Schrumpft durch Übergewicht etwa das Gehirn?

Loughborough - Bei Menschen mit starkem Übergewicht kann das Gehirn in bestimmten Bereichen geschrumpft sein.

Starkes Übergewicht kann ein Wegbereiter für viele verschiedene Krankheiten sein.
Starkes Übergewicht kann ein Wegbereiter für viele verschiedene Krankheiten sein.  © 123RF

Das berichten britische Forscher in der Online-Ausgabe des Fachmagazins "Neurology". Sie zeigten in ihrer Studie, dass der Effekt vor allem bei Menschen festzustellen ist, die um die Körpermitte viel Fett ansammeln.

Es sei allerdings bisher unklar, ob das Übergewicht die Hirnveränderungen auslöse - oder ein verändertes Gehirn die Entstehung von Übergewicht begünstige. Auch die Frage, welche Konsequenzen die festgestellten Hirnveränderungen haben, untersuchten die Forscher nicht.

Dass starkes Übergewicht ein Wegbereiter für zahlreiche Krankheiten sein kann, steht außer Frage. Auf der Liste der Krankheiten stehen Diabetes, Gelenkschäden, Kreislauferkrankungen und Atembeschwerden.

Unklar ist bislang aber, ob - und wenn ja, in welchem Ausmaß - überflüssige Pfunde auch eine Gefahr fürs Gehirn darstellen.

Ob Übergewicht Auswirkungen auf das Gehirn hat, ist bisher noch unklar.
Ob Übergewicht Auswirkungen auf das Gehirn hat, ist bisher noch unklar.  © 123RF

Hinweise darauf hatten Forscher in der Vergangenheit in mehreren Studien gefunden.

Britische Forscher um den Sportmediziner Mark Hamer von der Loughborough-Universität untersuchten nun, wie sich Übergewicht speziell auf die so genannte Graue Substanz im Hirn auswirkt. Sie werteten Daten von 9652 Menschen mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren aus.

Die Wissenschaftler ermittelten den Body-Mass-Index (BMI) der Teilnehmer, also das Verhältnis ihres Körpergewichts zur Körpergröße sowie den Taille-Hüfte-Quotienten (THQ). Von den Teilnehmern galten knapp 19 Prozent als adipös - sie hatten einen BMI von 30 und mehr. Per Magnetresonanztomographie bestimmten die Forscher dann die Gehirnvolumina für die Graue und Weiße Substanz

Das zentrale Ergebnis: Menschen, die sowohl einen hohen BMI als auch einen hohen THQ hatten, verfügten über ein geringeres Volumen an Grauer Substanz als diejenigen mit einem normalen THQ.

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