HVV-Ausbau: Wird die neue U5 günstiger als geplant?

Hamburg - Bis die ersten Fahrgäste im Nordosten Hamburgs mit der neue U-Bahnlinie 5 fahren können, wird es noch viele Jahre dauern. Die Kosten sind enorm, doch die könnten niedriger ausfallen.

Fahrgäste steigen in eine Hamburger U-Bahn ein.
Fahrgäste steigen in eine Hamburger U-Bahn ein.  © dpa/Axel Heimken

Für den 5,8 Kilometer langen Abschnitt der U5 im sind Kosten von mehr als 1,75 Milliarden Euro veranschlagt worden.

Davon entfällt rund 1 Milliarde Euro unter anderem auf die Erdbauarbeiten nebst Rohbau (759 Mio Euro), den Ausbau der Haltestellen (28 Mio) und deren Ausrüstung mit Technik (102 Mio) sowie auf die volle Automatisierung der U-Bahn (79 Mio), wie der Technik-Vorstand der Hamburger Hochbahn, Jens-Günter Lang, am Donnerstag in Hamburg erläuterte.

Als Baunebenkosten wurden 269 Millionen Euro kalkuliert.

Der östliche Teil der U5 soll von Bramfeld über die Sengelmannstraße (U1) bis in die City Nord führen, gerechnet wird mit 30.000 Fahrgästen täglich.

Ein zusätzlicher Kostenpuffer ist mit 124 Millionen Euro angesetzt worden, ein Aufschlag von 12 Prozent.

Nach den Ausführungen des Technik-Chefs sei im Kataster "jedes erdenkliche Risiko" aufgeführt, zum Beispiel, wenn Findlinge die Arbeiten der Schildvortriebsmaschine mit elf Metern Durchmesser verzögern. "Wir sind tief ins Bauverfahren eingestiegen und haben sehr, sehr viel Arbeit reingesteckt", versicherte Lang.

Das liege an der Geologie, an Gleiswechseln und am Verkehrsraum. "Bei der Projektierung haben wir uns die U5 einfacher vorgestellt."

Angesichts des derzeitigen Baubooms in deutschen Städten steht die Baubranche unter Dampf. In den nächsten Jahren werde es zudem wegen des Ausbildungs- und Fachkräftemangels schwieriger werden, Firmen für den Tiefbau zu finden, merkte Verkehrssenator Michael Westhagemann (parteilos) an.

Gutachter hat steigende Baupreise berechnet

So ähnlich wie beim Bau der U4 in die Hafencity im Jahr 2010 wird die U5-Baustelle unter der Erde auch aussehen.
So ähnlich wie beim Bau der U4 in die Hafencity im Jahr 2010 wird die U5-Baustelle unter der Erde auch aussehen.  © dpa/Maurizio Gambarini

"Enorme Kopfschmerzen hat uns die Baupreisentwicklung gemacht. Derzeit gibt es die Tendenz zu deutlichen Preissteigerungen", sagte der Technik-Chef.

Der U-Bahn-Bau soll sich von voraussichtlich 2021 an über neun Jahre erstrecken. Mithilfe eines Gutachters seien für zu erwartende Preissteigerungen rund 311 Millionen Euro veranschlagt worden. Der Betrag ist bereits eingepreist.

Dem zugrunde liegt ein jährlicher Preisaufschlag von 3,9 Prozent bis 2022 und anschließend von jährlich 2,6 Prozent bis zur Endabrechnung 2032.

Bei der Ausschreibung der Aufträge solle eine Preisgarantie für zwei, drei Jahre vom Auftragnehmer verlangt werden, um bei Auftragsvergabe möglichst realistische Angebote zu erhalten.

Er sei überzeugt, dass der Strecken-Abschnitt deutlich unter den veranschlagten 1,75 Milliarden Euro bleiben werde, sagte Lang.

Ein Teil der Arbeiten soll nach dem Willen der Planer in städtischer Hand bleiben: die Bewegung von rund 1,7 Millionen Kubikmetern Erdaushub. In einer Fläche im Hafen könnten die Massen abgelagert und ein Teil zur Wiederverwendung beim Bau aufbereitet werden, erläuterte Lang.

Die Hochbahn sei mit der Hamburger Hafenbehörde HPA hierüber im Gespräch und auf gutem Weg. Wird ein Abschluss erzielt, könnten 60 Millionen Euro eingespart werden, ergänzte Projektleiter Klaus Uphoff. Rund 6 Millionen Euro müssen ihm zufolge noch für Grunderwerb ausgegeben werden.

Jüngst war die Machbarkeitsstudie für die weitere U5-Strecke zwischen der City Nord und Stellingen vorgestellt worden. In Spitzenjahren des nächsten Jahrzehnts werden alle Abschnitte gleichzeitig in Bau sein, sagte der Hochbahn-Techniker.

Er erwartet, dass die voll automatisierte Bahn mit enger Taktung 2030 auf dem ersten Abschnitt fahren wird.

Titelfoto: dpa/Axel Heimken

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