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Über diese Versicherungen solltest Du Bescheid wissen

Deutschland - Vor allem gesündere Lebensweise und medizinischer Fortschritt lassen unsere Lebenserwartung stetig steigen. Hier erfährst Du, welche Versicherungen für die Absicherung des aktuellen und des zukünftigen Lebensstandards wichtig sind.
Welche Versicherungen lohnen sich noch und welche sind überflüssig?
Welche Versicherungen lohnen sich noch und welche sind überflüssig?

Deutschland - Vor allem gesündere Lebensweise und medizinischer Fortschritt lassen unsere Lebenserwartung stetig steigen. Hier erfährst Du, welche Versicherungen für die Absicherung des aktuellen und des zukünftigen Lebensstandards wichtig sind.

Das illustriert eine Grafik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Auch bessere Arbeitsbedingungen und verbesserte Hygiene sorgen dafür, dass das Durchschnittsalter der Bevölkerung weiter anwächst.

Forscher kennen außerdem die Wirkung von steigendem Wohlstand, höherer Bildung und besserer sozialer Fürsorge.

Was heißt das für den einzelnen Bürger und Verbraucher? Wenn wir länger leben, was bedeutet das für die Altersvorsorge? Was für die Pflege?

Der Verlust der Arbeitskraft: Berufsunfähigkeitsversicherung und Dread-Disease-Policen

Im Falle einer Berufsunfähigkeit, sollte man entsprechend abgesichert sein.
Im Falle einer Berufsunfähigkeit, sollte man entsprechend abgesichert sein.

Das größte Risiko überhaupt besteht für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Verlust ihrer Arbeitskraft. Dieses Risiko wird generell unterschätzt, wie der Focus schreibt. Zur Berufsunfähigkeit (BU) führt nämlich nicht nur der spektakuläre Arbeitsunfall, sondern weitaus häufiger ganz alltägliche Krankheiten: Rückenleiden sind für 24 Prozent der BU-Fälle verantwortlich, dicht gefolgt von Nervenleiden (23 Prozent), darunter fallen auch psychische Erkrankungen.

Die finanziellen Auswirkungen einer Berufsunfähigkeit sind dramatisch: Die Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung reichen kaum aus, den Lebensstandard zu halten, und wer in jungen Jahren erkrankt, erhält nur eine minimale Absicherung. Wer dagegen als Berufseinsteiger eine BU-Versicherung abschließt, zahlt geringe Beiträge und ist sofort abgesichert.

Wer dagegen bereits einige Berufsjahre und womöglich Vorerkrankungen hinter sich hat, zahlt nicht nur höhere Beiträge, sondern hat teilweise Schwierigkeiten, überhaupt eine Police abzuschließen. Daher haben Versicherungen spezielle Produkte entwickelt, die auf die besonderen Risiken und Anforderungen dieser Zielgruppe eingehen.

Dread-Disease-Policen beispielsweise versichern den Arbeitnehmer oder Selbstständigen gegen eine Liste von ausgewählten schweren Krankheiten.

Welche Lebensversicherung lohnt sich noch?

Eine neue Kapitallebensversicherung, bei der ein bestimmter Kapitalstock aufgebaut und im Alter ausgezahlt wird, rechnet sich bei den heutigen Zinsverhältnissen nicht mehr. Sehr sinnvoll ist aber nach wie vor die Risikolebensversicherung.

Sie sichert die Familie des Versicherungsnehmers im Todesfall ab. Wenn der Versicherungsnehmer stirbt, zahlt die Versicherung die in der Police vereinbarte Summe an die Hinterbliebenen aus.

Die Risikolebensversicherung ist besonders wichtig für Immobilienfinanzierer. Wenn ein Verdiener stirbt, kann der Kredit nicht mehr wie geplant bedient werden, die Familie muss womöglich aus dem Eigenheim ausziehen.

