18 Tote bei Sturm auf Luxushotel

UPDATE 17 Uhr

Die Geiselnahme im Luxushotel "Radisson Blu" ist beendet. Dabei wurden nach Angaben ausländischer Sicherheitskreisen mindestens 18 Menschen getötet.

Laut Regierung in Mali (Westafrika) haben die Geiselnehmer nunmehr keine Menschen mehr in ihrer Gewalt.

Neben den lokalen Sicherheitsbehörden hatten sich an der Befreiung der Geiseln auch französische Spezialkräfte und US-Spezialeinheiten beteiligt, berichtete der Nachrichtensender ntv.

Um wen es sich bei den Toten handelt, sei noch nicht bekannt. Unklar sei auch, ob alle Geiselnehmer getötet oder festgenommen wurden.

Unterdessen haben sich zwei mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Gruppen laut Medien zu dem Anschlag bekannt. Der arabische TV-Kanal Al-Dschasira meldete am Freitag, er habe eine entsprechende Erklärung erhalten.

UPDATE 15 Uhr

Bei der Befreiungsaktion von malischen Spezialeinheiten konnten auch zwei Deutsche das Hotel verlassen, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (59, SPD). "Wir haben noch keinen vollständigen Überblick. Die Aufklärung läuft auf Hochtouren."

Alle Mitarbeiter der Botschaft, deutsche UN-Mitarbeiter und deutsche Entwicklungshelfer hätten sich inzwischen gemeldet, sagte Steinmeier, der sich derzeit zu einer viertägigen Afrika-Reise in Sambia aufhält. Deshalb habe er die Hoffnung, dass keine weiteren Deutschen unter den Geiseln seien.

Insgesamt kamen 87 Menschen aus der Hand der mutmaßlich islamischen Attentäter frei.

MOPO24 berichtet weiter.

UPDATE 13 Uhr:

Sicherheitskräfte des westafrikanischen Landes begannen, in das Hotel vorzudringen, wie ein Augenzeuge berichtete.

Dabei kamen etwa 80 der 170 Geiseln frei. Das sagte ein Beamter des Innenministeriums am Freitag der DPA. Die genauen Umstände ihrer Freilassung blieben zunächst unklar.

Die bewaffneten Angreifer sollen sich Berichten zufolge in einem oberen Stockwerk des Hotels verschanzt haben.

Sie hatten vorher offenbar jene freigelassen, die das arabische Glaubensbekenntnis aufsagen könnten, und seien vor allem an westlichen Geiseln interessiert.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte: "Wir haben noch keine Erkenntnisse, ob sich Deutsche unter den Geiseln befinden."

Die US-Botschaft und andere westliche Vertretungen forderten ihre Staatsbürger in Bamako auf, in ihren Häusern zu blieben.

Islamistische Attentäter hatten bereits im August ein Hotel in Sévaré angegriffen. Dabei kamen 13 Menschen ums Leben. Unter den Opfern waren auch fünf Mitarbeiter der Vereinten Nationen.

Bundeswehr-Soldaten sind nicht unter den Geiseln im Hotel. "Unser Hauptquartier liegt einige Kilometer von dem Hotel entfernt, alle sind in Sicherheit", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin.

In Bamako sind aktuell mehr als 50 deutsche Soldaten als Teil der European Training Mission in Mali (EUTM Mali) stationiert. Das Mandat erlaubt den Einsatz von bis zu 350 Soldaten.

Dieses Foto hat ein chinesischer Tourist während des Angriffs am Freitag aufgenommen.
Dieses Foto hat ein chinesischer Tourist während des Angriffs am Freitag aufgenommen.

Hintergrund:

Bamako - Überfall auf das Luxushotel Radisson in der Hauptstadt von Mali (Westafrika)! Zwei bewaffnete Männer halten in Bamako 170 Menschen als Geiseln.

140 davon seien Gäste. Außerdem hätten die Angreifer auch 30 Angestellte in ihrer Gewalt, teilte die Hotelgruppe Rezidor am Freitag mit.

Das malische Innenministerium berichtete Freitagmittag von mindestens drei Toten. Die Angreifer seien vermutlich Dschihadisten, sagte ein Polizeibeamter.

Noch gibt es keine sicheren Informationen, woher die Geiseln stammen. Angeblich befinden sich Franzosen unter den Festgehaltenen. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldet, unter den Hotelgästen seien auch Chinesen. Und die Fluglinie Turkish Airlines teilte mit, sechs ihrer Mitarbeiter hielten sich in dem Gebäude auf.

Augenzeugen berichten, es handele sich um etwa zehn Attentäter. Sie hätten gefeuert und "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen.

Das Radisson hat 180 Zimmer. Es ist besonders bei Diplomaten beliebt und zum Beispiel auch das Hotel für Mitarbeiter der Fluggesellschaft Air France, die in die Stadt kommen.

Nach Angaben eines Mitglieds des Hotel-Sicherheitsteams nutzten die Angreifer einen Wagen mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zum normalerweise sehr gut gesicherten Gebäude zu erhalten.

Plötzlich waren Schüsse zu hören. Sicherheitskräfte riegelten das Hotel direkt weiträumig ab.

In Mali hatten Islamisten und separatistische Tuareg große Gebiete vor allem im Norden des Landes erobert, bevor sie mit Hilfe französischer Truppen wieder zurückgedrängt worden waren.

Derzeit läuft ein internationaler Einsatz zur Ausbildung der malischen Streitkräfte, an dem auch die Bundeswehr beteiligt ist. Die Bundesregierung erwägt derzeit auch, den Einsatz der Bundeswehr auf den unruhigen Norden auszuweiten.

Das Luxushotel Radisson in der Hauptstadt von Mali.
Das Luxushotel Radisson in der Hauptstadt von Mali.
Das Hotel Radisson befindet sich in Malis Hauptstadt Bamako.
Das Hotel Radisson befindet sich in Malis Hauptstadt Bamako.

Foto und Grafik: dpa


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