"Der Schlüssel zum Erfolg ist eben kein Dietrich": VfB-Ultras veröffentlichen Protest-Video

Stuttgart - Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart spielt aktuell die schlechteste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte, wofür sich nach Meinung vieler Fans vor allem einer verantworten muss: Präsident Wolfgang Dietrich.

Wurde infolge der sportlichen Talfahrt von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich als Sportvorstand entlassen: Michael Reschke.
Wurde infolge der sportlichen Talfahrt von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich als Sportvorstand entlassen: Michael Reschke.  © DPA

So hat sich die VfB-Ultragruppierung "Schwabensturm" zu einer besonders kreativen Form des Protests entschlossen und veröffentlichte einen zwölfminütigen Film über Dietrich.

Zu Beginn heißt es: "Dieser Kurzfilm ist reine Satire... außer du bist VfB-Fan", bevor vom "Schwabensturm" ansehnlich dargestellt wird, wie man sich die Arbeit des VfB-Präsidenten vorstellt.

In der ersten Szene wird gezeigt, wie Dietrich sich an seinem vermeintlichen Erfolg der vergangenen Tage ergötzt.

So hängt an den Wänden des Büros ein Bild, auf welchem sich Dietrich und sein Ex-Sportvorstand Michael Reschke lachend in den Armen liegen.

Daneben ist ein Foto mit dem Spielstand des Duells gegen die Bayern vom letzten Spieltag der vergangenen Saison zu sehen, als man 4:1 in der Allianz Arena gewann und die Saison auf dem siebten Tabellenplatz beendete.

Mittlerweile befindet sich der VfB allerdings wieder mitten im Abstiegskampf und Dietrich-Freund Reschke wurde schon längst, vom Präsidenten höchst persönlich, durch Fanliebling Thomas Hitzlsperger ersetzt. (TAG24 berichtete)

Hält nichts von Rücktritt: VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.
Hält nichts von Rücktritt: VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.  © DPA

Also ist der VfB - bis auf Präsident Dietrich - wieder auf dem harten Boden der Tatsachen angekommen.

So sieht es zumindest der "Schwabensturm", die Dietrich in ihrem Kurzfilm durch eine Sekretärin namens "Frau Müller" mit seinen Fehlern konfrontieren.

Diese heißen: "Millionen sinnlos verbrannt", "Vertrauen auf ewig verspielt", "Versprechen reihenweise gebrochen", "Mitglieder dreist belogen" und "Sportlich erneut versagt".

Der "Schwabensturm" wirft Dietrich außerdem vor, sich aus der Verantwortung zu entziehen und vorzugeben, dass die Schuld der sportlichen Talfahrt bei denen zu suchen ist, die er entlassen hat - also beispielsweise bei Ex-Sportvorstand Reschke.

Nur Dietrich sei unschuldig, und alle würden sich gegen ihn verschwören, egal ob Ultras oder die Presse.

Die VfB-Fans skandieren "Dietrich raus!" mit einem Banner beim Heimspiel gegen RB Leipzig.
Die VfB-Fans skandieren "Dietrich raus!" mit einem Banner beim Heimspiel gegen RB Leipzig.  © DPA

Was die Ultras des "Schwabensturm" von Dietrich halten, wird besonders in einer Szene deutlich.

Darin scheitert Dietrich nämlich daran einen Schrank zu öffnen, auf dem ein Zettel mit der Aufschrift "Erfolgsrezept" klebt.

Als er anschließend seine Sekretärin ruft, schleuderte die ihm das klare Statement entgegen: "Der Schlüssel zum Erfolg ist eben doch kein Dietrich."

Das Video endet mit einer Wunschvorstellung der Ultras: VfB-Präsident Wolfgang Dietrich schreibt auf einem Laptop seine Kündigung und bringt sie zum Briefkasten.

Doch die Realität sieht etwas anders aus.

So sagte Dietrich gegenüber dem Reutlinger Generalanzeiger im Februar: "Nein, nie, Rücktritt ist keine Option für mich. Ich nehme mein Mandat ernst und stelle mich der Verantwortung. Wir werden die Dinge, die schief gelaufen sind, gemeinsam wieder in Ordnung bringen". (TAG24 berichtete)

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