Sinnvoll ist diese Absicherung auch für Familien mit (kleinen) Kindern, die von einem Hauptverdiener abhängig sind. Schließlich ist das Armutsrisiko für Alleinerziehende besonders groß – es hilft, wenn die Familie nach einem Schicksalsschlag wenigstens finanziell abgesichert ist.

Für Motorradfahrer und Extremsportler: Die Unfallversicherung

Bei bleibenden Schäden springt eine Unfallversicherung ein, allerdings nicht für die Arztkosten.
Bei bleibenden Schäden springt eine Unfallversicherung ein, allerdings nicht für die Arztkosten.

Eine Unfallversicherung gehört nicht zu den vordringlichsten Versicherungen. Während der Arbeitszeit sind Arbeitnehmer über ihren Arbeitgeber unfallversichert. Bleiben Freizeitunfälle, die ein Risiko darstellen könnten.

Allerdings ist die Unfallversicherung nicht für die „normalen“ Folgen eines Unfalls gedacht, wie etwa Krankenhaus- oder Arztkosten. Diese sind in der Regel über die Krankenversicherung abgedeckt. Eine Unfallversicherung springt dann ein, wenn der Unfall bleibende Schäden hinterlässt. Zum Glück sind solche Unfälle aber sehr selten.

Für bestimmte Risikogruppen ist eine Unfallversicherung dagegen sinnvoll. Motorradfahrer, Rennradradler, Extremsportler oder Menschen, die sehr oft Ski oder Snowboard fahren, sollten sich nach Policen erkundigen.

Der Vergleich verschiedener Angebote und Policen ist nicht einfach, es lohnt sich, die gewünschte Versicherungssumme sorgfältig festzulegen sowie die Bedingungen für die Auszahlung von Leistungen genau zu prüfen.

Eine kleine Unachtsamkeit – die Haftpflichtversicherung hilft

Die private Haftpflichtversicherung ist ein Muss. Sie leistet Schadenersatz, wenn ein Verbraucher oder seine Angehörigen einer anderen Person durch Unvorsichtigkeit oder Leichtsinn Schaden zufügt. Wichtig ist die Versicherung deshalb, weil sie nicht nur kleinere Schäden wie eine zerbrochene Brille oder einen Fleck auf dem Teppichboden absichert, sondern auch Unfälle, bei denen die Opfer bleibende Schäden erleiden.

Wer beispielsweise als Fahrradfahrer einen Verkehrsunfall verursacht, haftet für die Krankheits- und für die Folgekosten, die dem Unfallopfer entstehen. Ohne Haftpflichtversicherung kann dies den finanziellen Ruin bedeuten.

In der privaten Haftpflichtversicherung sind Familienangehörige im gleichen Haushalt automatisch mitversichert. Hundebesitzer aufgepasst: In der privaten Haftpflichtversicherung sind Schäden, die Hunde verursachen, nicht eingeschlossen. Hundebesitzer sollten daher eine separate Hundehaftpflichtversicherung abschließen. In einigen Bundesländern ist dies bereits Pflicht.

Sicheres Haus und Heim

Eine Hausratversicherung deckt alle Wertgegenstände in der Wohnung ab.
Eine Hausratversicherung deckt alle Wertgegenstände in der Wohnung ab.

Eine Hausratversicherung schützt alles, was sich in der Wohnung befindet – Möbel, Kleidung, elektronische Geräte, Schmuck und Wertsachen, Gemälde und Antiquitäten. Die Versicherung tritt ein, wenn der Schaden durch Feuer, Leitungswasser, Einbruch und Raub oder Sturm verursacht wurde. Sie lohnt sich besonders für Haushalte, die sehr wertvolle Gegenstände besitzen.

Hausbesitzer dagegen benötigen eine Wohngebäudeversicherung, um Sturm-, Feuer- oder Wasserschäden am Haus zu versichern. Diese Versicherung ist nicht Pflicht, wird aber von allen Experten empfohlen. Denn ein Sturmschaden beispielsweise kann ein Haus unbewohnbar machen – ohne eine Wohngebäudeversicherung sind Hausbesitzer mit der Reparatur oft überfordert.

