Wie geht es Steudtner im türkischen Gefängnis?

Fotograf Peter Steudtner wurde Anfang Juli in der Türkei festgenommen.
Fotograf Peter Steudtner wurde Anfang Juli in der Türkei festgenommen.  © DPA

Berlin/ Istanbul - Bereits seit zwei Wochen befindet sich der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner und sein schwedischer Kollege Ali Gharavi in türkischer Untersuchungshaft.

Ihr Anwalt Murat Boduroglu erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die beiden am Dienstag von Istanbul in die rund 80 Kilometer westlich gelegene Haftanstalt in Silivri gebracht worden seien.

Der Anwalt kritisierte, dass seinen Mandanten das Recht auf vertrauliche Gespräche mit ihren Anwälten verwehrt werde. Stattdessen würden diese Gespräche mit Kameras aufgezeichnet und von jeweils vier bis sechs Wärtern beobachtet.

Dagegen hätten die Anwälte Beschwerde eingereicht. Über den Einspruch gegen die Untersuchungshaft für die beiden Menschenrechtler sei weiterhin nicht entschieden worden.

Seit Anfang 2017 befindet sich Denis Yücel in U-Haft. Demonstranten fordern seitdem regelmäßig seine Freilassung.
Seit Anfang 2017 befindet sich Denis Yücel in U-Haft. Demonstranten fordern seitdem regelmäßig seine Freilassung.  © DPA

Steudtner und Gharavi gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte der Anwalt. In dem Gefängnis im Istanbuler Stadtteil Maltepe, in dem sie bislang saßen, seien ihnen unter anderem englischsprachige Bücher ausgehändigt worden, die Boduroglu ihnen mitgebracht hatte.

In Silivri sitzt auch der deutsch-türkische "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel unter Terrorvorwürfen in Untersuchungshaft.

Steudtner, Gharavi und acht türkische Menschenrechtler waren am 5. Juli bei einem Seminar in Istanbul festgenommen worden, wie TAG24 bereits berichtete. Gegen acht der insgesamt zehn Beschuldigten wurde danach Untersuchungshaft verhängt.

Darunter ist neben den beiden Ausländern auch die Landesdirektorin von Amnesty International, Idil Eser. Zwei wurden Beschuldigte unter Auflagen freigelassen.

Den Menschenrechtlern wird von der Staatsanwaltschaft Unterstützung einer Terrororganisation vorgeworfen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Menschenrechtler außerdem in die Nähe von Putschisten und von deutschen Spionen gerückt.

Titelfoto: DPA


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