Türkei-Spieler salutieren bei Torjubel: UEFA prüft Verbindung zu Militär-Offensive in Syrien

Istanbul - Bereits am Freitag konnte die türkische Fußball-Nationalmannschaft in der EM-Qualifikation einen Big Point landen mit dem 1:0-Sieg gegen Albanien. Nach dem Treffer kam es jedoch zu einer Aktion der türkischen Spieler, die jetzt die UEFA auf den Plan ruft.

Nicht nur im Fußball. Auch bei der Turn-WM in Stuttgart salutierte der Türke Ibrahim Colak während der Nationalhymne
Nicht nur im Fußball. Auch bei der Turn-WM in Stuttgart salutierte der Türke Ibrahim Colak während der Nationalhymne  © Tom Weller/dpa

90. Minute, Cenk Tosun erlöst die Türken mit seinem Last-Minute-Treffer gegen Albanien. Das Sükrü-Saracoglu-Stadion steht Kopf, Zuschauer und Spieler drehen förmlich durch. Nachdem sich die erste "Aufregung" gelegt hatte, dann die Szene, über die jetzt bei der UEFA diskutiert wird: Die Spieler reihten sich nebeneinander auf und salutierten vor der Tribüne!

Dieser Torjubel scheint wohl in direktem Zusammenhang zur türkischen Militäroffensive in Nordsyrien zu stehen. Nachdem politische Äußerungen jedoch nicht gestattet sind, könnte der Jubel nun ernste Konsequenzen nach sich ziehen.

Auch wenn er "die Geste nicht gesehen" hatte, sagte UEFA-Pressechef Philip Townsend, dass eine solche Geste "zweifellos als Provokation gedeutet werden kann". Nachdem solche Äußerungen verboten sind, "werden wir dem Verdacht definitiv nachgehen", so Townsend weiter.

Auf Instagram folgte im Anschluss an das EM-Quali-Spiel gegen Albanien ebenfalls ein Post auf der offiziellen Instagram-Seite des türkischen Verbandes. Auch hier salutierten die Spieler sowie der Staff in die Kamera. Als Bildunterschrift wird den "tapferen Soldaten und Märtyrern" gedacht.

Erst kürzlich hatte der Profi vom deutschen Zweitligisten FC St. Pauli, Cenk Şahin (25) mit einem Post auf Instagram für Aufsehen gesorgt, der sich mit der Verherrlichung der Militäroffensive von Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Norden Syriens befasste (TAG24 berichtete). In diesem Fall wird es wohl zur Trennung zwischen Spieler und Verein kommen.

Ob und wie das Verhalten der türkischen Nationalmannschaft letztlich von der UEFA sanktioniert wird, wird sich wohl in den nächsten Tagen entscheiden.

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