1600 Schweine verendeten in katastrophalen Zuständen: Züchter erwartet Urteil

Ulm - Im Berufungsprozess um die Verurteilung eines Schweinezüchters wegen Tierquälerei in der Massentierhaltung (TAG24 berichtete) wird am Mittwoch das Urteil des Ulmer Landgerichts erwartet.

Mehr als 1600 Schweine verendeten oder mussten getötet werden. (Symbolbild)
Mehr als 1600 Schweine verendeten oder mussten getötet werden. (Symbolbild)  © Carsten Rehder/dpa

Im März 2019 hatte das Ulmer Amtsgericht den Mann zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Tierschützer begrüßten die im Vergleich zu ähnlichen Fällen hohe Strafe als "historisch".

Jedoch machten Verteidigung und Staatsanwaltschaft geltend, das Amtsgericht habe strafmildernde Umstände wie das Geständnis des Angeklagten sowie dessen eingeschränkte Schuldfähigkeit und gesundheitlichen Probleme nicht in genügendem Maße berücksichtigt.

Dem Züchter waren katastrophale Zustände in seinen Ställen in Merklingen (Alb-Donau-Kreis) zur Last gelegt worden, wo Hunderte Schweine verendeten oder wegen Verletzungen auf Weisung des Veterinäramts getötet werden mussten.

Aktivisten der Soko Tierschutz protestierten während des Berufungsverfahrens und forderten, der Verurteilte müsse weiterhin eine Haftstrafe verbüßen.

Staatsanwaltschaft und Verteidigung fordern erheblich geringere Strafen

Die Schweine lebten unter katastrophalen Umständen. (Symbolbild)
Die Schweine lebten unter katastrophalen Umständen. (Symbolbild)  © Aaron Favila/AP/dpa

Update 12.53 Uhr: In dem Berufungsprozess haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung erheblich geringere Strafen gefordert.

Der Vertreter der Anklage bezeichnete am Mittwoch vor dem Landgericht Ulm eine für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafe von zwei Jahren als angemessen. Die Verteidigung plädierte auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als einem Jahr und sechs Monaten, die für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden solle.

Nach Ansicht von Verteidigung und Staatsanwaltschaft hat das Amtsgericht bei der Verhängung der laut Tierschutzgesetz in diesem Fall höchstmöglichen Strafe nicht ausreichend berücksichtigt, dass der Angeklagte wegen einer Depression eine Zeit lang nur eingeschränkt schuldfähig war.

Zudem sei unbeachtet geblieben, dass er glaubwürdig Reue gezeigt und ein umfassendes Geständnis abgelegt habe, das zur Aufklärung beigetragen habe.

Titelfoto: Aaron Favila/AP/dpa


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