den Gerichtssaal zu Prozessbeginn im November. Die Angeklagten wurden zu ihrer eigenen Sicherheit erst späte rin den Saal gebracht.  © Tom Weller/dpa

Die Kammer verurteilte ihre Kollegin am Freitag wegen Beihilfe zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren.

Die 40 Jahre alte Ehefrau hatte gestanden, ihrem Mann im Februar in der gemeinsamen Wohnung Insulin gespritzt zu haben, um ihn zu töten. Ihre zwei Jahre ältere Kollegin hatte der Ehefrau das Medikament per Dienstpost geschickt.

Als Diabetikerin habe die Komplizin gewusst, dass es in hoher Dosis tödlich wirke, sagte der Vorsitzende Richter Ulrich Polachowski. Chatverläufen zufolge hatten die beiden Frauen die Tat über mehrere Monate hinweg geplant.

Der Mann, der ebenfalls Polizist ist, überlebte, weil der Sohn darauf gedrängt hatte, den Notarzt zu rufen.

Motiv der 40-Jährigen war nach Einschätzung des Gerichts ihre Angst, infolge einer Trennung das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder zu verlieren.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Mit einer Überdosis Insulin sollte der Mann sterben. (Symbolbild)
Mit einer Überdosis Insulin sollte der Mann sterben. (Symbolbild)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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