Radios droht Abschaltung: Ist schon am Mittwoch Sendeschluss?

Dresden/Leipzig - Keine Musik, keine Nachrichten, kein Verkehrs- und Wetterbericht. Den sächsischen UKW-Radio-Frequenzen droht schon bald die Abschaltung. Weil Sendemastbetreiber um Gebühren feilschen, könnte kommende Woche komplett Funkstille herrschen!

Das MDR-Funkhaus in Dresden: Der Sender wäre von einer UKW-Abschaltung am meisten betroffen.
Das MDR-Funkhaus in Dresden: Der Sender wäre von einer UKW-Abschaltung am meisten betroffen.  © Holm Helis

"Bis zu zehn Millionen Hörer könnten schon ab kommendem Mittwoch von einer Abschaltung betroffen sein“, erklärt Media-Broadcast-Chef Wolfgang Breuer. Die Firma betrieb bislang den größten Teil des UKW-Sendebetriebes - in Nachfolge von Post und Telekom.

Doch inzwischen hat sich auch die Media von den Antennen getrennt, verkaufte an Investoren. Und die wollen nun mehr Geld. Darüber berichtete am Freitag die Tageszeitung "Die Welt".

Das Problem: Zwischen die Radiosender und die Antenneneigner sind noch Betreiber geschaltet. Weiteres Problem: Die Media ist fürs Funken gar nicht mehr zuständig, tut das jetzt nur noch aus gutem Willen, wie es ein Sprecher formuliert.

Treffen würde es in Sachsen den MDR und alle Privaten. "Aber wir sind zuversichtlich, dass es noch eine Einigung gibt", sagt Nico Nickel (41) für die Sender RSA, PSR und Energy. HitradioRTL mit Radio Dresden & Co. sollen sich geeinigt haben.

Auch MDR-Betriebsdirektor Ulrich Liebenow sagt: "Es wird in der nächsten Woche keine Abschaltungen von UKW-Frequenzen geben, über die der MDR verbreitet." Man sei mit den Dienstleistern kontinuierlich im Gespräch. Dann spielt der MDR-Manager den Ball zum Bund: "Wir sehen die Bundesnetzagentur und das Bundeskartellamt ebenso wie die Politik in der Pflicht."

Doch der eigentlich (Noch-)Player im Hintergrund, Freenet, sieht das nicht so. Freenet gehört die Media Broadcast. "Ob es zu Abschaltungen kommt, das können wir erst am Montag sagen", so Sprecher Lars Bayer. Bis dahin brauche seine Firma von allen 40 Radioanbietern oder von deren Sendenetzbetreibern einen Auftrag zum UKW-Funken. Die Lage sei durchaus ernst. Bereits schon einmal, zum 1. April, hätte die Komplettabschaltung gedroht.

MDR-Intendantin Karola Wille (59) hat ihre Leute auf das Problem angesetzt.
MDR-Intendantin Karola Wille (59) hat ihre Leute auf das Problem angesetzt.  © DPA
Die meisten Menschen hören noch über UKW Radio. Ein Grund: DAB+ hat nicht so große Reichweiten, ist nur digital nutzbar.
Die meisten Menschen hören noch über UKW Radio. Ein Grund: DAB+ hat nicht so große Reichweiten, ist nur digital nutzbar.  © Kai Remmers
Auch PSR-Chef Friedrich A. Menze kämpft für seinen Sender.
Auch PSR-Chef Friedrich A. Menze kämpft für seinen Sender.  © Eric Münch

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