Frühgeborene leiden an lebensgefährlichen Atemproblemen: Krankenschwester verdächtigt

Ulm - Die Staatsanwaltschaft Ulm hat einen Haftbefehl gegen eine Krankenschwester einer Ulmer Säuglingsstation erlassen, die der gefährlichen Körperverletzung und des fünffachen versuchten Totschlags verdächtigt wird.

In Urinproben aller Kinder wurden Rückstände von Morphium festgestellt. (Symbolbild)
In Urinproben aller Kinder wurden Rückstände von Morphium festgestellt. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Staatsanwaltschaft teilte gemeinsam mit der Polizei Ulm am Mittwochnachmittag mit, dass in den frühen Morgenstunden des 20. Dezember 2019 fünf in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin untergebrachte Frühgeborene nahezu zeitgleich an lebensbedrohlichen Atemproblemen litten.

Glücklicherweise blieben diese durch das sofortige Eingreifen des Krankenhauspersonals nach ärztlicher Einschätzung folgenlos.

Nachdem zunächst eine Infektion vermutet, später jedoch ausgeschlossen werden konnte, wurde bei Urinproben aller Kinder Rückstände von Morphium festgestellt.

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Die Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten daraufhin, das sichergestellte Material wird derzeit ausgewertet. Auf Anordnung des Amtsgerichts Ulm wurden am gestrigen Vormittag sechs Objekte von Personen durchsucht, die im fraglichen Zeitraum Dienst auf der Frühgeborenenstation hatten.

Dabei fanden die Beamten in einem Spind in der Umkleide der Klinik eine Spritze mit Muttermilch, die nach einer ersten Untersuchung Morphium enthält. Die Krankenschwester, der der Spind zugeteilt ist, wurde heute Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt.

Morgen wollen die Polizei und Staatsanwaltschaft Ulm auf einer Pressekonferenz die bisherigen Ermittlungsergebnisse und den aktuellen Sachstand bekannt geben.

Die verdächtigte Krankenschwester arbeitet auf einer Frühgeborenenstation in Ulm. (Symbolbild)
Die verdächtigte Krankenschwester arbeitet auf einer Frühgeborenenstation in Ulm. (Symbolbild)  © Britta Pedersen/ZB/dpa

Titelfoto: Britta Pedersen/ZB/dpa

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