Sechs Monate alter Junge wird entführt

Olga Lenski (Maria Simon, 2. v. l.) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, r.) verhören Anna Kowalska (Agnieszka Grochowska) und ihren Mann Bartosz (Piotr Stramowski).
Olga Lenski (Maria Simon, 2. v. l.) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, r.) verhören Anna Kowalska (Agnieszka Grochowska) und ihren Mann Bartosz (Piotr Stramowski).  © rbb/Andrea Hansen

Frankfurt/Oder - Sabine Hallmann (Katharina Heyer) war nur kurz Kaffee holen, schon ist ihr kleiner Sohn Leon aus der Kinderstation eines Krankenhauses in Frankfurt (Oder) verschwunden.

Olga Lenski (Maria Simon) und Kollege Adam Raczek (Lucas Gregorowicz) ermitteln. Relativ schnell wird der sechs Monate alte Junge in der Kleinstadt Gorzów Wielkopolski wieder ausgesetzt, aber der Kidnapper Pawel Rozanski liegt erschlagen in seinem Wagen.

Das deutsch-polnische Ermittler-Duo stößt auf ein mysteriöses Beziehungsgeflecht: Mutter Hallmann und ihr Mann Robert (Tobias Oertel) sind lediglich die Adoptiveltern des Kleinen, die leibliche Mutter Anna Kowalska (Agnieszka Grochowska) lebt mit ihrem Ehemann, dem Lkw-Fahrer Bartosz Kowalski (Piotr Stramowski), in Polen.

Anna will eine Affäre mit Robert gehabt haben, aber der ist nicht der leibliche Vater des Kindes. Ist das Baby womöglich illegal verkauft worden? Zumindest will es jemand dringend zurückhaben...

Lohnt sich das Einschalten?

Schock für die (falschen) Eltern: Sabine Hellmann (Katharina Heyer) und ihr Mann Robert (Tobias Oertel) warten im  Krankenhaus auf eine Nachricht des Entführers ihres Sohnes.
Schock für die (falschen) Eltern: Sabine Hellmann (Katharina Heyer) und ihr Mann Robert (Tobias Oertel) warten im Krankenhaus auf eine Nachricht des Entführers ihres Sohnes.  © rbb/Andrea Hansen

Durchaus.

Aber wie immer muss man beim ruhig angelegten "Polizeiruf 110" aus Brandenburg viel Geduld mitbringen.

"Das Beste für mein Kind", der vierte Fall von Lenski und Raczek, ist da keine Ausnahme.

Die Story wird sehr langsam und betont unspektakulär entwickelt. Selbst zum Finale in Masuren nimmt der Krimi keine Fahrt auf.

Das fehlende Tempo stört jedoch nicht. Dafür sorgt ein starkes Schauspieler-Ensemble. Mit kleinen aber intensiven Gesten vermitteln die Darsteller große Gefühle - es geht um unerfüllte Babywünsche, Eifersucht, Verzweiflung. Das geht unter die Haut.

Zudem enthält der sparsam arrangierte Film viel Lokalkolorit; er spielt hauptsächlich in Polen, weite Dialogstrecken sind deutsch untertitelt. Wen das nicht stört, der bekommt ein Drama, das schleichend packt.


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