„Gesundheit ist das höchste Gut“

Krankenversicherung ist Pflicht in Deutschland. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind regelmäßig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, ebenso Rentner und nicht erwerbstätige Familienangehörige. Eine zweite Säule des Krankenversicherungssystems sind die privaten Krankenkassen.

Dort können sich Arbeitnehmer mit einem Einkommen oberhalb der Versicherungs-Pflichtgrenze sowie Selbstständig versichern. Die Entscheidung, welches System im Einzelfall das richtige ist, sollte sorgfältig überlegt werden, denn eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur unter strengen Voraussetzungen möglich.

Wem die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht ausreichen, der kann einzelne Zusatzleistungen versichern. Finanzberater wie tecis haben Versicherungspolicen im Angebot, mit denen die Versicherungsnehmer sich zum Beispiel für Zahnarztleistungen oder längere Krankenhausaufenthalte absichern.

Gut aufgehoben als Pflegefall: Pflegeversicherung und Pflegezusatzversicherung

Neben der staatlichen Pflegeversicherung, wird auch eine private empfohlen.
Neben der staatlichen Pflegeversicherung, wird auch eine private empfohlen.

Die gestiegene Lebenserwartung ist natürlich ein schöner Erfolg. Doch leider steigt mit den zusätzlichen Jahren auch die Zeit des Pflegebedarfs durchschnittlich an. Das Risiko, zum Pflegefall zu werden, ist beträchtlich, und es bereitet vielen Menschen große Sorge. Um das Pflegerisiko abzumildern, wurde 1995 die Soziale Pflegeversicherung eingeführt.

Heute zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einen festen Beitrag des Arbeitsentgelts in die Pflegeversicherung ein, und Pflegebedürftige erhalten aus der Versicherung Geld- oder Sachleistungen in der häuslichen oder stationären Pflege.

Laut Bundesminsterium für Gesundheit ist zu Jahresbeginn 2016 das Zweite Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten. Damit wird die Einstufung der Pflegebedürftigkeit ab 2017 grundlegend umgestellt, Fachleute erwarten dadurch eine Besserstellung vieler Pflegebedürftiger.

Dennoch bleibt eine Lücke: Die staatliche Pflegeversicherung deckt die Grundversorgung ab. Die Bundesregierung ermuntert Bürger daher, zusätzlich auch privat für den Pflegefall vorzusorgen und fördert entsprechende Versicherungen mit Zulagen.

Die (private) Pflegezusatzversicherung gibt es in verschiedenen Varianten, wie der WISO-Ratgeber des ZDF beschreibt. Da gibt es zum einen die Pflegetagegeld-Versicherung. Sie zahlt für jeden Tag der Pflege einen festen Betrag, mit dem die Versicherten dann Pflegeleistungen begleichen. So bleibt die Entscheidung, in welcher Form die Pflege durchgeführt wird, beim Versicherten.

Die Pflegekostenversicherung dagegen übernimmt bestimmte Kosten, die (nach Abzug der gesetzlichen Leistungen) tatsächlich anfallen. Die Kosten werden mit Belegen nachgewiesen. Weitere Modelle sind die Pflegerentenversicherung und der öffentlich geförderte „Pflege-Bahr“.

Gesetzliche Rentenleistungen mit private Altersvorsorge ergänzen

Die größte Auswirkung hat die lange Lebenserwartung für alle natürlich in der Frage der Altersvorsorge. Die zusätzlichen Lebensjahre bedeuten für die allermeisten Menschen eine längere Rentenphase – bereits heute beträgt die durchschnittliche Bezugsdauer für Renten der gesetzlichen Rentenversicherung über 21 Jahre für Frauen und 17 Jahre für Männer.

