Verkauf von Air Berlin: Gläubiger verhandeln exklusiv mit Lufthansa

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main.
Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main.  © DPA

Berlin - Eine Entscheidung ist es noch nicht, aber die Richtung scheint klar: Die Gläubiger der insolventen Air Berlin verhandeln über einen Verkauf großer Teile der Fluggesellschaft exklusiv mit der Lufthansa.

Der deutsche Marktführer könnte demnach unter anderem die Air-Berlin-Tochter Niki übernehmen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Verhandlungskreisen erfuhr. Für weitere Teile werde mit Easyjet und wahrscheinlich Condor verhandelt. Die Verhandlungen sollen demnach noch bis zum 12. Oktober dauern.

Bis Freitag waren mindestens sechs Angebote für die komplette Fluggesellschaft oder Teile davon eingegangen. Der Ferienflieger Niki zählte dabei zu den begehrtesten Teilen der Air Berlin. An den Langstrecken hatten die Bieter kaum Interesse.

Die Gläubiger hatten den ganzen Donnerstag in Berlin beraten.

Der Gläubigerauschuss tagte am Donnerstag über Kaufangebote für die insolvente Air Berlin. Lufthansa scheint laut Insider den Löwenanteil zu bekommen.
Der Gläubigerauschuss tagte am Donnerstag über Kaufangebote für die insolvente Air Berlin. Lufthansa scheint laut Insider den Löwenanteil zu bekommen.  © DPA

Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr hatte am Vorabend angekündigt, der Konzern wolle die 38 bereits angemieteten Mittelstrecken-Maschinen und 20 bis 40 weitere Flugzeuge von Air Berlin kaufen. Käme es so, würde Lufthansa etwa die Hälfte der Flotte übernehmen.

"Wir glauben, bald bis zu 3000 neue Mitarbeiter begrüßen zu können", hatte Spohr gesagt. In welchem Umfang mit Easyjet und eventuell Condor verhandelt wird, war am Donnerstag noch offen.

Condor hatte sich mit dem Niki-Gründer zusammengetan, dem früheren Rennfahrer Niki Lauda. Easyjet interessiert sich für Kurz- und Mittelstrecken.

Air Berlin hat insgesamt mehr als 8000 Beschäftigte und 144 Flugzeuge. 38 davon samt Besatzungen hat Eurowings schon geleast, die Lufthansa-Billigtochter wirbt auch neues Personal an.

Titelfoto: DPA


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