Heute startet die Nations League: So funktioniert der Wettbewerb

Nyon - Nun startet also auch der neueste Wettbewerb, den die UEFA jüngst ins Leben gerufen hat: Die Nations League. Doch worum geht es dabei überhaupt? TAG24 bringt Licht ins Dunkel.

Kann er das DFB-Team in der Nations League zum Sieg gegen Frankreich schießen? Deutschlands Sechser Toni Kroos.
Kann er das DFB-Team in der Nations League zum Sieg gegen Frankreich schießen? Deutschlands Sechser Toni Kroos.  © DPA

Der Wettbewerb wurde erdacht, um die Testländerspiele weitestgehend abzulösen, weil diese sich in den letzten Jahren nicht unbedingt großer Beliebtheit erfreuten.

Alle 55 UEFA-Mitgliedsländer sind dabei und werden in vier verschiedene Ligen (A, B, C und D) aufgeteilt. In Liga A sind die zwölf stärksten Mannschaften Europas wie Weltmeister Frankreich und Deutschland zu finden.

In Liga D spielen dann die 16 kleinsten Fußballländer wie beispielsweise Gibraltar und die Färöer-Inseln.

Die vier Ligen werden nach dem UEFA-Koeffizienten zusammengestellt, der nach dem Abschluss der europäischen Qualifikation für die WM 2018 erstellt wurde.

Je weiter ein Land in dieser Rangliste vorne liegt, desto besser ist die Liga, in der es spielt.

In den vier Ligen gibt es dann jeweils vier Gruppen, in denen drei oder vier Teams vertreten sind.

Insgesamt sind es also 16 Gruppen, in denen die Mannschaften in Hin- und Rückspiel aufeinander treffen. Die Begegnungen werden an Doppelspieltagen im September, Oktober und November 2018 ausgetragen.

Die zwölf Mannschaften, die in der Uefa-Rangliste am weitesten vorne stehen, haben die Chance, als erster Nations-League-Sieger in die Geschichte einzugehen.
Die zwölf Mannschaften, die in der Uefa-Rangliste am weitesten vorne stehen, haben die Chance, als erster Nations-League-Sieger in die Geschichte einzugehen.  © DPA

Die vier Gruppensieger von Liga A bestreiten im Juni 2019 ein Finalturnier, in dem der erste Sieger der Nations League ausgespielt wird. In welchem Land dieses Turnier dann stattfindet, wird im Anschluss an die Gruppenphase bekanntgegeben.

Neben dem prestigeträchtigen Sieg geht es auch sonst um viel. Denn die Gruppensieger aus den Ligen B-D steigen auf, die Gruppenletzten der Ligen A-C steigen ab.

Deshalb muss auch Deutschland in den Duellen mit Frankreich und den Niederlanden unbedingt punkten, um die Klasse zu halten und im Idealfall sogar die starke Gruppe zu gewinnen.

Selbst wenn der Sieger ausgespielt ist, geht das Turnier noch weiter. Im März 2020, also nur drei Monate vor dem Start der Europameisterschaft 2020, finden die Play-offs statt.

Hier treffen die vier Gruppensieger der jeweiligen Ligen in Halbfinals und Finale (kein Rückspiel) aufeinander. Der Sieger erhält nichts Geringeres, als einen EM-Startplatz!

Frankreichs Kylian Mbappé trifft in der Nations League in Hin- und Rückspiel auf Deutschland.
Frankreichs Kylian Mbappé trifft in der Nations League in Hin- und Rückspiel auf Deutschland.  © DPA

Somit ist auch garantiert, dass eine kleine Fußballnation aus Liga D dabei ist.

Für die oberen Ligen dürfte der Modus allerdings etwas komplizierter werden. Denn es dürfen nur Gruppensieger an den Play-offs teilnehmen, die es verpasst haben, sich über die normale Europameisterschafts-Qualifikation einen Startplatz zu sichern.

Wenn der Gruppensieger also bereits qualifiziert ist, rücken der Zweite, Dritte oder Vierte nach. Sollten in Liga A zu viele Mannschaften qualifiziert sind, kann sogar ein Land aus einer tieferen Liga aufrücken.

Für Nationen, die die EM-Qualifikation verpasst haben, ist dieser Wettbewerb also eine riesengroße Chance, sich doch noch zu qualifizieren.

Für die EM-Qualifikation bedeutet der neue Modus auch einige Änderungen. Statt im September nach einer Weltmeisterschaft geht es erst im März des darauffolgenden Jahres los. Im November ist die Qualifikation dann ausgespielt. Es gibt insgesamt 20 Plätze, die Gruppenersten und -zweiten qualifizieren sich direkt für die EM, die restlichen vier Startplätze werden dann in der Nations League ausgespielt.

Das hört sich nach einem besonders vollen Terminkalender für die Nationalspieler an. Doch es gibt nicht mehr Länderspieltermine, als vor dem neu geschaffenen Wettbewerb.


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