Zwar wird auch das Rentenalter langsam ansteigen, aber deutlich wird doch, dass die Altersvorsorge einen langen Lebensabschnitt betrifft. Dabei klafft eine Lücke zwischen den Leistungen aus der gesetzlichen Grundversorgung, die künftige Rentnerinnen und Rentner erwarten dürfen, und den Ansprüchen, den gewohnten Lebensstandard auch im Alter aufrechtzuerhalten.

Private Altersvorsorge ist daher empfehlenswert. Verschiedene Instrumente wie die Riester-Rente werden direkt mit staatlichen Zulagen gefördert. Andere, wie private Rentenversicherungen, sind in der Auszahlungsphase steuerlich begünstigt. Weitere Formen des Vermögensaufbaus zur Altersvorsorge, wie etwa Immobilien oder Aktienanlagen, fallen nicht unter diese Förderung. Eine sorgfältige Beratung bei Finanzberatern wie tecis ist unerlässlich.

Betriebliche Altersvorsorge: Einfach und effektiv

Um eine KFZ-Haftpflichtversicherung kommt man nicht herum. Diese ist vorgeschrieben.
Um eine KFZ-Haftpflichtversicherung kommt man nicht herum. Diese ist vorgeschrieben.

Jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin hat Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge. Viele größere Arbeitgeber führen dafür eigene Pensionsfonds, Pensionskassen oder Gruppenverträge. Wenn der Arbeitgeber keine eigene betriebliche Altersvorsorge anbietet, kann der Arbeitnehmer einen eigenen Vertrag vorschlagen.

Dann wird ein Teil seines Gehalts umgewandelt: Er fließt steuerfrei in eine eigene Direktversicherung. Auch Sozialabgaben fallen bei den Zahlungen in die betriebliche Altersvorsorge nicht an. Diese zusätzliche private Altersvorsorge wird generell empfohlen, denn sie ist einfach und sehr effektiv.

Kraftfahrzeugversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht. So ist sichergestellt, dass alle Personen- und Sachschäden abgedeckt sind, die ein Autobesitzer anderen zufügt. Sie umfasst auch Schäden, die eigenen Mitfahrern entstehen. Der Fahrer oder die Fahrerin ist allerdings von der Versicherung nicht abgesichert, ebenso wenig wie Schäden am eigenen Fahrzeug. Diese Schäden werden durch eine Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung abgedeckt.

Ohne die nötige Versicherungsbescheinigung wird kein Auto zugelassen. Wie hoch die Versicherungsbeiträge im Einzelnen ausfallen, hängt von der Fahrzeugklasse (Typklasse) und vom Zulassungsbezirk ab (Regionalklassen).

Versicherungen, die meistens verzichtbar sind

Eine Rechtsschutzversicherung sichert Verbraucher relativ günstig gegen die Kosten gerichtlicher Auseinandersetzung ab. Allerdings sind die großen Rechtsrisiken wie Scheidung, Unterhalt oder Hausbau meist nicht darin enthalten. Versicherungen für die Brille oder das Handy, sowie Reiserücktrittsversicherungen werden meist über den Händler angeboten. Oft sind sie relativ teuer.

Fazit: Versicherungsschutz regelmäßig überprüfen

Der Versicherungsmarkt ist breit gefächert: Für fast jedes Risiko findet sich eine passende Versicherung. Allerdings ist nicht alles, was auf dem Markt angeboten wird, auch wirklich für jeden sinnvoll – eine gute Beratung ist unerlässlich.

Die Deutschen sind in einigen zentralen Risiken unterversichert, das gilt vor allem für das Risiko der Berufsunfähigkeit. Andere Haushalte haben dagegen zu viele Versicherungsverträge und sind in manchen Bereichen sogar doppelt abgesichert.

Auf jeden Fall lohnt sich eine regelmäßige Überprüfung der laufenden Verträge und des Versicherungsschutzes, wie auch ein Blick auf den Facebook-Auftritt des Finanzexperten tecis bestätigt. Nehmen Sie sich dafür mindestens alle paar Jahre ein wenig Zeit.

Fotos: Fotolia

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