Mann rast Fußgänger tot und flüchtet: Jetzt muss er sich vor dem Gericht verantworten

Tübingen - Weil er einen Fußgänger überfahren und weitergefahren sein soll, muss sich ein 25 Jahre alter Mann von Donnerstag (9 Uhr) an vor dem Landgericht Tübingen verantworten.

Ein Schild mit der Aufschrift Landgericht und Amtsgericht hängt vor dem Landgericht in Tübingen.
Ein Schild mit der Aufschrift Landgericht und Amtsgericht hängt vor dem Landgericht in Tübingen.  © Tom Weller / DPA

Der Fußgänger starb an seinen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten fahrlässige Tötung, versuchten Mord und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort vor.

Sein 21-jähriger Beifahrer ist wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt.

Der Unfall ereignete sich im April vergangenen Jahres auf einer Landstraße zwischen dem Tübinger Stadtteil Hirschau und dem Rottenburger Stadtteil Wurmlingen.

Kurz nach dem Ortsausgang soll der Angeklagte mit seinem Wagen einen 18-Jährigen erfasst haben, der quer über die Straße lief.

Der Aufprall war so heftig, dass der junge Mann neben die Fahrbahn geschleudert wurde und dort schwer verletzt liegen blieb.

Die beiden Angeklagten fuhren weiter.

Erst 90 Minuten später kehrten sie laut Staatsanwaltschaft zurück und alarmierten den Notruf. Die Rettungskräfte konnten das Unfallopfer nicht mehr retten.

Hätte der Fußgänger bei sofortiger Behandlung überlebt?

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft erkannten die Männer, dass bei dem Zusammenstoß ein Mensch erfasst und schwer verletzt wurde.

Sie hätten wissen müssen, dass umgehende medizinische Hilfe erforderlich gewesen sei. Es sei aber nicht auszuschließen, dass der Schwerverletzte auch gestorben wäre, hätte man ihn sofort behandelt.

Die Kammer hat zunächst fünf weitere Verhandlungstermine bis zum 5. März angesetzt.

Update 10.45 Uhr: Zwei Männer, die bei Tübingen einen Fußgänger überfahren und schwer verletzt liegen gelassen haben sollen, haben sich zum Prozessauftakt nicht zu den Tatvorwürfen geäußert. Das Unfallopfer starb infolge des Aufpralls.

Update: 14.50 Uhr

Aufarbeitung wird nicht einfach

Richter Ulrich Polachowski kündigt zu Prozessbeginn an, dass die strafrechtliche Aufarbeitung nicht einfach werde.

Nach bisherigem Kenntnisstand gehe die Kammer davon aus, dass der heftige Aufprall auch bei sofortiger Information des Rettungsdienstes zum Tod des Opfers geführt hätte.

Getrennt von der mutmaßlichen Fahrerflucht müssen seinen Angaben nach der Verkehrsunfall und ein Fehlverhalten des Fahrers bewertet werden. Zur Klärung sind auch rechtsmedizinische Experten und Kfz-Gutachter geladen.

Der mutmaßliche Unfallfahrer war nach dem Unfall sechs Wochen zur psychotherapeutischen Behandlung in einer Klinik. Über seinen Verteidiger lässt er ausrichten, dass er das Geschehene bedauere.

Der 24-Jährige selbst sagt, ohne sich zu den Ereignissen in jener Nacht zu äußern: "Hätte ich die Chance, etwas in meinem Leben zu ändern, wäre das dieser eine Tag im April 2019."

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