U5: Jetzt können die Hamburger die neue U-Bahn-Linie sogar mitplanen

Hamburg – Seit langem plant der Hamburger Senat die U-Bahn-Linie U5. Nach der Vorstellung der Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchung bewegt sich nun endlich etwas.

Pose nach der Landespressekonferenz (vlnr.): Jens-Günter Lang und Henrik Falk von der der Hamburger Hochbahn AG; Peter Tschentscher (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister und Michael Westhagemann (parteilos).
Pose nach der Landespressekonferenz (vlnr.): Jens-Günter Lang und Henrik Falk von der der Hamburger Hochbahn AG; Peter Tschentscher (SPD), Hamburgs Erster Bürgermeister und Michael Westhagemann (parteilos).

Die Planungen für den U-Bahn-Netzausbau in der Millionenstadt Hamburg erreicht am Dienstag einen Meilenstein. Die Machbarkeitsuntersuchung für den mittleren Innenstadtabschnitt der neuen U-Bahn-Linie U5 ist erfolgreich abgeschlossen.

Die breit angelegte Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die U5 verkehrlich, baulich, technisch und betrieblich realisierbar sei. Das ließ der Hamburger Senat am Dienstag verlauten.

Michael Westhagemann (parteilos), Senator für Wirtschhaft, Verkehr und Innovation positionierte sich eindeutig. Er meint, die U- und S-Bahnen seien das Rückgrat der Mobilität in Hamburg. Deshalb würde nun mit Hochdruck das Bahnnetz ausgebaut.

Mit der Strecke, die von Bramfeld in der City Nord über die Innenstadt bis nach Stellingen führen soll, würden laut Senat wichtige Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorte sowie viele tausend Hamburgerinnen und Hamburger erstmals einen direkten Bahnanschluss erhalten.

Hamburgs erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sprach bei der Präsentation der Ergebnisse sogar von einem "Jahrhundert-Projekt". Der unschlagbare Vorteil der U-Bahn sei, "dass sie unterirdisch ist". Dadurch werde der begrenzte Straßenraum entlastet. Mit der neuen U5 würden rund 150.000 Hamburgerinnen und Hamburger in vielen Stadtteilen fußläufig an das Schnellbahnsystem angeschlossen, ergänzte der Bürgermeister.

Tschentscher erklärte auch, dass der genaue Verlauf der "U5 Mitte" und die Lage der Haltestellen nun öffentlich diskutiert würden. Bürgerinnen und Bürger sollen sich also direkt an den weiteren Planungen der Bahnstrecke über eine Online-Plattform beteiligen.

Michael Westhagemann (parteilos), Hamburgs Wirtschaftssenator, auf der Landespressekonferenz vor einem Werbeplakat.
Michael Westhagemann (parteilos), Hamburgs Wirtschaftssenator, auf der Landespressekonferenz vor einem Werbeplakat.  © DPA

Auf der Internetseite schneller-durch-hamburg.de können sich Interessierte an den offenen Planungen beteiligen, indem sie Ideen und Anregungen einbringen.

Dass das Projekt U5 durch einen umfangreichen Informations- und Beteiligungsprozess begleitet wird, finden auch viele andere Politiker gut.

Anlässlich der Bestätigung der Machbarkeit der U5-Strecke erklärt der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Ewald Aukes:

"Wir Freie Demokraten begrüßen, dass der Senat die Bürgerinnen und Bürger über ein Online-Portal in die Planungen der U5 einbeziehen will. Wünschenswert wäre allerdings, dass das Portal zumindest perspektivisch auch transparent über die unterschiedlichen Kosten von Haltestellen- und Streckenvarianten informiert."

Auch die Linksfraktion gibt sich vom Bürgerbeteiligungsverfahren begeistert. Heike Sudmann, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, mahnt aber an: "Entscheidend wird die Frage sein, ob die Bürger und Bürgerinnen nur mitreden oder auch was verändern können".

Überhaupt findet das Mega-Projekt viel Anklang in der Hamburger Politik – auch wenn laut den Grünen Milliardeninvestitionen für die Umsetzung nötig sein werden.

Das Hamburger Bahnnetz wird ausgebaut, die Linie U5 verspricht auf lange Sicht mehr Komfort und kürzere Beförderungszeiten für Fahrgäste. Erstmal wird aber geplant und gebaut.
Das Hamburger Bahnnetz wird ausgebaut, die Linie U5 verspricht auf lange Sicht mehr Komfort und kürzere Beförderungszeiten für Fahrgäste. Erstmal wird aber geplant und gebaut.  © DPA

Das Projekt sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verkehrswende, meint Martin Bill, Sprecher zum Thema Verkehrspolitik bei Hamburgs Grünen, und erklärt:

"Unser Ziel ist die Förderung des Umweltverbundes aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr." Bill fügt noch hinzu, dass eine vorausschauende Politik aber zweierlei bräuchte: Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen zur Komfort- und Kapazitätssteigerung sowie langfristige Maßnahmen zur Netzerweiterung.

DIE LINKE bringt noch einen weiteren, kritischen Punkt auf den Diskussionstisch: Da die U5 am Jungfernstieg nur schlecht an die anderen U-Bahnen anzubinden sei, solle es hier keine Haltestelle geben. Alternativ würde an bahnsteiggleiche Umsteigemöglichkeiten zu anderen U-Bahnen am Hauptbahnhof und am Stephansplatz gedacht: „Damit dürfte Hamburg die erste Stadt weltweit sein, die eine U-Bahn unter der Innenstadt ohne Halt plant."

Für den ersten Streckenabschnitt von Bramfeld in die City Nord soll das Planfeststellungsverfahren noch in diesem Jahr beantragt werden. Baubeginn soll 2021 sein.

Zu den Kosten der U5 könne man sich zum jetzigen Planungsstand nicht seriös äußern, sagte Oberbürgermeister Tschentscher abschließend.

So soll der Verlauf der Strecke der neuen U-Bahn-Linie U5 aussehen.
So soll der Verlauf der Strecke der neuen U-Bahn-Linie U5 aussehen.  © Hochbahn Hamburg

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