Über eine Million Haustiere halten Sachsen auf Trab

Mit einem Haustier in der Familie lernen Kinder frühzeitig Verantwortung zu übernehmen. Die Arbeit bleibt allerdings meist an den Eltern hängen.
Mit einem Haustier in der Familie lernen Kinder frühzeitig Verantwortung zu übernehmen. Die Arbeit bleibt allerdings meist an den Eltern hängen.

Von Antje Meier

Sachsen - Die Sachsen lieben es tierisch! So kreucht und fleucht es überall in den sächsischen Wohnzimmern. Ob Bello oder Mauz, Bubi oder Gecko: In jedem dritten Haushalt lebt ein tierischer Mitbewohner, oft auch mehr. Doch welches ist eigentlich des Sachsen liebstes Tier?

Dass ein Haustier nicht nur Freude bringt, sondern auch Ärger machen kann, erlebt Tierpsychologe Axel Reichert (37) täglich. Er gibt Tipps, mit den Macken unserer Lieblinge klar zu kommen. Kämpferin an ganz anderer Front ist Uta Bresan (50). Seit über 20 Jahren versucht sie in ihrer Sendung „tierisch, tierisch“ Heimtiere zu vermitteln.

Auch wenn der Hund als der beste Freund des Menschen gilt. Das Lieblingstier der Deutschen ist er nicht. Vielmehr schiebt sich die Katze auf ihren weichen Samtpfoten ganz elegant aufs oberste Treppchen.

Tier-Verteilung in Sachsen.
Tier-Verteilung in Sachsen.

So sollen 11,8 Millionen Katzen in deutschen Haushalten leben. Das ergab zumindest eine Studie aus dem Jahr 2014 anhand von Stichproben, die der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) in Auftrag gab.

Die Dunkelziffer dürfte also weitaus höher sein. Denn eine Meldepflicht besteht nur für Hundehalter und geschützte Exoten.

Der Mieze dicht auf den Fersen sind dann aber doch unsere Spürnasen – mit 6,8 Millionen Hunden. An dritter Stelle rangieren Hamster, Meerschweinchen [&] Co. mit 5,9 Millionen Kleintieren.

Die Studie verrät außerdem, dass 38 Prozent aller Haushalte ein Haustier besitzen, 57 Prozent aller Familien ein Tier haben und 19 Prozent mindestens zwei Haustiere haben.

Es gibt bspw. einen Tierfriedhof in Neukirchen am Stadtrand von Chemnitz.
Es gibt bspw. einen Tierfriedhof in Neukirchen am Stadtrand von Chemnitz.

Für Sachsen lassen sich Zahlen nur anhand dieser Daten errechnen.

Demnach leben aber deutlich mehr als eine Million Haustiere in Sachsen (siehe Grafik). Das Statistische Landesamt in Kamenz erfasst nur, dass die Sachsen im Jahr 2013 durchschnittlich 11 Euro pro Monat (2008: 8 Euro) für Haustiere ausgaben.

Das entspricht 0,5 Prozent (2008: 0,4%) der Konsumausgaben sächsischer Haushalte.

Die Heimtierstudie „Wirtschaftsfaktor Heimtierhaltung“ der Universität Göttingen resümiert sogar, dass Haustiere einen jährlichen Umsatz von über 9,1 Milliarden Euro in Deutschland einbringen und einen Anteil von 0,32 Prozent am Bruttoinlandsprodukt haben. Davon entfallen 4,8 Milliarden auf den Heimtierbedarf und 2,1 Milliarden auf die Gesundheit der Vierbeiner.

Wer es versäumt, seinen Vierbeiner anzumelden, dem droht ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro.
Wer es versäumt, seinen Vierbeiner anzumelden, dem droht ein Bußgeld bis zu 10.000 Euro.

Das Leben ist selten gerecht. Das sehen wohl auch die meisten Hundehalter so. Denn sie sind die einzigen Haustierbesitzer, die von den Kommunen zur Kasse gebeten werden. Ausgenommen sind Blindenführ-, Rettungs- und öfters auch Tierheimhunde.

Sachsens Steuer-Hochburgen sind die drei kreisfreien Städte. Am meisten Hundesteuer wird mit 108 Euro für die 13.500 in Dresden gemeldeten Vierbeiner fällig. Der Zweithund kostet 144 Euro.

In Chemnitz zahlen die Halter der 7 966 gemeldeten Bellos 100 Euro, ab dem zweiten Hund werden jeweils 135 Euro fällig.

In Leipzig schlagen 96 Euro zu Buche. Richtig teuer wird’s aber beim Zweithund mit 192 Euro. 19 468 Hunde leben offiziell in der Messestadt. Zum Vergleich: Teuerste Hundestadt in Deutschland ist Mainz mit 186 Euro. Freuen können sich hingegen Hundehalter im bayrischen Windorf. Dort kostet der Vierbeiner nichts.

Fotos: Christof Heyden, Colourbox, imago


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0