Nach Türkei-Camp: Aue-Trainer Stipic zieht Bilanz

"Veilchen"-Trainer Tommy Stipic ist zufrieden mit der Einstellung und Einsatzbereitschaft seiner Spieler.
"Veilchen"-Trainer Tommy Stipic ist zufrieden mit der Einstellung und Einsatzbereitschaft seiner Spieler.

Aue - Neun Tage Türkei sind vorbei. Der FC Erzgebirge ist am Freitag wieder in heimischen Gefilden angekommen. Trainer Tommy Stipic spricht mit MOPO24 über positive und negative Aspekte des Aufenthalts.

MOPO24: Herr Stipic, wie fällt Ihr Fazit aus?

Stipic: "Es gibt wie immer zwei Seiten der Medaille. Es überwiegt aber das Positive. Das Pensum hat gestimmt, die Einheiten waren sehr gehaltvoll.

Wir konnten bis zum vorletzten Tag die Spannung halten, erst bei der Partie gegen Havelse habe ich gesehen, jetzt ist genug, die Jungs sind platt. Aber das war auch so geplant.

Wir haben es geschafft, vom 4. bis 22. Januar konstant zu belasten, ohne in ein richtiges Loch zu fallen. Das passierte erst nach dem letzten Spiel, da war die komplette Mannschaft tot.

Jetzt bekommt sie daheim die Frische, die wir ab 6. Februar brauchen, ab da brennt der Baum, das wird die Hölle. Antalya haben wir auch genutzt, um uns zu finden.

Das war noch ein bisschen wie Urlaub, also ohne Druck, ohne die nervliche Belastung. Dafür war das Camp sehr gut. Ab dem Spiel gegen RB Leipzig werden wir 15 Wochen unter Starkstrom stehen."

MOPO24: Und die Kehrseite der Medaille?

Stipic: "Wir haben gerade in den Spielen gegen Paderborn, Bukarest (Anm. je 0:1) und Havelse (2:0) gesehen, wir erspielen uns Chancen, nutzen sie aber nicht.

Wenn wir eine Chance vergeben, geht der Kopf runter, dann versuchen wir nicht mehr, den Ball in die Tiefe zu spielen, da hören wir auf, das Sturmzentrum zu bespielen. Wir brauchen ein Erfolgserlebnis.

Wir können predigen, wir können arbeiten - die Jungs brauchen einen Erfolg. Nur der hilft."

Aue-Präsident Helge Leonhardt (li.) und Trainer Tommy Stipic arbeiteten im Trainingslager intensiv an einer Stürmer-Verpflichtung.
Aue-Präsident Helge Leonhardt (li.) und Trainer Tommy Stipic arbeiteten im Trainingslager intensiv an einer Stürmer-Verpflichtung.

MOPO24: Nach dem Spiel gegen Havelse kam Ihr Trainerkollege und meinte, er habe noch nie gegen eine kleinere Mannschaft gespielt, macht Sie das nachdenklich?

Stipic: "Es berührt mich zumindest nicht, es zeigt mir aber, dass uns noch etwas fehlt an Zweikampfhärte und Robustheit und..."

MOPO24: Ein Stürmer?

Stipic: "Stimmt, wir sind noch nicht vollzählig. Wir brauchen noch Qualität im Sturmzentrum."

MOPO24: Es sind noch acht Tage bis zum Schluss der Transferphase. Wird es noch was?

Stipic: "Ich habe ausgewählt, die Suche ist abgeschlossen. Ich warte nur auf die Freigabe des Vereins, des Spielers. Meine Suche ist abgeschlossen.

Ich kämpfe seit sechs Wochen um einen Spieler, wenn er nach sieben Wochen dann da ist, wird alles gut. Bis Montag oder Dienstag wird wohl aber nix passieren."

MOPO24: Mal angenommen, ihr Wunschspieler sagt ab, spielen Sie dann in der Formation ohne Stürmer mit vier offensiven Mittelfeldspielern?

Stipic: "Es muss noch etwas passieren, es muss was her. Aber es geht auch aus den eigenen Reihen, mit Dorian Diring zum Beispiel. Er gefällt mir einfach, der Spieler entwickelt sich, das ist sensationell.

Ich kann mich immer mehr mit ihm identifizieren, er geht auf, er fühlt sich gut, er beherzigt meine Ratschläge, ist frech. Dorian ist einer der Gewinner des Trainingslagers.

Aber nicht nur für ihn, sondern auch für ganze die Mannschaft zählt: Er braucht, wir brauchen den Erfolg."

Fotos: Picture Point


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