Dieser Tübinger Hirnforscher will in China an genmanipulierten und geklonten Affen forschen

Tübingen - Der Hirnforscher Nikos Logothetis sorgt sich um die Grundlagenforschung in Deutschland - und das wegen entsprechenden Einschränkungen bei Tierversuchen.

Wegen seiner Forschung an Affen geriet Logothetis in Kritik. (Symbolbild)
Wegen seiner Forschung an Affen geriet Logothetis in Kritik. (Symbolbild)  © Boris Roessler/dpa

"Alles, was ich sagen kann, ist, dass Grundlagenforschung zurzeit in echter Gefahr ist", erklärte der Chef des in Tübingen ansässigen Max-Planck-Instituts (MPI) für biologische Kybernetik am Mittwoch auf schriftliche Anfrage.

Die biologische Forschung und hier insbesondere die System-Neurowissenschaft könnten ohne direkte und invasive experimentelle Verfahren bei Tieren, insbesondere an Primaten, nicht auskommen.

Logothetis forscht seit 1996 am MPI. 2014 geriet er wegen seiner Forschung an Affen öffentlich in die Kritik. Das Amtsgericht Tübingen stellte ein Verfahren gegen ihn 2018 ein.

Künftig will der 69 Jahre alte Wissenschaftler in Shanghai forschen. Dort werde er mit 25 Leuten aus seinem Team anfangen, sagte Logothetis "Stuttgarter Nachrichten" und "Stuttgarter Zeitung".

Als Direktor leite er in China 50 Forschungslabore, die jeweils einen Professor an der Spitze haben. "Die Versuchstiere sind genmanipulierte Affen. Auch das Klonen ist in China erlaubt und bietet neue Möglichkeiten, um etwa herauszufinden, wie wir Alzheimer besser behandeln können. Ich habe damit keine ethischen Probleme", sagte er den Zeitungen.

Logothetis erklärte auf Anfrage weiter, einige Wissenschaftler würden in ein paar Monaten nach China reisen. Er selbst werde wohl zum Jahresende oder einige Monate später umziehen.

Die Max-Planck-Gesellschaft erklärte, sie habe den Vertrag mit dem Wissenschaftler bereits über das reguläre Emeritierungsalter von 68 Jahren hinaus zweimal verlängert.

Niko Logothetis sitzt in einem Tübinger Saal.
Niko Logothetis sitzt in einem Tübinger Saal.  © Marijan Murat/dpa

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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